Vor 700 Jahren erstmals erwähnt
Die Burg Sommerau

 
Dittmar Lauer

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Die Aura des Geheimnisvollen verfallener Burgen beflügelt die Fantasie und begünstigt mysteriöse Sagenbildung. So auch bei der Burg Sommerau, die seit ihrer Zerstörung durch die französischen Réunionstruppen Ende des 17. Jahrhunderts nicht wieder aufgebaut wurde, sondern solange als bequemer Steinbruch diente, bis sich die preußischen Behörden 150 Jahre später um den Schutz und die Erhaltung von Denkmälern der Vorzeit bekümmerten und dem unerlaubten Steinebrechen ein Ende setzten. 

Der französische Oberst und Militärkartograf Tranchot bezeichnete in seiner topografischen Aufnahme um 1810 die Burgruine Sommerau als Chateau des Templièrs. Sollen die Sommerauer selbst dem Oberst erzählt haben, dass hier in alten Zeiten die einflussreichen aber verfemten Tempelritter ihr verstecktes Zuhause gehabt haben? Dieses Gerücht muss sich noch Jahrzehnte lang gehalten haben, denn auch die wohl älteste grafische Darstellung bezeichnet die Burg als Schlossruine der Tempelherrn bei Sommerau im Ruwerthal. 

Geheimnisumwittert mutet auch an, was man sich Ende des 19. Jahrhunderts in Sommerau erzählte. Ein bei Grabungen entdeckter unterirdischer Gang soll von der Burg quer unter der Ruwer hindurch bis zum Amphitheater in Trier geführt und den Raubrittern des Mittelalters zu heimlichen Überfällen zwecks Beraubung gedient haben. Diese hätten ihren Pferden die Hufeisen umgekehrt aufgeschlagen, um so durch die Fußspuren der Pferde den dahinziehenden Handels-  und Kaufmann besser täuschen zu können. 

Die geschichtlichen Anfänge der Burg Sommerau gehen in das 13. Jahrhundert zurück und sind aufs engste verknüpft mit der Geschichte der vermögenden und einflussreichen Familie Walram, von der wir aus einer Urkunde des Jahres 1271 genauere Kenntnis haben. Damals tauschte Johann Walram mit Zustimmung seiner Frau Odilie von Gehweiler seinen Hof zu Sehr gegen einen in der Nähe der Trierer Römerbrücke gelegenen Weingarten der Abtei St. Matthias. Der Hof zu Sehr ist wohl im Erbwege von dem Ministerialengeschlecht von der Brücke auf die Familie Walram übergegangen.
Der Walram’sche Reichtum gründete auf vielfältigen Besitzungen in und um Trier. Zahlreiche Häuser und ertragreiche Weinberge und Obstgärten sowie sonstige Liegenschaften legten den materiellen Grundstock, der sich im Laufe der Jahre auf Erwerbungen außerhalb der Stadt, an Mosel und Ruwer und auf dem Hochwald ausdehnte. Nicht umsonst wurde die Familie Walram als außerordentlich vermögendes Geschlecht gepriesen, dem folgerichtig die bedeutsamen städtischen Ämter des Schultheißen und Schöffenmeisters zufielen.
Lokales Zentrum der umfangreichen, in und um Trier gelegenen Besitzungen und Erwerbungen der Familie Walram dürfte schon sehr früh das Haus oder die Burg Sommerau gewesen sein – also lange vor ihrer Ersterwähnung im Jahre 1303. Die Burg – im Sinne eines befestigten Hauses oder verteidigungsfähigen Wohnturmes im Gegensatz zu den strohgedeckten Lehmhütten der einfachen Leute – diente nicht nur der militärischen Sicherung von Besitz und Rechtstiteln, sondern galt auch und besonders als Symbol von Macht, Einfluss und Selbständigkeit, stellte die städtischen Patrizierfamilien zumindest dem niederen Adel gleich und begründete Familientradition. Vor allem aber garantierte der Besitz einer Burg besondere Rechte zur Bildung einer um die Burg gelegenen Grundherrschaft und damit verbundenen einträglichen Rechtstiteln. 

Am 12. Juni 1303 ging die bisher im Eigenbesitz der Familie Walram befindliche Burg Sommerau mit den umliegenden Gütern auf den Trierer Erzbischof Diether von Nassau (1300- 1307) über. Im Gegenzug nahm Johann Walram für sich, seine Erben und Rechtsnachfolger Haus und Burg Sommerau als erzstiftisches Lehen in Empfang. Damit teilte Sommerau das Schicksal vieler anderer allodialer Burgen im Trierer Land. Dieses System des Burgenerwerbs ist dann später von Diether von Nassaus Nachfolger Balduin von Luxemburg (1307-1355) perfektioniert worden und hat wesentlich zur Ausformung und Verfestigung des kurtrierischen Territoriums beigetragen. 

Mit der Belehnung sind die Walrams und ihre Erben Vasallen der Trierer Erzbischöfe und Kurfürsten geworden -  verbunden mit der Verpflichtung zum militärischen Beistand, aber auch mit der Chance sozialen Aufstiegs in hochrangige Hofämter. 

Diese Chance wusste Johann Walram, Enkel des gleichnamigen Burgenbauers, zu nutzen. Im Jahre 1330 ist er mit der Burg Sommerau belehnt worden. Er und seine Schwester Luzia haben in den folgenden Jahren in das bedeutende Rittergeschlecht von der Fels eingeheiratet, deren Stammburg zwischen Luxemburg und Echternach nach umfangreichen Restaurierungsarbeiten eine besondere Attraktion für geschichtskundige Burgenliebhaber geworden ist. Diese doppelte Verbindung mit einer der angesehensten Familien mit bedeutendem Einfluss sowohl in Luxemburg als auch in Trier dürfte die gesellschaftliche Stellung der Walrams innerhalb des städtischen Machtgefüges noch gesteigert haben. 

In der Trierer Steuerliste des Jahres 1363/64 wird Johann Walram als der reichste Bürger der Stadt aufgeführt. Seinen Reichtum schöpfte Johann nicht nur aus seinen ererbten und selbst erworbenen Besitzungen, sondern auch aus seinen zahlreichen Ämtern und Pfründen. Er gehörte schon in jungen Jahren dem Trierer Schöffenkolleg an, war Mitglied der Wechselhausgenossen und der St. Jakobbruderschaft, bekleidete das Amt des Trierer Stadtschultheißen und hatte das kurtrierische Schenken-  und Küchenmeisteramt inne. 

Neben der Burg Sommerau gehörten auch ein um den Hof in Euren gelegener größerer Komplex zu den Besitzungen des Johann Walram, die Dienstlehen zu Reinsfeld, Osburg, Morscheid und Bonerath sowie zahlreiche Lehen der Grafen von Luxemburg und von Sponheim, der Herzöge von Lothringen, mehrerer Adelsgeschlechter wie den Herrn von Finstingen, von Schönecken und von Rodenmacher sowie der Abtei Prüm. 

Johanns Reichtum wussten auch die Trierer Erzbischöfe zu schätzen. Sowohl Balduin von Luxemburg als auch sein Nachfolger Boemund von Saarbrücken (1354- 1362) streckte Johann Walram größere Geldbeträge vor, wofür er u.a. mit den Einnahmen aus dem Rheinzoll bei Koblenz entschädigt wurde. 

Auf Grund seiner beherrschenden Stellung innerhalb der stadttrierischen Hierarchie und seiner Nähe zum kurtrierischen Hof nahm Johann Walram an verschiedenen Delegationen teil, begleitete den Erzbischof zu den Reichstagen nach Regensburg, vertrat die Angelegenheiten der Stadt Trier am Hofe Kaiser Karls IV. in Prag und zog als schwergerüsteter Stadtritter mit einer trierischen Delegation zum Herzog von Brabant.
Johann Walram starb in hohem Alter als eine führende Persönlichkeit des Trierer Patriziats. Seine Ehe mit Clemele von der Fels war kinderlos geblieben. So kamen beide Neffen Johann und Heinrich von der Fels – die Kinder seiner Schwester Luzia mit Johann von der Fels – in den Genuss von Burg Sommerau. Im Jahre 1389 übertrug Erzbischof Werner von Falkenstein (1388- 1418) die Burg zu rechtem uffgebigem ledigen Huse und Lehen. Die beiden Brüder versprachen, die Burg allezyt wol bewaren und bestellen zu wollen und mit Amptluden, Thurnknechten, Wechteren und Portenern zu besetzen. 

Heinrich konnte allerdings nur kurze Zeit das Sommerauer Lehen genießen, denn schon 1391 war er zum Verkauf seines halben Anteils an den Trierer Erzbischof Werner von Falkenstein gezwungen, um, wie er darstellt, eine schedeliche Scholt zu betzalen. Der Erzbischof wiederum belehnte drei Jahre danach seinen Dompropst Arnold von Berwart mit dem erworbenen Sommerauer Anteil, so dass seit dieser Zeit zwei Parteien in der Burganlage residierten -  die Familie von der Fels im sogenannten Palas und der jeweilige Trierer Dompropst in dem quadratischen Wohnturm. 

Im Jahre 1575 erlebte die Burg Sommerau und ihre Bewohner die wohl größte militärische Invasion in ihrer langen Geschichte. Anfang Juli besetzten ein gutte Anzall reisiger gerüster Kriegksleuth sampt zweyhundert gewehrter Schützen in den frühen Morgenstunden die Burg und die zur Burg gehörigen Höfe, durchsuchten alle Räume nach dem dort vermuteten Dompropst Johann von Schönenberg und dem kurtrierischen Haushofmeister Heinrich von der Fels, die aber beide in Amtsgeschäften in Trier weilten. Ziel der ungewöhnlichen Aktion der luxemburgischen Soldaten war die Geiselnahme der beiden hohen Herren, um sie gegen die kurz zuvor in Daun von kurtrierischen Beamten festgenommenen und in Cochem inhaftierten luxemburgischen Abgeordneten austauschen zu können. 

Wohl aus Enttäuschung, dass man den Dompropst und den Haushofmeister nicht fassen konnte, begannen die Reiter und Schützen mit der Plünderung der Burg und der Höfe, wobei ihnen eine große Barschaft und viel Silbergeld und - geschirr, Goldschmuck, Waffen, Hausrat, Kleider und Leinwand in solchen Mengen in die Hände fiel, dass sie damit ir Lebtage langk genugh haben sollten.
Ihre Wut ließ die Meute auch an der Frau des Haushofmeisters aus, indem sie sie aus dem Bett zerrten, rissen ihr die Kleider vom Leib, stießen sie mit ihrem jüngsten Kind zur Erde und streiften ihr mit Gewalt einen goldenen Ring vom Finger, zerrten ihr eine Goldkette vom Hals und rissen ihr den Schleier vom Kopf undt sie also, mit Gunsten zu melden, in blosem Hembd erbarmlich stehen lassen. 

Den domkapitularischen Hofmann überraschten die Soldaten ebenfalls in seinem Bett, fesselten ihn und führten ihn halb angezogen und ohne Schuhe fort.
Dieses Sommerauer Ereignis löste in der Folge einen regen Schriftverkehr aus zwischen Kurtier, dem Gouverneur und Provinzialrat zu Luxemburg, dem kaiserlichen Hof zu Wien, dem König von Spanien und seinem Generalstatthalter in den spanischen Niederlanden. Erzbischof und Kurfürst Jakob von Eltz (1567- 1581) ließ den deutschen Fürsten eine ausführliche Schilderung der ungeheuren Vorgänge in Sommerau zukommen und bat sie um Unterstützung bei seinen Bemühungen um Wiedergutmachung. Die Geschädigten fertigten umfangreiche Schadens-  und Verlustlisten an, in denen sich nicht nur äußerst aufschlussreiche Angaben über das Silbergeschirr, goldene Ketten, Barschaft, Kleinodien, Goldringe und Waffen zum persönlichen Gebrauch des Burgherrn finden, sondern die darüber hinaus auch einen Überblick geben über die komplette Kleiderausstattung – darunter meiner Kinder Hembder, Peltz, Rock und meiner lieben Hausfrawen Schleyer über 36 und weißer genedter Hembder an die 12 – die Haushalts-  und Küchengegenstände – zinnen Plattel, Seuffschüßell, Gießbecken und –fass, Feuerpfannen usw. – sowie den ungewöhnlich reichhaltigen Vorrat an Leinwand und unverschnitten Leinentuch – insgesamt über 300 Ellen flachsen und henffen Tuch, grob, fein, reinweiß und grau. Auf hausfrauliche Tätigkeiten der Burgherrin deutet meiner Hausfrawen Nehegezeug, golt silber Seidt und allerhandt Arbeit, so sie nit vor 40 Thaler wolt gelassen haben. 

Der Streit um Wiedergutmachung zog sich Jahre hin, bis sowohl der Kurfürst als auch die Geschädigten entnervt aufgaben. 

Der Dreißigjährige Krieg hat auch an der Burg Sommerau seine zerstörerischen Spuren hinterlassen. 1666 verpfändete Lothar von der Fels seinen Sommerauer Anteil dem Archidiakon oder Chorbischof von St. Lubentius zu Dietkirchen. Von der Pfandsumme in Höhe von 170 Talern wurde die beschädigte Burganlage – die ohne Reparation in kürzester Zeit ein Steinhaufen werden würde – wieder in einen guten baulichen Stand gesetzt. Nur kurze Zeit später sollen marodierende Franzosen die kurz zuvor erneuerte Burg in Brand gesteckt haben. Das Pfand übrigens ist offensichtlich nicht mehr eingelöst worden, denn die Rechte der Familie von der Fels an Burg Sommerau und den dazu gehörigen Besitzungen – die Höfe und Mühlen, die Weinberge und Waldungen, die Ländereien und Wiesen usw. -  sind nach dem Erlöschen des Familienzweiges von Erzbischof und Kurfürst Georg Franz von Schönborn (1729- 1756) im Jahre 1730 eingezogen worden und als Amtslehen beim Archidiakon St. Lubentius verblieben. 

Bei der Säkularisation muss die Burgruine Sommerau als französisches Nationaleigentum eingezogen und nicht -  wie normalerweise üblich – versteigert worden sein. Sie ging somit nach dem Ende der französischen Herrschaft 1814 in den preußischen Staatsbesitz über. Als der Fiskus im Jahre 1824 die Ruine zum Kauf anbot, griff ein Konsortium Trierer Kaufleute zu und erwarb Sommerau einschließlich der umfangreichen Waldungen – deren erster Holzeinschlag bereits den Kaufpreis überstieg. Ein gutes Geschäft also, das sich die mitbietenden Bauern aus Gutweiler und Sommerau wegen ihrer Uneinigkeit selbst verdorben hatten. 

Führender Kopf der Käufergruppe ist der Königliche Kommerzienrat, Gutsbesitzer und hochrangige Politiker Franz Anton Kayser gewesen, Mitbesitzer des ehemaligen Deutschherrenhofes in Trierweiler und des Pluwiger Hammers. Kayser, Mitglied der Trierer Gesellschaft für nützliche Forschungen – die sich ja vornehmlich um die Erhaltung der Altertümer einsetzte – war offensichtlich mehr an der konservatorischen Erhaltung der Burgruine Sommerau gelegen als an einer wirtschaftlichen Nutzung.

Es ist das Verdienst des preußischen Architekten, Denkmalpflegers und Konservators Alexander Ferdinand von Quast gewesen, dass der preußische Staat die Burgruine Sommerau im Jahre 1855 wieder zurückzukaufen sich bereit erklärte, um sie vor der völligen Zerstörung zu bewahren. In den folgenden Jahren wurden dann die notwendigsten Sicherungsarbeiten durchgeführt. Von Quast hatte sich seit 1841 mehrmals im Trierer Land aufgehalten, um die zahlreichen und zum größten Teil verfallenen Altertümer zu besichtigen, aufzunehmen und zu begutachten. Bei einer seiner Besichtigungsreisen dürfte von Quast auch die Burgruine Sommerau aufgesucht haben. 

Als nach jahrzehntelangem Streit um die richtige Streckenführung im November 1886 die Arbeiten für die Eisenbahnstrecke Trier- Hermeskeil in Angriff genommen wurden, erkannte der Trarbacher und wegen seiner beherrschenden Weinbaupolitik so genannte Mosel- Bismarck Adolf Huesgen die Chance, die vorhandenen Sommer- auer Weinberge zu nutzen, durch Rodung weiterer Hangflächen zu erweitern und den Wein durch das neue Verkehrsmittel in alle Welt zu versenden. Huesgens Offerte an den preußischen Staat, die Burgruine Sommerau zu erwerben, um seiner Weinbergslage den Namen Sommerauer Schlossberg geben zu können, fand in Berlin Zustimmung, zumal sich auch der Provinzialkonservator Paul Clemen für den beabsichtigten Ankauf ausgesprochen hatte. Im April 1903 erteilte Seine Majestät der Kaiser und König dem Verkauf der fiskalischen Burgruine Sommerau die Allerhöchste Genehmigung. 

1924 ging die Burgruine Sommerau in den Besitz der stillen Gesellschafterin am Weingut Adolf Huesgen, Carmelita Meyerhoff geb. Müller, über. Schon kurze Zeit später kündigten die neue Besitzerin und ihr Ehemann Landgerichtsrat Walter Meyerhoff den Vertrag wegen Irrtums über die Geschäftsgrundlage, woraus sich ein langjähriger Rechtsstreit über die Gültigkeit des Vertrages entwickelte, der erst im Jahre 1934 durch einen Vergleich vor dem Oberlandesgericht Köln beigelegt werden konnte. Durch diesen Vergleich wurde Adolf Huesgen wieder Besitzer der Burgruine Sommerau und der ihr angegliederten Weinberge. Huesgen ließ in den folgenden Jahren einen Weiher in der ehemaligen Ruwerschleife anlegen, um so ein für den Weinberg günstiges Klima zu schaffen. Größere Sicherungs-  und sonstige Baumaßnahmen an der Burgruine selbst allerdings sind nicht ausgeführt worden. Ein neuer und vorerst letzter Besitzerwechsel wurde im Jahre 1962 vorgenommen. Der Jurist und Weinhändler Dr. Gustav Willkomm aus Bernkastel- Kues wurde neuer Burgherr in Sommerau. Der aus dem Banat stammende Willkomm hatte in die Weinhandlung Peter Mertes eingeheiratet und das kleine Familienunternehmen durch die Einführung neuer Vertriebsformen auf einen hohen Stand gebracht. Eine 1969 von Willkomm in Bernkastel- Kues neu errichtete hochmoderne Anlage kann heute zu den größten europäischen Weinkellereien gezählt werden – mit 250 Mitarbeitern und einer täglichen Abfüllkapazität von 400.000 Flaschen. 

Zu diesem Handelsgeschäft gehört nach wie vor das Weingut Dr. Willkomm, in welches auch das Weingut in Sommerau eingegliedert ist. Das Kelterhaus in Sommerau ist aufgegeben worden und die Trauben werden heute in Wehlen gekeltert und weiterbearbeitet und von der Sommerauer Schloßberg- Keller GmbH vertrieben, die vor kurzem ihren Sitz verlegen musste, nachdem die Bearbeitung nicht mehr in Sommerau erfolgen konnte. Geschäftsführer der Firmengruppe ist Michael Willkomm, der als Herr über Burg und Weinberg mit Sommerau sehr verbunden ist und die Schirmherrschaft über die 700- Jahr- Feier übernommen hatte. 

An den einzelnen Baugliedern der Burgruine Sommerau sind in den Jahren 1978- 1980 in enger Abstimmung mit dem Landesamt für Denkmalpflege in Mainz und dem Denkmalreferat in der Kreisverwaltung Trier- Saarburg umfangreiche Sicherungsarbeiten durchgeführt worden, die den dauerhaften Bestand des historischen Kulturdenkmals gewährleisten. Einen guten Anteil an der finanziellen Aufwendung trugen auch die Verbandsgemeinde Ruwer und der Burgenbesitzer Michael Willkomm. Ein Burgführer und erklärende Hinweisschilder sind in Planung. 

Die Ersterwähnung ihrer Burg vor 700 Jahren haben die Sommerauer im Juli des vergangenen Jahres mit großer Begeisterung gefeiert und sich dabei ihrer wechselvollen Geschichte erinnert. Die kleinste Gemeinde im Landkreis Trier- Saarburg zeigte sich von ihrer besten Seite und die ungezählten Besucher waren sichtlich angetan von dem idyllisch in einem engen Talkessel gelegenen Dorf und ihren freundlichen Bürgerinnen und Bürgern. Und so kann man dem SWR- Moderator Patrick Sommer nur Recht geben: Sommerau, südlich der alten Römerstadt Trier gelegen, ist zwar ein kleines Dörfchen, aber keineswegs unscheinbar, überragt von der Ruine der Burg Sommerau und den am südlichsten gelegenen Weinberg im Ruwertal. Auf beides sind die Sommerauer mit recht sehr stolz.
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Erschienen in: Jahrbuch des  Kreises Trier-Saarburg 2003.

Im Verlag Alta Silva erschienen:

Dittmar Lauer
700 Jahre Burg Sommerau. Aus der Geschichte von Burg und Dorf, Kell am See 2003