Keller Annalen 2010

 

 

Januar

Zum 25. Mal

Der Neujahrsempfang

Es ist ein großer Schatz, den die Gemeinde mit den 25 Folgen der Keller Annalen angehäuft hat, sagte Beigeordneter Manfred Wischnewski als Vertreter von Landrat Günter Schartz. Und es ist die einzige Sammlung dieser Art im Land Rheinland-Pfalz. Dazu kann ich Sie nur beglückwünschen.

In der Feierstunde, an der rund 70 Gäste teilnahmen, unter ihnen Kommunalpolitiker der Region sowie Landtagsabgeordneter Bernhard Henter, Pastor Thomas Linnartz und Bürgermeister Werner Angsten.

Bezüglich der neuesten Ausgabe der Annalen lobte Ortsbürgermeister Markus Lehnen die umfangreichen Informationen und die eingearbeiteten Fotos. Eine akribische Leistung!

Für ein weiterhin gemeinsames Vorwärtsstreben in gewohnter Art sprach sich Bürgermeister Werner Angsten aus: Die Zusammenarbeit zwischen kommunalpolitischen Gremien und Vereinen verläuft konstruktiv.

Doch ein kritischer, aber auch optimistischer Rückblick auf das vergangene Jahr prägte die Veranstaltung. Hartnäckigkeit sei der Schlüssel zum Erfolg beim Bau der Ruwer-Radbrücke gewesen, erinnerte Lehnen. Es hat mir gezeigt, dass es sich lohnt, für eine Sache zu kämpfen, von der man überzeugt ist.

Ganz ohne fremde Unterstützung sei der Erfolg jedoch nicht eingetreten. Félix Boy Cloos aus Esch-sur-Alzette/Luxemburg habe mit einer Spende den Bau finanziell ermöglicht.

Aber auch die Erschließung des Neubaugebietes An der Fischerei und die Renaturierung des Dorfparks Dumpert seien Projekte, auf die man stolz sein könne.

Dittmar Lauer, der Herausgeber der Keller Annalen, wagte einen Rückblick auf die demografische Entwicklung der vergangenen Jahrzehnte und wies auf die geplante Verwaltungsreform hin. Wenn wir unsere Verbandsgemeinde erhalten wollen, müssen wir rechtzeitig Argumente sammeln und die Politik von deren Richtigkeit überzeugen.

Im Hinblick auf sein Engagement in der Kultur- und Geschichtswerkstatt wies Lauer auf zahlreiche Projekte hin, deren Fertigstellung die kommenden Jahre füllen werde. Diese intensive Arbeit hat auch bei mir Spuren hinterlassen. Ich würde mir wünschen, dass Kulturinteressierte mit mir gemeinsam diese Projekte erarbeiten, um dann dieses Erbe fortzuführen.

Die Veranstaltung wurde musikalisch umrahmt – schon traditionell – vom Sing- und Spielkrei unter Leitung von Karin Jäckels: Gitarre: Schwester Anna Gertraud, Ingrid Waschbüsch, Monika Wagner, Cilli Erschens, Margret Barth, Agnes Philippi; Querflöte: Nina Philippi, Karoline Hornetz und Monika Barth. 

Begrüßungsansprache des Vorsitzenden des Heimat- und Kulturvereins Kell am See:

Im vergangenen Jahr haben wir die Geburtsstunde des neuen Deutschland gefeiert, am 23. Mai 1949 wurde das Grundgesetz verkündet. Wir können nach diesen 60 Jahren mit großem Stolz und mit Bewunderung auf ein demokratisches Gemeinwesen blicken, das in der Geschichte der Deutschen einmalig und gefestigt ist.

Das verdeutlicht auch die Reaktion der Deutschen auf die weltweite Finanzkrise – eine Krise in bisher unbekanntem Ausmaße – denn wir stellen verwundert fest: Die Deutschen, denen man eine Neigung zur Apokalypse und Hysterie nachsagt, reagieren mit Augenmaß und Gelassenheit auf diese Krise. Keine Spur von Panik oder zum Extremen neigend – weder nach links noch nach rechts, kein Aufstand auf der Straße. So darf man vermuten, dass die Deutschen ihren Institutionen, ihrem Staat, ja auch der politischen Klasse vertrauen.

Dieses Vertrauen in die Gestaltungskraft ihrer Politiker ist bisher nicht erschüttert, so sehr man sich auch in diversen Talkshows, in endlosem Geschwafel selbsternannter Experten in verantwortungsloser Weise bemüht, unsere demokratisch gewählten Politiker als Ignoranten hinzustellen, als habe es die Weimarer Republik nicht gegeben.

In diesem Jahr können wir auf das Kriegsende vor 65 Jahren zurückblicken. Wir erinnern uns der deutschen Katastrophe, erinnern wir uns aber auch daran, wie diese Katastrophe begann, sie hat ihre Wurzeln auch darin, dass zu viele Menschen aller Gesellschaftsschichten die junge Demokratie nicht akzeptierten und ihre Repräsentanten ihrer politischen Reputation beraubten.

Die Kommunalwahlen im vergangenen Jahr haben für die Gemeinde Kell am See ein Ergebnis gebracht, dass sich niemand hat wünschen können. Es muss jeden echten Demokraten nachdenklich stimmen, wenn in einem 2.000 Einwohner großen Ort und einer Amtssitzgemeinde eine Partei 100% der Sitze erhält, weil nur eine Liste aufgestellt war.

Axel Munsteiner kommentierte dazu im Trierischen Volksfreund: Es ist ein Unding und verheerend für eine Demokratie, dass die Bürger keine Alternativen haben und eine Partei, gleichwie sie heißt und wie gut ihre Arbeit ist, allein herrschen kann. Damit schadet man dem ganzen Dorf.

Nur im Wettbewerb der Ideen, im fairen Streit um die Realisierung kommunaler Vorhaben und im ständigen Dialog mit den Bürgerinnen und Bürgern können wir unserer im Grundgesetz vor 60 Jahren festgeschriebenen demokratischen Verantwortung gerecht werden.

Das 1375 Jahre alte Kell wurde bei der Verwaltungsreform des Trierer Erzbischofs und Kurfürsten Balduin von Luxemburg Mitte des 14. Jahrhunderts Sitz einer sogenannten Pflege – man könnte sagen eines Unteramtes – des neuzugeschnittenen kurtrierischen Amtes Grimburg und blieb es über 450 Jahre lang. Während der französischen Okkupation und während der Zugehörigkeit zum französischen Kaiserreich behielt Kell diese Mittelpunktfunktion und wurde eine sogenannte Mairie, eine Bürgermeisterei also, wenige Jahre später ein preußisches Amt und mit der letzten territorialen Verwaltungsreform vor 40 Jahren Sitz der neuen, um die Hochwalddörfer des ehemaligen Amtes Saarburg-Ost erweiterten Verbandsgemeinde Kell bzw. Kell am See.

Nun steht wiederum eine Verwaltungsreform an. Das Erste Landesgesetz zur Kommunal- und Verwaltungsreform wird zur Zeit in den kommunalen Spitzenverbänden beraten und soll dann in das parlamentarische Verfahren eingebracht werden. Der Gesetzesentwurf setzt die Parameter für künftige Verbandsgemeinden fest: mindestens 12.000 (knapp 10.000) Einwohner, mehr als 100 (160) qkm Fläche und mehr als 15 (13) Ortsgemeinden (in Klammern die Daten unserer Verbandsgemeinde). Wenn diese Parameter streng eingehalten werden, besteht Gefahr, dass sich die Strukturen der Verbandsgemeinde ändern werden und Kell nach fast 700 Jahren seine Mittelpunktfunktion verliert. Wem kann daran gelegen sein? Wenn wir unsere Verbandsgemeinde erhalten wollen, müssen wir daher rechtzeitig Argumente sammeln und vortragen und die Politik von deren Richtigkeit überzeugen.

Zur neuen Radwegbrücke, dem beharrlichen Einsatz bei hartnäckigem Widerstand, der übrigens von Tag zu Tag – je mehr Radfahrer und Fußgänger, jung und alt, die Brücke gefahrlos, zügig und fröhlich überqueren – unverständlicher erscheint, will ich weiter nichts sagen – aber das war ja auch ausreichend – als dass wir, der Heimat- und Kulturverein, im Mai ein Bahnhofsfest arrangieren möchten, wozu wir bereits die feste Zusage des Historischen Fahrradvereins Opel in Rüsselsheim haben, die mit einer Anzahl von Oldtimer-Fahrrädern eine Attraktion darstellen werden, unterstützt von Freunden aus Luxemburg, die von Trier über die Radwegbrücke kommend am Historischen Bahnhof zu uns stoßen werden. Das Luxemburger Wort hat bereits einen ausführlichen Vorbericht angekündigt und so hoffen wir, dass viele Luxemburger nach Kell kommen, wobei wir ihnen mit Stolz und Zufriedenheit die Radwegbrücke als deutsch-luxemburgischen Brückenschlag vorführen können.

Von allem, was der Mensch baut und aufbaut, gibt es nichts Besseres und Wertvolleres als Brücken – diesem Wort des serbischen Schriftstellers Ivo Andric ist nichts hinzuzufügen. Dass wir den Brückenschlag aber realisieren konnten, ist letztendlich der großherzigen Spende von Félix Boy Cloos aus dem luxemburgischen Esch-sur-Alzette zu verdanken. Wir haben ihm in den Keller Annalen zwei Seiten gewidmet, auf denen wir den erfolgreichen Unternehmer, den fantasievollen Erfinder und talentierten Künstler als einen bescheidenen Menschen ohne Starallüren, aber mit einem großen Herz für Kinder vorstellen. Félix Boy Cloos selbst kann an dieser Veranstaltung nicht teilnehmen, ich freue mich aber über die Anwesenheit von Hans Hebben, der als enger Vertrauter von Félix Boy Cloos den Kontakt zwischen Luxemburg und Kell hergestellt hat.

Adalgisel Grimo, der fränkische Diakon aus dem 7. Jahrhundert, stand im vergangenen Jahr mehrmals im Mittelpunkt kultureller Veranstaltungen – ich erinnere an das kirchenmusikalische Konzert in unserer Pfarrkirche und an die Überreichung der Bronzetafeln am 30. Dezember, dem Tag der Testaments-Ausstellung vor 1375 Jahren. Es darf ruhig noch einmal wiederholt werden: Erstmals im Kreis Trier-Saarburg und darüber hinaus haben sich gleich vier Dörfer, die im Testament des Diakons erstmals urkundlich erwähnt werden, zusammengetan, um sich der gemeinsamen Geschichte zu erinnern.

In diesem Jahr werden wir gleich viermal an den fränkischen Diakon erinnert werden, wenn in den vier Ortsgemeinden die Bronzetafeln im Rahmen dörflicher Veranstaltungen enthüllt werden und diese – für jeden sichtbar – die gemeinsame Geschichte dauerhaft und nachhaltig dokumentieren und bewahren.

Die Arbeit in der Kultur- und Geschichtswerkstatt im Historischen Bahnhof geht kontinuierlich weiter und das zeigt sich nicht zuletzt in der Herausgabe von Büchern im vereinseigenen Verlag Alta Silva. Im vergangenen Jahr wurden zwei neue Bücher vorgestellt: ein reichlich bebilderter Gedichtband von Raimund Kläser und ein Buch von Berthold Müller über die Großfamilie Birtel aus Krettnich, deren Urahn – ein geschickter Unternehmer und Erzgrubenbesitzer – als Bauernkönig bezeichnet wurde.

Für die erste Jahreshälfte ist die Herausgabe von zwei Publikationen vorgesehen. Zum einen wird das Buch von Albert Lehnen, gut recherchierte Erinnerungen aus seiner Jugendzeit, erscheinen und zum anderen ein Buch über den 1965 verstorbenen Lehrer und Heimatschriftsteller Matthias Lang mit einer von Manfred Moßmann getroffenen Auswahl der besten Gedichte und Erzählungen in Mundart und Hochdeutsch und einem ausführlichen Lebensbild dees Schriftstellers von Dittmar Lauer.

Nicht vergessen werden die weiteren Vorarbeiten für die geplante Chronik der Gemeinde Hinzert-Pölert, auf deren Herausgabe man – und zwar in nicht allzu ferner Zukunft – in der Doppelgemeinde gespannt ist. Nach diesen Verpflichtungen werden wir die bereits vorgestellten Chronikbände unserer eigenen Gemeinde in der vorgesehenen Reihenfolge fertig stellen und herausgeben.

Für das begonnene Jahr 2010 wünsche ich Ihnen alles erdenklich Gute, dass das, was Sie sich wünschen, in Erfüllung gehen möge und Zuversicht in allem, was Sie begonnen haben und zu Ende bringen wollen, denn – nach dem Aphoristiker Werner Mitsch: Die Zuversicht ist ein Kräftigungsmittel für die Seele.

 

80 Jahre

Manfred Lang feiert Geburtstag

Manfred Lang, der jahrzehntelang in der Keller Kommunalpolitik an führender Stelle tätig war, konnte seinen 80. Geburtstag im Freundeskreis feiern. In Ansprachen und Grußadressen kam die Hochachtung zum Ausdruck, die der Jubilar nach wie vor genießt.

Auf eigenen Wunsch hatte Manfred Lang auf persönliche Geschenke und Zuwendungen verzichtet und statt dessen um Spenden für den Kindergarten St. Michael gebeten. So kam eine stattliche Summe in Höhe von 2.515 € zusammen, die Manfred Lang der Leiterin des Kindergartens, Schwester Maria-Regina, überreichen konnte. Die Spende wird für die Anschaffung besonderer Spielobjekte sowie für neues Mobiliar verwendet. Ein Teilbetrag der Spende von 400 € dient jedoch, im Sinne des Spenders, dem Kauf von Wolle für die Missionsstrickrunde im Schwesternhaus.

Das gesamte Team des Kindergartens gratulierte dem Jubilar Herrn Lang nachträglich sehr herzlich zu seinem Festtag und wünschte ihm von Herzen Gottes reichsten Segen und eine gute Gesundheit für noch zahlreiche glückliche Lebensjahre.

 

Timo Philippi gewinnt Lesewettbewerb

Der Börsenverein des Deutschen Buchhandels schreibt jedes Jahr einen Vorlesewettbewerb für die 6. Klassen aus, an dem auch die Realschule plus teilnahm. Dabei wird zunächst in jeder der drei Klassen ein Klassensieger ausgelesen. Bei der Abstimmung sind Schüler und Lehrer gleichermaßen stimmberechtigt. Die drei Klassenbesten müssen dann vor großem Publikum aus einem Buch ihrer Wahl und aus einem ihnen bisher noch nicht bekannten Buch Kostproben ihrer Vorlesekunst ablegen. Die Jury ermittelte als Schulsieger Timo Philippi, dem der Schulleiter Bernd Staudt und sein Stellvertreter Herbert Behres mit einem Buchgeschenk und einer Urkunde gratulierten.

 

100 Jahre

Magdalena Lang älteste Frau

Einen seltenen Geburtstag konnte Magdalena Lang geb. Heyer im Kreise ihrer Familienangehörigen begehen: Sie wurde 100 Jahre alt und ist damit die älteste Frau in der Gemeinde. Sie wohnt bei ihrer Tochter gleichen Namens, die ihre Mutter seit Jahren pflegt und betreut.

Die im Jahre 1910 geborene Jubilarin, die Jüngste von zehn Kindern, hatte 1936 den Landwirt Johann Lang geheiratet. Der Bauernhof der Familie Lang stand dort, wo heute die Heizungs- und Sanitärfirma HWH (der ehemalige X-Markt) ihr Geschäft hat. Neben der Landwirtschaft eröffnete Magdalena Lang den Kolonialwarenladen, den schon ihre Schwiegermutter betrieb, später aber aufgegeben hatte, wieder.

Zu den zahlreichen Gratulanten fanden sich in Vertretung des Landrats Günther Schartz der Erste Beigeordnete Dieter Schmitt, Bürgermeister Werner Angsten und Ortsbürgermeister Markus Lehnen ein.

Zwei Monate später ist die hundertjährige Magdalena Lang gestorben. Sie wurde unter großer Anteilnahme zu Grabe getragen.

 

Jasmin I. und Cacey I.

Unter dem Motto Auf hoher See mit Callida – Fastnacht wie’s bis heut‘ nicht war eröffnete der Karnevalsclub Callida die bevorstehende Session. Witterungsbedingt musste die Proklamation im Gasthaus Zum Friedlichen Landmann vorgenommen werden. Die spannende Frage nach dem neuen Prinzenpaar lüftete – begleitet vom Musikverein Concordia – Sitzungspräsident Klaus Marx: Es sind in diesem Jahr Jasmin I. und Cacey I., die die närrische Schar sogleich begrüßten, wobei der Prinz den Vogel abschoss, indem er in Kennedy-Manier erklärte: Eisch seien en Keller!

 

Heimatverein Hasborn zu Besuch

Etwa zwanzig Vorständler und Mitglieder des Heimatvereins Hasborn besuchten die Geschichtswerkstätte im Historischen Bahnhof, um sich über ihre Ortsgeschichte zu informieren. Sie zeigten sich überrascht von den zahlreichen Archivalien-Kopien mit Hasborner Betreffen, die in den Archivkisten abgelegt sind. Hasborn gehörte bis etwa 1800 zum kurfürstlichen Amt Grimburg und ist daher mit dessen Geschichte sehr eng verknüpft.

 

Callida auf Kreuzfahrt

Sie waren in den letzten Jahren schon im Märchenland, im wilden Westen, im Morgenland oder auf der Alpen-Alm. Doch in dieser Session legen die Keller Karnevalisten sogar noch eins drauf und erobern die sieben Weltmeere. Auf hoher See mit Callida - Fastnacht wie's bis heut nicht war, lautet diesmal ihr Motto, und passend dazu haben sie bei ihrer Prunksitzung fast 500 Zuhörer zu einer vierstündigen Kreuzfahrt mit dem Traumschiff Callida begrüßt. Klar: Mit den Garden im Gefolge ist es zunächst dem ehrwürdigen Elferrat vorbehalten, pünktlich um 20.11 Uhr mit donnerndem Applaus Alaaf olé in die Sporthalle einzuziehen, an Bord zu marschieren und die Kapitänsbrücke - einen eigens neben der Bühne aufgebauten Ozeanriesen - zu besetzen. Die Kommandanten stellen schon gleich klar: Auf dieser Kreuzfahrt ist Frohsinn angesagt, und deshalb waren für Politiker keine Plätze mehr auf der Callida frei. Für die hohen Herren haben wir lieber Fünf-Sterne-Suiten auf der Titanic reserviert, verkündet Edgar Thielen. Dann aber werden die Segel gesetzt und das Narrenschiff nimmt in den folgenden vier Stunden volle Fahrt auf.

Zunächst stehen natürlich die wichtigsten zwei Passagiere im Mittelpunkt, und der Keller Karnevalsklub huldigt seinem Prinzenpaar Jasmin I. und Cacey I. Letzterer erobert die Herzen des Narrenvolks im Sturm, weil er sich an seinen berühmten Landsmann John F. Kennedy erinnert und immer, wenn der Text seiner deutschen Rede zu schwer wird, mit stolzgeschwellter Brust betont: Ich bin ein Keller!

Ein Ticket auf der Callida haben sich auch zwei ältere Damen (Aloys Stüber und Edith Lehnen) gesichert, die mit dem Rollator aus dem Keller Seniorenheim ausgebüxt sind und nun über längst verflossene Zeiten sinnieren, als ihnen die Männerwelt noch zu Füßen lag.

Unter den Passagieren gibt es aber auch etliche skurille Gestalten. So steigen der Clochard Reinhard Lorenz, der Paul-Panzer-Imitator Sebastian Thielen oder der greiliche Norbert Stüber in die Bütt. Sie schwadronieren über Gott und die Welt, wobei es auf Deck auch mal schlüpfrig werden kann. Mit Vorliebe wird natürlich über das aktuelle Dorfgeschehen im Heimathafen Kell getratscht und manche Berühmtheit in der Bürgerschaft durch den Kakao gezogen. Johannes Reitz und Klaus Marx wird beispielsweise das beinahe unendliche Warten auf's neue Feuerwehrhaus nun doch zu bunt, und deshalb versuchen sie, aus Styropor-Platten selbst eins zu bauen.

Besonders genüsslich weiden sich die Keller aber am Schicksal ihrer lieben Nachbarn aus Schillingen, in deren Halle nun doch tatsächlich und ganz ohne Witz durch einen Wasserrohrbruch Land unter herrscht. Das hätte zwar zum Keller Karnevalsmotto gut gepasst: Aber bevor wir unsere Prunksitzung in Schillingen machen, wird Käpt'n Ahab von Moby Dick wieder ausgespuckt, frozzelt Edgar Thielen.

Eins wird aber bei dieser Kreuzfahrt auch deutlich: So richtig schlagen die Wogen der Begeisterung meistens dann hoch, wenn getanzt wird. Denn es sind vor allem die fulminanten Auftritte der Hof- und Prinzengarde, des Funkenmariechens Katharina Klaeser und des Männerballetts, die das Publikum zum stürmischen Applaus beim Karneval auf hoher See animieren.

Mitwirkende: Jasmin I. und Cacey. I. (Prinzenpaar), Edgar Thielen (Einleitung), Klaus Marx (Sitzungspräsident) und Elferrat (Seemannschor), Rainer Lauer und Mechthild Stumm (silbernes Prinzenpaar), Nobert Stüber, Johannes Reitz, Sebastian Thielen, Reinhard Lorenz, Aloys Stüber und Edith Lehnen (Büttenreden), Katharina Klaeser (Funkenmariechen), Männerballett (Leitung Saskia Lehnen), Hofgarde (Leitung Franziska Marx und Dorothee Waschbüsch), Prinzengarde (Leitung Jasmin Barthel), Gast-Prinzenpaare aus Schillingen, Reinsfeld und Greimerath, Musikverein Concordia (Bordkapelle)

 

Herrensitzung bei Callida

Mehr als 150 närrische Männer erlebten über vier Stunden ein prall gefülltes Programm bei der Herrensitzung im Saal Zum Friedlichen Landmann. Zahlreiche Beiträge, Gesang und deftige Tänze zeichneten einen männerfreundlichen, aber dennoch nicht frauenfeindlichen Nachmittag aus.

Besonders viele Ovationen erhielt Paul Panzer alias Sebastian Thielen, der auch in diesem Jahr wieder bewies, dass er sich in Optik und Vortrag unmittelbar am Original bewegt.

 

Februar

Rektor Walter Stephan im Ruhestand

Mit einem bunten Programm unter dem Motto Zirkus Fantastico haben die 112 Kinder der Grundschule Schillingen ihren Rektor Walter Stephan in den Ruhestand verabschiedet. Bei der Feierstunde in der Schulsporthalle waren auch das Lehrerkollegium sowie das frühere Lehrer-kollegium mit den Schulleitern Bernd Morgen und Josef Meyer, Pastor Thomas Linnartz, Bürgermeister Werner Angsten sowie die Ortsbürgermeister von Kell am See, Heddert und Schillingen (Markus Lehnen, Josef Wagner und Markus Franzen) dabei.

Es ist heute ein besonderer Tag, sagte Lehrersprecher Manfred Rommelfanger. Nicht nur die Ausgabe der Zeugnisse stehe an, sondern auch die Verabschiedung des Schulleiters, Walter Stephan, der 20 Jahre an der Grundschule Schillingen als Lehrer tätig war. Es war ein großer Bahnhof für den scheidenden Rektor, der nun in die Passivphase der Altersteilzeit tritt. Gemeindereferentin Anita Ludwig, die Kindergartenleiterinnen der Kindergärten aus Kell am See und Schillingen, die Schulleiter aus den benachbarten Grundschulen der Verbandsgemeinde, aber auch die Vertreter der Realschule plus mit dem früheren Schulleiter Alfons Bonerz waren der Einladung gefolgt. Für den Schulelternbeirat kamen Sarah Bärwinkel-Alten und Johannes Reitz, für den Förderverein Klaus Lofi.

Unter dem Motto Zirkus Fantastico führten alle Klassen der Grundschule ein kurzweiliges und attraktives Programm vor, das die vielen Facetten einer lebendigen Schule aufzeigte. Regierungs-schuldirektorin Margret Meier ließ die wichtigsten Ereignisse Revue passieren und blickte auf das Lebenswerk des Schulleiters zurück. Seine beruflichen Stationen hätten den gebürtigen Saarländer über das Landesheim für Gehörlose und Schwerhörige Trier, die Hauptschule Kell am See, die Grund- und Hauptschule Trier-Ruwer 1987 bis in die Grundschule Schillingen geführt. Das Wohl der Kinder hätte bei dem beliebten Lehrer stets im Vordergrund gestanden.

Stephan habe Spuren hinterlassen, sagte die Schulaufsichtsbeamtin. Mit Einfühlungsvermögen und einer Portion Organisationstalent habe er gestaltet und mitgestaltet und seine Arbeiten erfolgreich umgesetzt. Werte seien vorgelebt worden.

Die Grundschule Schillingen habe nicht zuletzt wegen der guten Arbeit von Stephan in der Öffentlichkeit ein gutes Image, sagte Bürgermeister Werner Angsten. Die Bildung habe insgesamt in der Verbandsgemeinde einen guten Stellenwert. Er überreichte dem scheidenden Pädagogen ein Bild, gemalt von Ursula Stimmler aus Züsch, Ehefrau Gabriele erhielt eine Orchidee. Der Personalratsvorsitzende, Manfred Rommelfanger, bedankte sich für die kollegiale Zusammenarbeit zwischen dem Lehrerkollegium und Rektor Walter Stephan.

Primus inter pares – Erster unter Gleichen – so habe er seine Schulleitung verstanden. Stephan sei ein Multitalent gewesen und habe in dem interdependenten Feld von teilweise widersprüchlichen Interessen der Schüler, Eltern, des Schulträgers und der Kollegen vermitteln und Kompromisse schließen können.

 

Kindergarten plus

Wir bedanken uns alle ganz herzlich beim Lions-Club Hochwald, der dieses Projekt mit seinen Kosten in Höhe von 750 Euro in jedem Jahr möglich macht, verkündete Ordensschwester Maria Regina. Der Club kümmert sich, nachdem er bereits in den vergangenen Jahren die Patenschaft für das Programm Kindergarten plus übernommen hatte, auch in diesem Jahr um die Einrichtung in Kell am See.

Präsident Jürgen Emmerich gab eine Übersicht über das Programm, das die kindliche Persönlichkeit stärken soll und sich an vier- bis fünfjährige Kinder in Kindertageseinrichtungen richtet. Es bestehe aus neun Bausteinen, die in einer extra dafür zusammengestellten Gruppe im Zeitraum eines halben Jahres durchgeführt werden. Ziel sei es, die soziale, emotionale und geistige Bildung der Kinder, darunter Fremdwahrnehmung, Einfühlungsvermögen, Kommunikations- und Konfliktfähigkeit, Wahrnehmung von Selbstwirksamkeit und Eigenkompetenz, Motivations-, Leistungs- und Beziehungsfähigkeit zu stärken und zu fördern.

An den neun Vormittagen geht es um die Themen Körper, Sinne, Gefühle, Beziehungen, Grenzen und Struktur. In Spielen, Übungen, Gesprächen, Liedern und mit kreativen Methoden werden die Kinder angeleitet, sich selbst und andere mit ihren speziellen Eigenarten und Gefühlen bewusst wahrnehmen und ausdrücken zu können, sagte Sandra Walther, die speziell ausgebildete Trainerin des Keller Kindergartens. Den Eltern werde durch Kindergarten plus vermittelt, dass sie für den Bildungserfolg ihres Kindes eine herausragende und unersetzliche Rolle spielen. Parallel zum Programm mit den Kindern erhalten sie speziell gestaltete Elternbriefe, in denen sie über die Inhalte der Module informiert werden.

Kindergarten plus wird über Programmpaten finanziert. In vielen Fällen wie auch am Beispiel Kell am See sei dies ein Lions Club, erklärte Emmerich. Er habe Kindergarten plus, das von der Deutschen Liga für das Kind entwickelt wurde, in sein Förderprogramm aufgenommen.

Es beinhaltet neun Module für die Kinder, zehn Elternbriefe mit Informationen und Anregungen parallel zu den Themen sowie pädagogische Materialien für die Erzieherinnen und Trainerinnen. Die beiden Handpuppen Tula und Tim sind den Erzieherinnen zur Nachbereitung der Module eine große Hilfe. Zwei Elternabende zur Vor- und Nachbereitung des Programms mit Eltern und Erzieherinnen runden das Programm ab.

 

Rathaus wird gestürmt

Auch im Rathaus in Kell ist gegen die geballten karnevalistischen Sturmtruppen aus der gesamten Verbandsgemeinde kein Kraut gewachsen. Hausherr Werner Angsten und seine getreuen Verwaltungsmitarbeiter sehen sich Aug in Aug mit einer kostümierten Putschisten-Schar. Die Aufständischen kommen vom heimischen Karnevalsklub Callida, aus Greimerath, Mandern, Schillingen-Heddert, Lampaden und Zerf.

Dem alterfahrenen Bürgermeister wird schnell bewusst: Hier ist jeder Widerstand zwecklos, die Zeit seiner Regentschaft ist vorbei, und es bleibt ihm nichts anderes übrig, als vorläufig abzudanken. Das macht Angsten aber nur, indem er sich in Galgenhumor flüchtet und seinen närrischen Nachfolgern zuruft: Nehmt den Rathaus-Schlüssel und geht hin, in unserer Kasse ist sowieso nichts drin!

 

Bezirksparteitag in der Kulturhalle

In der Sport- und Kulturhalle fand der CDU-Bezirksparteitag statt. Wichtigster Tagesordnungspunkt war die Neuwahl des Bezirksvorstandes. Der bisherige Vorsitzende Michael Billen hatte schon im Vorfeld signalisiert, dass er nicht mehr kandidieren würde. An seine Stelle wurde Patrick Schnieder, Bürgermeister der Eifel-Verbandsgemeinde Arzfeld und Vorsitzender der KPV im Bezirk Trier gewählt.

Hauptredner war der CDU-Landesvorsitzende Christian Baldauf. Ein Grußwort sprach u.a. auch der CDU-Ortsvorsitzende Horst Glessner.

 

Horst Zimmert neuer SV-Vorsitzender

Letzte Amtshandlung: Volker Klaeser begrüßte die Mitglieder zur Jahreshauptversammlung des SV Kell und zog in seinem Bericht nicht nur einen Rückblick auf das vergangene Geschäftsjahr, sondern auch auf seine gesamte Amtszeit als Vorsitzender. Es seien sehr arbeitsintensive und bewegte Jahre gewesen. Wie Klaeser stellte sich auch der zweite Vorsitzende, Detlef Schmitz, nicht wieder zur Wahl. Tina Reichert gibt die Leitung der Turnabteilung in andere Hände ab.

Der Sportverein hat rund 670 Mitglieder und bietet eine Vielzahl an sportlichen Möglichkeiten. Die Bilanz fiel bei allen Abteilungen positiv aus.

Auf der Tagesordnung stand die Neuwahl des Vorstandes. Der Sportkreisvorsitzende und Ehrenvorsitzende des SV Kell, Felix Jäger, übernahm die Versammlungsleitung. Auf Vorschlag des alten Vorstandes wurde Horst Zimmert einstimmig zum neuen ersten Vorsitzenden des Sportvereins gewählt. Zuvor stellte sich Zimmert der Versammlung vor und machte deutlich, dass er als neuer Vorsitzender ein Augenmerk auf alle Abteilungen des SV legen werde. Eine besondere Aufgabe, die auf Zimmert in seinem ersten Amtsjahr zukommt, ist das Jubiläumsfest im August, das der Verein anlässlich seines 90-jährigen Bestehens feiert. Die Fußballabteilung wird in Zukunft ein Schwerpunkt des neuen zweiten Vorsitzenden und des Abteilungsleiters Fußball sein.

Den neuen Vorstand, der ohne Gegenstimme gewählt wurde, bilden: erster Vorsitzender: Horst Zimmert; zweiter Vorsitzender: Thomas Kohler; Geschäftsführer: Martin Reichert; Kassenwart: Markus Hau; Jugendleiter: Udo Müller; stellvertretender Jugendleiter: Rüdiger Backes; Beisitzer: Gabi Behres, Hannah Stephan, Holger Weiland, Christian Glessner.

Die neugewählten Abteilungsleiter: Basketball: Jan Schmitt, Stellvertreter: Jochen Stephan; Fußball: Marco Justinger, Stellvertreter: Christian Glessner; Schach: Manfred Hornetz, Stellvertreter: Winfried Klaeser; Tischtennis: Alfons Eibel, Stellvertreter: Peter Kirchen; Turnen: Elke Jungblut, Stellvertreterin: Tina Reichert.

 

Karnevalsumzug in Schillingen

Die Ortschaften Kell am See und Schillingen führen ihre Umzüge gemeinsam durch, wobei sie von Jahr zu Jahr den Umzugsort wechseln. Das wirkte sich auch in diesem Jahr wieder auf Quantität und Qualität aus. Schillingens Ortsbürgermeister Markus Franzen, der eigens für diesen Tag veranlasst hatte, dass auf den Straßen im Ortsmittelpunkt eine Bodenheizung verlegt worden war, verkündete die Teilnehmeranzahl: 42 geschmückte Wagen und bunte Fußgängergruppen hatten sich gemeldet und sparten nicht mit Kamellen und anderen Süßigkeiten. Zahlreiche Fußbälle wurden zur Freude der Kleinen von einem Wagen hoch in die Luft geschossen. Der Fänger konnte den Ball sein Eigen nennen.

Die Karnevalsgruppen befassten sich, wie nicht anders zu erwarten, auch mit dem geplanten Steinbruch bei Mandern, den die Hedderter gerne gegen ihre übel riechende Hühnerfarm tauschen würden.

Pokalschreck Jugendfeuerwehr Schillingen strebt dagegen die Weltmeisterschaft an. Für Aufsehen sorgte die Hedderter Eisenbahn, die bereits in der Kappensitzung großen Beifall heraufbeschworen hatte.

 

KS-Logistic&Services

Auf einem Hallenareal von 5000 Quadratmetern sind seit kurzem in Kell über 1000 Teile von der kleinen Unterlegscheibe bis zum größeren Rohr deponiert, die alle einem Zweck dienen. Die Logistiker sind für die laufende Materialversorgung eines Automobilzulieferers im Hochwald – so die offizielle Sprachregelung - zuständig. Gemeint ist damit das Bilstein-Werk. KS übernimmt also die Beschaffung, Lagerung und Anlieferung der kompletten Palette an Teilen, die in Mandern für die Stoßdämpferherstellung nötig ist. Die Spedition soll demnach dafür garantieren, dass beim Autozulieferer die Produktionskette nicht wegen fehlender Teile abreißt. Über ein eigens eingerichtetes EDV-System, so Konze, erhält sein Unternehmen direkt vom Autozulieferer die Nachricht, für welche Materialien Bedarf besteht. Sechs bis sieben LKW-Fuhren gehen täglich von der Keller Halle zum Werk nach Mandern raus. Außerdem kommen laut Konze bis zu zehn LKW täglich an, um aus ganz Europa die für die Stoßdämpferproduktion nötigen Teile in Kell anzuliefern und zwischenzulagern.

Früher sei die Logistik für das Manderner Werk von Trier aus von einer anderen Firma gesteuert worden. Wegen der größeren Nähe habe sich der Automobilzulieferer aber für die Verlagerung der Logistik nach Kell entschieden und seinem Unternehmen den Zuschlag gegeben, so Konze im TV-Gespräch. Circa 500 000 Euro habe KS in die Einrichtung der Halle am neuen Standort im Hochwald investiert. In etwa gleicher Höhe hat sich Vermieter Geiger an baulichen Veränderungen – etwa der Installation der neuen Laderampe – finanziell beteiligt.

Möglicherweise will Konze die Aktivitäten von KS in Kell noch ausweiten. Wir überlegen ernsthaft, inwiefern wir unser Dienstleistungsangebot auch anderen Kunden in der Region Trier und in Luxemburg anbieten werden, sagt der Geschäftsführer von KS.

Für Ortsbürgermeister Markus Lehnen wäre das wünschenswert. Er sei aber schon heute froh, dass im früheren Türenwerk wieder etwas läuft, eine Halle schon wieder genutzt wird und es keine leer stehende Ruine mitten im Ort gibt. Klar sei aber auch, dass die Kommune nach der Ansiedlung von KS darauf hofft, dass weitere Folgefirmen nach Kell kommen. Dort oben sind ja noch andere Hallen frei, sagt Lehnen.

 

Ehrennadel für Karl-Heinz Willger

Der Ministerpräsident Kurt Beck hat Karl-Heinz Willger die Ehrennadel des Landes Rheinland-Pfalz verliehen. Im Rahmen einer Feierstunde in der Kreisverwaltung überreichte Landrat Günther Schartz eine Urkunde und die Ehrennadel. Er hob die herausragenden Leistungen Karl-Heinz Willgers hervor, vor allem im musikalischen Bereich. Seit 1972 sei er im Vorstand des heimischen Musikvereins Concordia, davon alleine 16 Jahre als erster Vorsitzender und 12 Jahre als Stellvertreter. Seit Gründung im Jahre 1990 stehe er dem Verbandsgemeinde-Orchester als Dirigent vor. Dem Ortsgemeinderat hat Karl-Heinz Willger angehört. Als Initiator des größten Projektes in der Vereinsgeschichte, dem Umbau des Millenhauses zu einem Vereinshaus, habe er sich ebenfalls große Verdienste erworben.

Den Glückwünschen des Landrates schlossen sich Bürgermeister Werner Angsten und der erste Beigeordnete Horst Glessner an.

 

Angebot erweitert

Hier werden die Menschen nicht einfach so geparkt, versichert die Leiterin des DRK-Seniorenzentrums Kell am See, Sigrun Bergtold, gegenüber Heidi Hans-Sadowsky, die ihre Mutter, Klara Hans, als erste Nutzerin des neuen Tagespflegeangebotes in die Einrichtung brachte. Vier neue sogenannte Präsenzkräfte stehen nun zur Verfügung. Auf Vorlieben bei Speisen und Getränken, Interessen sowie körperliche Bedürfnisse gehen die Kräfte ein, um den Aufenthalt angenehm und integriert in den Alltag der anderen Heimbewohner zu gestalten.

Als pflegende Angehörige hat man es nicht leicht, bestätigt die Tochter der 85-Jährigen. Heidi Hans-Sadowsky muss rund um die Uhr für ihre Mutter da sein. Stehen beispielsweise Einkäufe an, muss Ersatz gefunden werden. Ich habe immer ein schlechtes Gewissen, wenn ich aus dem Haus gehe, beklagt die Tochter.

Das ist jetzt anders, denn sie weiß ihre Mutter zweimal die Woche im Seniorenzentrum in guten Händen und kann dann selbst einmal ausspannen. Die 52-Jährige pflegt ihre Mutter seit 2006. Zum Glück muss ich sie noch nicht heben, erklärt sie. Aber sonst muss bei allen Tätigkeiten der Seniorin jemand dabei sein. Auf Dauer stresse das so, dass Gefahr besteht, selbst krank zu werden.

Bis Sommer letzten Jahres hatten wir noch keine Präsenzkräfte, erläutert Heimleiterin Bergtold. Die normalen Pflegekräfte seien jedoch mit dieser zusätzlichen Aufgabe überlastet gewesen. Die neuen Mitarbeiterinnen wie Erna Rimpler sind speziell für den Umgang mit alten und demenziell Erkrankten ausgebildet worden. Abwechslungsreich sollen die Tage im Seniorenzentrum gestaltet werden. Da läuft schon mal eine Platte von Zarah Leander, es wird vorgelesen oder Karten gespielt.

Das Langzeitgedächtnis funktioniert bei den älteren Leuten meist noch sehr gut, bestätigt Rimpler. Gerne erzählen die Bewohner von früher. In die Planung des Tageablaufes werden alle Nutzer mit einbezogen. Die Angehörigen werden fachlich beraten, damit die häusliche Pflege lange möglich bleibt.

 

Schäden durch Xynthia

Leicht in Mitleidenschaft gezogen hat Xynthia den Hochseilgarten im Freizeitbereich Arenswie-se. Laut Betreiber Oliver Goerke haben sich zwei Bäume, an denen Plattformen befestigt sind, durch den Orkan geneigt. Die Plattformen werden an anderen Bäumen installiert und der Parcours umgelegt. Wir sind glimpflich davongekommen, sagt Oliver Goerke. Die Wiedereröffnung sei durch die Schäden nicht gefährdet.

 

März

Highway to Kell zum Siebten

Seit September vergangenen Jahres hat Markus Hau mit seinem sechsköpfigen Team die siebte Auflage des Festivals Highway to Kell organisiert. Als sowohl die Heavy- Rocker Rammstein als auch Metallica neue CDs herausbrachten, standen die beiden Tribute-Bands fest: Moretalli-ca aus Trier und nach zwei Jahren erneut Feuerengel aus Bremen.

Mehr als 100 Helfer wurden mobilisiert - vom Sicherheitsdienst über die Besetzung der Küche, der Sektbar, diverse Getränkeschlepper sowie einen Thekendienst. Wichtig ist diesmal wieder der Brandschutz, scherzte Hau in Anspielung auf die Show der Band Feuerengel später am Abend. Doch die Brandbekämpfer wussten, was auf sie zukommt. 1200 Besucher, und keineswegs nur Jugendliche, wollten das nicht verpassen.

Los ging es schon am Tag zuvor mit einem Menschenkicker-Turnier. Da hatten drei Generationen Spaß, freute sich Hau. Turniersieger wurden Die Bombastischen aus Kell.

Moretallica, das ist eine lustige Truppe mit Andreas Adam (Gesang und Gitarre), Stefan Zender (Schlagzeug), Jürgen Hein (Bass) und Oliver Marmann (Lead-Gitarre), die sich als Tribute-Band der Heavy-Metal-Musik von Metallica verschrieben haben. Das ist glaubwürdige Musik mit viel Tempo – wie im richtigen Leben, meinte Andreas. Das auf der Bühne zu spielen, sei ein befreiendes Gefühl, fügte er hinzu und zeigte die Tattoos einiger Plattencover auf seinem Körper. Er hat Metallica sozusagen immer dabei.

Wer Feuerengel nach der Besetzung fragt, bekommt nur Vornamen: Boris (Gesang), Thorsten (Keyboards), Christoph (Schlagzeug), Daniel (Gitarre), Florian (Gitarre) und Holger (Bass). Letzterer besuchte 1997 ein Rammstein-Konzert und gründete danach spontan die Coverband Feuerengel. Ganz frische Songs wie Waidmannsheil und Liebe ist für alle da wurden authentisch interpretiert. Doch dafür allein besucht niemand ein Feuerengel-Konzert, denn wie bei den Originalen geht es stets heiß her. Flammenwerfer, Explosionen und Feuersäulen unterstreichen den donnernden Sound. Da wird schon mal Keyboarder Thorsten in einem riesigen Kochtopf per Flammenwerfer von Sänger Boris ein wenig gegrillt.

Wir haben ein eigenes Pyrotechnik-Team. Sonst wäre das verboten, erklärte Florian und betonte stolz: Da ist noch nie ein Unfall passiert. Sein Urteil zum Konzert: Das Publikum ist unwahrscheinlich gut drauf. Ein echt geiler Abend.

 

Erste Radstation im Hochwald

Mit der Fertigstellung des Ruwer-Hochwald-Radweges hat sich der Stellenwert des Radtourismus innerhalb der Verbandsgemeinde Kell am See grundlegend verändert. Einhergehend mit diesem generellen-Wandel und einer wachsenden Nachfrage nach radtouristischen Angeboten hat sich auch die örtliche Hotellerie diesem Wachstumssegment angepasst und bietet verstärkt radspezifische Angebote und Dienstleistungen an. So hat das Hotel Zur Post in Kell am See, welches bereits im vergangenen Jahr einen Mountainbike-Verleih aufgebaut hat, die Wintermonate genutzt, um seine Angebotspalette für radsportinteressierte Gäste umfassend zu erweitern. Pünktlich vor Beginn der anstehenden Saison lud Familie Krämer zur Eröffnung der ersten Hochwälder Radstation ein.

Diese umfasst, neben dem bereits bestens angelaufenen MTB-Verleih, nun auch den Verleih von zwei Elektro-Bikes und eine Indoor-Radstation, in der hoteleigene Gäste, aber auch Gruppen aus der Umgebung wetterunabhängig ihre Fitness verbessern und sich auf die Rad-Freiluft-Saison vorbereiten können.

Darüber hinaus kann man sich am dort installierten Computer eigene Radtourenvorschläge ausdrucken und, nach einer schweißtreibenden Spinningrunde, gar die Annehmlichkeiten einer Massage genießen. Die Physiotherapeutin Ines Geibel-Pazen steht nach Absprache für die Wander- und Radfahrgäste des Hotels in den neuen Räumlichkeiten zur Verfügung.

 

Drei neue Familienbücher

Volles Haus in der Alten Mühle, denn zahlreiche Bürger aus der Region hatten sich eingefunden, um der Präsentation des neuen Werkes von Heribert Scholer beizuwohnen.

Gleich drei Bücher hat Scholer in den vergangenen drei Jahren fertiggestellt und dabei Erfassungsdaten für die Ortschaften Kell am See, Mandern/Waldweiler und Schillingen/Heddert verarbeitet.

Seine Arbeit mit den Daten der Bürger aus der Region beschreibt Scholer selbst so: Ich erfasse komplette Kirchenbücher über Geburts- und Sterbedaten bis zum Jahr 1899 zum Zweck der Erfassung von Familien- und Standesamts-Daten. Auch Standesamtsbücher aus dieser Zeit werte ich aus. Was danach kommt, unterliegt allerdings dem Datenschutz und darf von mir nicht berücksichtigt werden.

Heribert Scholer besorgt sich für sein Schaffen aus den einzelnen Ortschaften und Pfarreien die Kirchen- und Standesamtsbücher, deren Eintragungen in den meisten Fällen allerdings in lateinischer Sprache vorgenommen wurden.

Den einzelnen Personenpassagen entnimmt er die erforderlichen Daten wie Namen und Vornamen sowie Geburts-, Tauf- und Heiratsdaten und überträgt diese in ein Computerprogramm. Nach Komplettierung der Personendaten einer Ortschaft wird das Ergebnis schließlich als Buch gebunden.

Über 40 fertige Bücher aus über 100 Ortschaften aus der gesamten Region von der Saar über den Hunsrück bis zur Mosel mit den Daten unzähliger Personen hat Scholer in der Vergangenheit bereits erstellt.

Für die Erfassung der Daten hatte Bürgermeister Werner Angsten dem Autor extra einen Raum innerhalb der Verbandsgemeinde zur Verfügung gestellt, in dem Scholer ungestört seiner Arbeit nachgehen konnte.

Karl Oehms, Leiter der Bezirksgruppe Trier für Genealogie, gab den interessierten Zuhörern Einblicke in die Handhabung der Bücher, wobei er zahlreiche Zitate aus der damaligen Zeit einbrachte, um die Arbeitsweise der Kirchen und Standesämter zu verdeutlichen. So sei zum Beispiel ein Kind gestorben dem Johannesen, das gerade noch trinkend an der Brust lag und von der Mutter, die eingeschlafen ist, versehentlich erstickt worden ist.

Ein solch enormer Arbeitsumfang, der von Scholer ehrenamtlich geleistet wird, bedarf eines toleranten Partners. Meine Frau Marga ist mit dem, was ich tue, einverstanden und unterstützt mich, wenn es möglich ist.

 

Fleischerei Schmitt feiert

Im Jahre 1995 übernahm der Fleischermeister Franz-Josef Schmitt den Betrieb der ehemaligen Fleischerei Geisen in Niederkell einschließlich der Filialen in Kell und Pluwig. Nachdem die beiden Söhne Thomas und Bernd mitarbeiten, ist die Fleischerei Schmitt zu einem richtigen Familienbetrieb mit nunmehr 15-jähriger Tradition geworden.

90 % unserer Produkte stellen wir selbst her, betont Clementine Schmitt, die jeden Dienstag und Freitag auch auf dem Viehmarkt in Trier ihre Waren anbietet. Und: Als besonderen Service bieten wir Jägern an, das von ihnen erlegte Wild fachgerecht zu zerlegen und portionsweise zu verpacken, so der Inhaber Franz-Josef Schmitt.

Insgesamt 17 Mitarbeiter in der Produktion und im Verkauf sorgen für einen reibungsfreien und kundenfreundlichen Ablauf in den Fleischerläden.

 

Die Dorfchronik Hinzert-Pölert...

...macht Fortschritte. Der Keller Dittmar Lauer, der die Chronik erstellt, referiert im Hinzerter Bürgerhaus über den Stand seiner Recherchen. Die Chronik soll im November 2011 erscheinen.

Hinzert war bis zum Ende des alten Reiches um 1800 mit dem Nonnen- und Benediktinerkloster Pfalzel verbunden, während in Pölert der Trierer Stadtadel über Grundbesitz verfügte. Dittmar Lauers Ausführungen über die Geschichte zog 50 Besucher im Hinzerter Bürgerhaus in den Bann. Im November 2011 soll die Chronik erscheinen. Auf Einladung von Ortsbürgermeister Markus Schmitt informierte Lauer über den Stand seiner Recherchen. Sein Resümee: Unterschiedlicher kann die Geschichte der beiden Orte nicht sein. Während Hinzert erst als Grundbesitz einer weiblichen Klostergemeinschaft in Nonnweiler zur Existenzsicherung beitrug und um das Jahr 1040 einem männlichen Stift zugesprochen wurde, wird der Grundbesitz in Pölert erstmals bei einem Mitglied der Trierer Adelsfamilie Palatio im Jahre 1267 erwähnt. Später tauchte der Pölerter Grundbesitz noch bei anderen Adligen auf.

Der Chronist zeigte den Besuchern seiner Präsentation zahlreiche Dokumente, angefangen von jahrhundertealten Landkarten und Urkunden, auf denen Hinzert noch Hintzerath hieß, hin zu Postkarten und Fotos. Lauer will die Einwohner von Hinzert und Pölert nach Namen von Personen auf Bildern und alten Flurbezeichnungen fragen. Auch ist er bei seinen Recherchen auf ein bleiernes Kreuz gestoßen, über das er Informationen sucht. Dem Konzentrationslager Hinzert will Lauer angemessenen Platz einräumen. Jedoch gebe es darüber ausreichend Literatur. Auch den Kriegstoten von Hinzert und Pölert widmet sich Lauer. Ich will jedem Gefallenen ein Gesicht geben.

Angetan waren die Besucher von den Ergebnissen der Recherchen. Mechthild Heib aus Pölert fand den Vortrag hoch interessant. Monika Willems aus Hinzert hat viel Neues erfahren über die Entwicklung des Dorfes. Letztlich spricht sie aus, was alle Besucher im Bürgerhaus offensichtlich denken: Es ist hoch interessant. Ich freue mich jetzt schon auf die Chronik.

 

Musical Magics in Kell

Leiden mit Evita und Miss Saigon, lachen über die sangesfreudigen Sister Act-Nonnen, wohlige Schauer genießen, wenn der kleine Horrorladen seine Pforten öffnet oder der Tanz der Vampire seinen betörenden und faszinierenden Charme entfaltet – all das versprachen die Veranstalter im Vorfeld, und 500 Musical-Freunde schenkten dieser Aussage Glauben. Sie taten gut daran, denn das, was das Ensemble von Musical Magics unter der Leitung von Michael Thinnes und der Regie von Marion Wilmer, einer der Stars des Aufgebotes, in einem Non-Stop-Musical-Medley bot, war allererste Sahne.

Willmer begeisterte ihr Publikum in den unterschiedlichsten Hauptrollen an großen Musical-Bühnen in ganz Europa. Zu ihren größten Erfolgen zählen die Musicals Das Phantom der Oper, Cats oder Die Schöne und das Biest. Michael Franic fungierte als wortgewandter Conférencier und schlüpfte ganz nebenbei in die verschiedensten Rollen, dabei in seine Paraderolle des Grafen von Krolock.

Zu den professionellen Klängen des Live-Orchesters, das aus Platzgründen ausnahmsweise hinter einem zweiten Vorhang Platz nehmen musste, brillierte das perfekt aufeinander abgestimmte Ensemble mit herausragenden Tänzern und auf stimmlich höchstem Niveau angesiedelten Sängern. Temporeiche Tanzszenen, mehr als 200 Kostüme, fantasievolle, nicht überladene Kulissen und Lichteffekte begleiteten eine Show, die noch lange in Erinnerung bleiben wird.

 

Große Investitionen

Die Kosten für die geplante Mini-Soccer-Anlage und die nötige Infrastruktur mit Gastronomie, Terrasse, Toiletten, Parkplätzen und einer späteren Caravan- Stellfläche hat der Ortsgemeinderat Kell jetzt strikt voneinander getrennt.

Von den förderfähigen Kosten für die Mini-Soccer-Anlage in Höhe von 400.000 € bekommen wir 60 Prozent vom Wirtschaftsministerium in Mainz, freut sich Ortsbürgermeister Markus Lehnen. 160.000 € müssen von der Gemeinde selbst finanziert werden.

Lehnen weiß auch schon, woher das Geld kommen soll. Aus dem Kurbeitrag, der im letzten Jahr rund 100.000 € brachte, werden pro Jahr bis zu 30.000 € so lange abgezweigt, bis alles bezahlt ist. Die 160.000 €-Spende des Luxemburger Unternehmers Félix Boy Cloos würde zwar da genau passen, wird vom Rat aber für das notwendige Gastronomiegebäude mit Terrasse, Toiletten und Biergarten eingeplant.

12.000 € kommen dann noch von einer Brauerei. Die Planung kostet uns nichts, aber es werden noch 18.000 Euro Eigenleistung notwendig, rechnete Ratsmitglied Dittmar Lauer (CDU) vor. Nur mit dieser Ausstattung könne die Ortsgemeinde die Anlage in der Arenswiese (dem früheren Märchenwaldgelände) in Gang bringen.

Zusammen mit der Mini-Soccer-Anlage wird ein Haus mit Gastronomie und Toilettenanlage entstehen. Das geplante Haus soll später auch Zentrum für den Caravanplatz und alle umliegenden Tourismusangebote sein.

Wir werden hier ein Highlight auf den Weg bringen, sagt Ratsmitglied Johannes Reitz euphorisch. Das Freizeitprojekt lässt sich mit einem Minigolf-Parcours vergleichen. Die Spieler müssen an den verschiedenen Stationen ihre Geschicklichkeit beweisen, aber mit dem Fußball.

Aber nicht nur der Kurbeitrag müsse für das Gastronomiegebäude herangezogen werden, sondern auch die künftigen Pachteinnahmen aus der Anlage. Das neue Gebäude soll 19,50 Meter lang und 6,50 Meter breit werden. Eine Terrasse mit einer Tiefe von vier Metern bietet Platz nicht nur für die Nutzer der Mini-Soccer-Anlage. Alle Touristen, die Kell besuchen, sollen etwas von dem neuen Haus haben.

Die Kommunalaufsicht muss noch zustimmen, macht Lehnen deutlich. Die Behörde stehe dem Vorhaben aber positiv gegenüber. Es seien Projekte, die Kell im Tourismusangebot weiter hervorheben. Auch für das Feriendorf sei die Attraktion wichtig und außerdem: Die Konkurrenz schläft nicht. Johannes Reitz forderte eine Rentabilitätsberechnung. Ins gleiche Horn stieß das fraktionslose Ratsmitglied Horst Zimmert.

Wir können bei der Finanzierung auf unseren Kurbeitrag bauen, denn der darf nur für die touristische Infrastruktur eingesetzt werden und ist nicht umlagepflichtig, erklärte Lehnen.

Der Ortsgemeinderat erkannte die Planung und Finanzierung der Soccer-Anlage an. Ein Planungsauftrag wurde vergeben, vorausgesetzt die Kommunalaufsicht des Landkreises stimmt zu.

 

Begeistert von der Lesenacht

Kinder der Klasse 3 an der Schillinger Grundschule haben mit den Eltern und ihrem Klassenlehrer Herr Classen eine Lesenacht veranstaltet. In der Schülerbücherei bauten die Schüler ihre Betten auf. Danach starteten sie zu einer Nachtwanderung, die rund eineinhalb Stunden dauerte und sie zum frisch angelegten Grillplatz in der Nähe des Schillinger Sportplatzes führte. Dort erwarteten sie bereits einige Eltern mit heißem Tee und einem Lagerfeuer, auf dem sie ihre mitgebrachten Würstchen grillen konnten. Während diese vor sich hin brutzelten, lasen zwei Mütter eine spannende Geschichte vor.

Im Anschluss daran machten die Drittklässler sich über die köstlichen Würstchen her. Frisch gestärkt bedankten sie sich ganz herzlich bei den Eltern und machten sich auf den Rückweg zur Schule. Dort angekommen spielten sie in der Aula ein Ratespiel und starteten eine Lesestaffel, bei der die Kinder abwechselnd aus einem von ihnen selbst ausgesuchten Buch vorlasen. Gegen zehn Uhr zogen sie ihre Sportsachen an und veranstalteten ein Fairplay-Fußballturnier, bei dem jede Mannschaft nicht nur Punkte für Siege und Unentschieden, sondern auch für faires Verhalten auf dem Spielfeld sammeln konnte. Als die meisten um Mitternacht ziemlich in den Seilen hingen, beschlossen sie, das Turnier am folgenden Morgen im Sportunterricht zu Ende zu spielen. Danach machten sich die Schüler bettfertig und jeder durfte noch so lange mit der Taschenlampe lesen, bis er einschlief. Am nächsten Morgen in der Frühe bereiteten die Eltern ein leckeres Frühstück vor.

 

Astrid Roden neue Vorsitzende

Bei der Jahreshauptversammlung des Sportvereins Spiridon Hochwald wurde ein neuer Vorstand gewählt. Die Vorsitzende Birgit Heinen stellte ihr Amt zur Verfügung. Zur neuen Vorsitzenden wurde Astrid Roden gewählt, die seit 2008 als zweite Vorsitzende die Vorstandsarbeit schon kennen gelernt hat. Die AbteilungWalking wird nun wieder von Martha Heinzel übernommen, die dieses Amt bereits von 2000 bis 2008 inne hatte. Neu in den Vorstand wurde als Beisitzer Norbert Thome gewählt. Für das laufende Jahr plant Spiridon im Frühjahr eine Wiederholung des Laufanfängertrainings von null auf eine Stunde. Das wichtigste See Event im Vereinsgeschehen findet im September statt: Bei der 15. Auflage des Spiridon-Volkslaufes wird es erstmalig einen Marathon im Angebot geben.

 

Hohe Auszeichnung für Ferdi Heib

Im Rahmen des Delegiertentages des Kreisfeuerwehrverbandes in Pellingen konnte Ferdi Heib die Silberne Ehrennadel des Landesfeuerwehrverbandes verliehen werden. Kreisfeuerwehrinspekteur Ortwin Neuschwander und der Vizepräsident des Landesfeuerwehrverbandes überreichten die hohe Auszeichnung.

 

Musikverband Trier-Saarburg

Vorsitzender und Ehrenvorsitzender

Zum letzten Mal hatte Landrat Günther Schartz zur jährlichen Mitgliederversammlung des Musikverbandes Trier-Saarburg eingeladen. Er stellte sein Amt zur Verfügung, weil er am 14. März in Rodenbach bei Kaiserslautern zum neuen Präsidenten des Landesmusikverbandes Rheinland-Pfalz e. V. gewählt worden war. Als seinen Nachfolger hatte er das langjährige Mitglied des Vorstandsteams und bisherigen Stellvertreter Erwin Berens aus Mandern-Niederkell vorgeschlagen, dessen Wahl einstimmig erfolgte. Zu einem seiner Stellvertreter wurde – ebenfalls einstimmig – Heinz Schmitz gewählt.

Eine Überraschung gab es für Landrat Schartz zum Schluss der Veranstaltung. Sein Nachfolger verkündete den Beschluss, ihm den Ehrenvorsitz des Kreismusikverbands zu verleihen und setzte dieses sogleich in die Tat um. Einige Präsente sollen Schartz an die Zeit seines Wirkens erinnern.

Erwin Berens hob die besonderen Verdienste und das langjährige Engagement seines Vorgängers im Amt hervor. Er bedankte sich für die exzellente Zusammenarbeit, die sehr harmonische Führungsarbeit und die erfolgreiche Realisierung vieler wichtiger zukunftsweisender Projekte in den vergangenen 14 Jahren unter dem Vorsitz von Schartz.

 

Brand im Millenhaus

Ein Brand im Millenhaus, dem Vereinsheim des Musikvereins Concordia, war das angenommene Szenario einer Übung der Wehren aus Grimburg, Wadrill und Kell am See.

Rauch quillt aus den teils gekippten Fenstern. Der Musikunterricht ist beendet, einige Kinder befinden sich noch im Inneren.

Ein Nachbar hat die Feuerwehr alarmiert, die kurz darauf eintrifft. Noch während die Retter aus Kell am See ihrer Arbeit nachgehen, werden sie von den Wehren aus Grimburg und Wadrill unterstützt.

Dem guten kameradschaftlichen Verhältnis ist es zu verdanken, dass diese Wehren in unregelmäßigen Abständen gemeinsam üben, sagt Einsatzleiter Kurt Waschbüsch. Es sei nicht die erste Gemeinschaftsübung gewesen. Waschbüsch koordiniert die Aufgaben der drei Wehren, die wie ein eingespieltes Team wirken. Atemschutzträger bergen verletzte Kinder aus dem Inneren des Gebäudes, die angrenzenden Häuser werden durch Wasserwände vor dem Übergreifen des Feuers geschützt. Verkehrsregelung, Gewährleistung der Wasserversorgung und die Brandbekämpfung laufen Hand in Hand.

So gibt es dann bei der anschließenden Manöverkritik im Feuerwehrhaus auch großes Lob von Waschbüsch. Wichtig ist, dass man sich nicht nur mit den Wehren in der gewohnten Umgebung gut versteht, sagt der Wehrführer. Es können sich durchaus Situationen ergeben, in denen man froh ist, auf Wehren außerhalb der gewohnten Umgebung zurückgreifen zu können.

 

Glückwunsch zum Abitur

Am Friedrich-Spee-Gymnasium Trier hat Nelly Süßenguth, die auch mit dem Preis der Gesellschaft für bildende Kunst für besondere Leistung ausgezeichnet wurde, das Abitur bestanden. Und am Gymnasium Hermeskeil: Manuel Eiden, Janine Esch, Sandra Kalles, Mona Koltes, Theresa Marx, Christopher Petry, Judith Schneider und Lea Stanik. Am Wirtschaftsgymnasium in Trier: Fabian Wittkowsky. Wir gratulieren allen herzlich.

 

Aus der Ortsgemeinde...

Ortsbürgermeister Lehnen informiert den Rat über die überarbeitete Finanzierung der Mini-Socceranlage. Es wird eine Trennung vorgenommen für den förderfähigen Bereich (reine Mini-Socceranlage) und die nicht förderfähigen Teilanlagen (Gastronomie, Sanitäranlagen, abwassertechnische Erschließung und Grunderwerb).

Der Förderbetrag bezieht sich nur noch auf die reine Mini-Socceranlage. Die Kosten für diese Anlage betragen ca. 400.000 €, davon 60 % Förderung (=240.000 €). Der verbleibende Eigenanteil der Gemeinde beträgt 160.000 € und wird mit Einnahmen aus Kurbeiträgen finanziert. Die Kurbeiträge werden ab 2012 in notwendigem Umfang erhöht.

Die Kosten für die nicht-förderfähigen Teilanlagen sind mit ca. 170.000 € veranschlagt und werden durch die Spende des Herrn Cloos abgedeckt. Außerdem sind mögliche Pachteinnahmen aus der Verpachtung des Gaststättenbetriebes zur Ausfinanzierung dieser Teilanlagen heranzuziehen.

Das Ratsmitglied Dittmar Lauer stellt dem Rat einen Vorentwurf der geplanten Gaststätte incl. Toilettenanlage vor. Die Bauantragsunterlagen werden demnächst fertiggestellt und der Kreisverwaltung in Trier ebenfalls zur Genehmigung vorgelegt.

Nach einer eingehenden Aussprache fasst der Gemeinderat folgenden einstimmigen Beschluss: Der Rat erkennt die von der Verwaltung aufgestellte, überarbeitete Finanzierung der Mini-Socceranlage sowie des Gastronomiebetriebes mit Toilettenanlage an. Die Planung der Gaststätte mit Toilettenanlage wird dem Architekten Frank Lempges in Auftrag gegeben. Die Durchführung der Maßnahmen soll nach Genehmigung des Förderantrages durch das Ministerium sowie vorbehaltlich der Prüfung und Zustimmung der Kommunalaufsicht erfolgen.

Die Ortsgemeinde Kell am See plant im Industriegebiet Grammert eine Photovoltaikanlage zu errichten. Im Hinblick auf die geplante Senkung der Energie-Einspeisevergütung soll die Anlage zügig erstellt werden.

Ortsbürgermeister Lehnen informiert den Rat über die vorgesehene Maßnahme und ein in Koblenz stattgefundene Besprechung mit dem Geschäftsführer des Bürgerservice Trier, Horst Schneider, sowie einigen Vertretern der Ortsgemeinde in der Anwaltskanzlei Kunz, Fachanwälte für kommunales Recht. Nach eingehender Beratung werden vom Rat einstimmig folgende Beschlüsse gefasst: Die Ortsgemeinde Kell am See gründet eine GmbH, um als Antragsteller für die
Errichtung von Photovoltaikanlagen im Industriegebiet Grammert auftreten zu können.

Workshop im Historischen Bahnhof

Vertreter von 13 Hochwaldgemeinden haben an einem Workshop der Kreisvolkshochschule und des Kreisarchivs teilgenommen, der zu mehr Bewusstsein im Umgang mit Zeitzeugnissen führen und das Erstellen von Chroniken erleichtern soll.

Getroffen hat sich der Workshop im Domizil des wandelnden Geschichtsbewusstseins der Region, Dittmar Lauer, der im Alten Bahnhof Kell große Teile seines Archivs aufbewahrt. Wer nach geschichtlichen Quellen sucht, den lädt Lauer in seine Schatzkammer ein: Das wird immer noch zu wenig genutzt.

Alte Akten, das ist doch nur Altpapier, mit dieser Ansicht einiger Zeitgenossen kommt der Kreisarchivarin Barbara Weiter-Matysiak das Grausen. Vor Vertretern aus 13 Hochwald-Gemeinden machte sie deutlich, wie wertvoll das Altpapier für ein möglichst lückenloses Geschichtsbild in der Zukunft sein kann.

Das haben wir alles auf die Kippe gefahren, musste sich die Historikerin schon häufiger nach dem Umbau von Schulen in Bürgerhäuser anhören. Dabei können Schularchive wahre geschichtliche Fundgruben sein. Das gleiche gilt für Dachböden alter Häuser.

Das richtige Gespür dafür, was ein Dokument der Gegenwart ist, das in spätestens zwei Generationen Geschichte lebendig hält, sollte bei den Bürgermeistern, Beigeordneten und historisch Interessierten geweckt werden.

Die Kreisarchivarin legte auch einen Fahrplan für die Vorbereitung einer Chronik oder eines Heimatbuches vor: Erst einmal eine Bibliothek besuchen, dann erst ein Archiv.

Der Leiter der Kreisvolkshochschule, Rudolf Müller, sieht die erste Quelle im modernen Internet. Unter  www.rlb.de, der Seite der rheinland-pfälzischen Bibliografie seien Dokumente und Aufsätze bis ins Jahr 1900 abrufbar. Es gehe grundsätzlich um die Bewahrung der Identität der Heimat.

Über den richtigen Umgang mit Archivalien und deren sachgerechte Aufbewahrung vor Ort sprach Dr. Bernhard Schmitt aus Greimerath, von Beruf Archivar im Bistumsarchiv in Luxemburg. Zum Thema EDV-Einsatz im Umgang mit historischen Dokumenten referierte Daniel Karl aus Igel, ebenfalls als Archivar im Bistumsarchiv Luxemburg tätig.

Der Vorsitzende des Kreisheimatvereins, Dittmar Lauer, betonte die Wichtigkeit einer breiten Vernetzung von Heimatforschern im ganzen Kreisgebiet. Er führte die Teilnehmer des Workshops in fachkundiger Weise durch die Bibliothek und das Archiv im Historischen Bahnhof, erläuterte die dort von ihm angelegten umfangreichen Sammlungen und bot für alle heimatkundlich Interessierten Unterstützung bei der Recherche an.

Alle Teilnehmer des Workshops zeigten sich beeindruckt von der Qualität der im Historischen Bahnhof Kell am See geleisteten Sammlungstätigkeit. Die anwesenden Ortsbürgermeister aus dem Hochwald-Raum versicherten ihre Unterstützung für das Anliegen der fachgerechten Sicherung von historisch bedeutsamen Archivalien vor Ort. Auch Bürgermeister Michael Hülpes von der Verbandsgemeinde Hermeskeil und der Erste Beigeordnete der Verbandsgemeinde Kell am See, Josef Leineweber, sagten ihre Mithilfe zu. Es komme besonders darauf an, ehrenamtlich tätige Heimatforscher für die Betreuung örtlicher Bestände zu gewinnen, war sich die Runde einig.

 

April

90 Jahre Musikverein Concordia
Mit dem Marsch Jubelklänge eröffnete das 60-köpfige Orchester unter der musikalischen Leitung von Klaus-Thomas Massem das Jubiläumskonzert vor rund 350 Zuhörern. Fast so alt wie dieser Marsch aus dem Jahr 1926 ist unser Verein, verkündete Moderator Karl-Heinz Willger und wagte einen chronologischen Streifzug durch die Vergangenheit des Vereins.

So erfuhr das interessierte Publikum, dass bereits in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts ein Spielmannszug existierte, der vermutlich von heimkehrenden Soldaten des napoleonischen Heeres gegründet, um die Jahrhundertwende jedoch wieder aufgelöst wurde. 1912 wurde ein weiterer Versuch zur Neugründung unternommen. Da viele Männer unserer Gemeinde damals in den Kohle- und Erzgruben an der Saar und in Lothringen ihren Lebensunterhalt verdienten, entstand eine Bergmannskapelle. Der Erste Weltkrieg bereitete diesem jungen Verein jedoch ein jähes Ende.

Ein erneuter Gründungsversuch wurde 1920 von mehreren Musikern der ehemaligen Bergmannskapelle unterstützt, zumal noch einige Instrumente aus dieser Zeit vor dem Krieg vorhanden waren. Die restlichen Musik-instrumente mussten von den Musikern selbst gekauft werden, in der damaligen, sehr armen Zeit, oftmals unter großen finanziellen Belastungen. Manches Stück Rindvieh musste verkauft werden, um Instrumente zu finanzieren, erzählt die Chronik. Anderthalb Jahre später wurde von dem damaligen Pastor Weber ein zweiter Musikverein mit dem Namen Cäcilia gegründet, der dem Kirchenchor angeschlossen war. Wegen finanzieller Probleme trennten sich die Musiker vom Kirchenchor und machten sich selbstständig. Die beiden Musikvereine Triumph und Cäcilia wetteiferten miteinander auf hohem Niveau, lösten sich aber in der Nazizeit auf. 1938 wurde ein erneuter Versuch unternommen, aber die Einberufung vieler aktiver Musiker zum Militärdienst machte auch dieses Bestreben wieder zunichte. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde ein Gemeindeorchester gegründet, dem man später den Namen Concordia gab. Unter diesem Namen hat der Musikverein bis heute zahlreiche Erfolge zu verzeichnen.

Aufzeichnungen mit Rundfunkanstalten, Tonträgerproduktionen, traditionelle Jahreskon-zerte und zahlreiche Konzertreisen zeugen bis heute von der musikalischen Leistungsfähigkeit des Orchesters, das es auch bei diesem Konzert wieder unter Beweis stellte.

 

Blitzschachturnier

16 Teilnehmer im Alter von 7 bis über 50 Jahren haben am Karfreitags-Blitzschachturnier des Sportvereins im Vereinslokal Zum Fried-lichen Landmann teilgenommen. Die Organi-satoren des Turniers, Abteilungsleiter Manfred Hornetz, Jugendtrainer Frank Görgen und Wertungsrichter Karl-Heinz Keil zeigten sich sehr zufrieden mit der Beteiligung und den Ergeb-nissen.

In 15 Durchgängen spielte jeder gegen jeden. Es war nicht nur ein Kampf gegen den Gegner, sondern auch gegen die Uhr. So hatte jeder Spieler nur 5 Minuten Zeit, die entscheidenden Züge zu setzen. Es gab spannende Spiele, bei denen die Teilnehmer eine hohe Konzentration bewiesen. Trotz aller Anspannung herrschte eine gute Stimmung bei diesem mehr als dreistündigen Turnier.

Sieger wurde Frank Görgen vom Postsportverein Trier, Zweiter Michael Konz. Die weiteren Platzierungen der Keller Schachspieler: 5. Siegfried Duhr, 6. Michael Grundhöfer, 7. Christopher Kramkowski, 8. Martin Klaeser, 9. Lukas Hans und 10. Johannes Huwer, 12. Alexander Engel, 13. Jonas Hans, 14. Manuel Eiden, 15. Peter Kopp, 16. Niklas Engel. 

Aus der Ortgemeinde...
Auf der Tagesordnung stand erneut die geplante Photovoltaikanlage. Die Gemeinde kann bis zu einem Investitionsvolumen von ca. 4,8 Millionen € selbst als Bauherr einer Photovoltai-kanlage auftreten. Dies setzt jedoch die Gründung einer GmbH voraus. Die rechtlichen Schritte sind mit dem Anwaltsbüro Kunz in Koblenz besprochen. Die Finanzierung der Maßnahme ist mit der Kommunalaufsicht in Trier ebenfalls erörtert worden. Weitere Gespräche insbesondere mit beteiligten Banken werden in den nächsten Tagen noch geführt.

Der Fraktionssprecher der CDU-Fraktion, Johannes Reitz, sieht in dem Bau der Photovoltaikanlagen eine gute Einrichtung für die Ortsgemeinde, da hierdurch bisher kaum zu vermarktende Industrieflächen zur Stromer-zeugung und somit Gewinnerzielung durch die Ortsgemeinde genutzt werden. Bisher haben diese Flächen erhebliche Kosten durch die Zahlung von wiederkehrenden Beiträgen für die VG-Werke verursacht (rd. 340.000 € in den letzten Jahren).

Dieser Einschätzung schließt sich Ratsmitglied Dittmar Lauer an und ergänzt, dass auf Grund der durchgeführten Rentabilitätsberechnungen mittel-fristig mit einem finanziellen Gewinn gerechnet wird, mit dem andere gemeindliche Projekte realisiert werden könnten. Er betont, dass die Ortsgemeinde Eigentümer des Geländes bleibt und daher jederzeit die Möglichkeit bestehe, bei Bedarf wieder Industrieflächen zur Verfügung stellen zu können.
Ratsmitglied Horst Zimmert stellt ebenfalls heraus, dass eine Rentabilität der Photovoltaik-anlagen im Industriegebiet Grammert anhand der vorliegenden Wirtschaftlichkeitsberechnung zu erwarten sei und signalisiert seine Zustimmung.
Der Geschäftsführer des Bürgerservice, Horst Schneider, gibt einen kurzen Überblick über den organisatorischen Ablauf der Maßnahme. Er informiert den Rat, dass der Bürgerservice als regionales Unternehmen bereits mehrere Projekte in der Region realisiert hat. Bei den Rentabilitätsberechnungen wird immer, auch für die geplante Anlage in Kell am See, von einer konservativen Planung ausgegangen. Die bereits realisierten Maßnahmen zeigen, dass die tatsächlichen Erträge über der vorgenommenen Planung liegen und insofern von einer gesicherten Finanzplanung gesprochen werden könne. Der vorgesehene Generalunternehmer hat zugesichert, die Anlage bis Ende Juni ans Netz zu bringen, damit die Ortsgemeinde als Anlagenbetreiber die derzeitige Einspeisungsvergütung erhält. Nur unter dieser Voraussetzung würde der Auftrag erteilt.
Projektleiter Edelbert Bach gibt dem Rat eine Übersicht über die Umsetzung und die technischen Daten der vorgesehenen Photovoltai-kanlage. Die Anlage wird eine Kapazität von zwei Megawatt haben. Die Laufzeit einer solchen Anlage ist mit 35 Jahren veranschlagt, so dass auch nach der vorgesehenen Ausfinanzierung der Maßnahme (ca. 20 Jahre) mit Gewinnerträgen zu rechnen ist, die von der Gemeinde für andere Projekte eingesetzt werden können.
Im Anschluss daran beantworten die Vertreter des Bürgerservice die Fragen der Ratsmitglieder. Ortsbürgermeister Lehnen erläutert die Schritte zur Gründung der kommunalen GmbH.
Der Gemeinderat beschließt auf Antrag des Ortsbürgermeisters, das Gründungskapital der GmbH in Höhe von 26.000 € (für Stammeinlage und Stammkapital) in den Haushalt der Orts-gemeinde aufzunehmen. Die Beschlussfassung erfolgt einstimmig.
 

Mai

Ehrungen beim Musikverein

Zur Feier des 90-jährigen Bestehens des Mu­sikverein Concordia Kell am See hatten die Mu­siker ins Vereinshaus geladen. Dabei wurden langjährige aktive Mitglieder ausgezeichnet. Für 50 Jahre wurden geehrt: Walter Rausch, Werner Laux und Karlheinz Barthel; für 40 Jahre: Walt­raud Rausch, Norbert Stüber, Egon Waschbüsch und Thomas Blatt; für 30 Jahre geehrt wurden Georg Hans, Udo Jungblut, Markus Lehnen und Stefan Lörsch; für 20 Jahre Jasmin Barthel, Sa­bine Lehnen, Karl-Heinz May und Corina Rich­ter. Zehn Jahre dabei sind Stephanie Hauschild, Christopher Kramkowski, Matthias Lehnen, Carsten Rausch, Michael Willger, Sina Bromba­cher, Janine Esch und Judith Schneider. Außer­dem wurden 15 Jugendliche mit dem silbernen, sieben Jugendliche mit dem goldenen Jugendeh­renabzeichen geehrt. Waltraud Rausch wurde als erste Frau in der 90-jährigen Geschichte des Mu­sikvereines zum Ehrenmitglied ernannt.

 

Mitgliederversammlung beim HuK

In der Mitgliederversammlung des Heimat- und Kulturvereins im Historischen Bahnhof wurde Dittmar Lauer als erster Vorsitzender bestätigt. Er gehört als Gründungsmitglied dem Vereinsvor­stand seit 42 Jahren an, davon seit 30 Jahren als Vorsitzender. Als neue Stellvertreterin wählten die Mitglieder Renate Krames, die auch das Amt der Kassenwartin weiterhin innehat. Rosalinde Kuhn steht als Schriftführerin auch künftig zur Verfügung. Ortsbürgermeister Markus Lehnen gehört dem Verein als geborenes Mitglied eben­falls an.

Die Berichte des Vorsitzenden und der Kas­senbericht fanden die Zustimmung der Mitglieder. Dabei wurden besonders die Jugendfreizeitanlage Layenkaul und der Historische Bahnhof herausge­stellt. In dem unter Denkmalschutz stehenden Ge­bäude hat der Verein in Kooperation mit dem Kreisheimatverein und der Vereinigung der Hei­mat- und Geschichtsfreunde im Hochwaldraum eine gutausgestattete Kultur- und Geschichts­werkstatt eingerichtet, die inzwischen in der Re­gion bekannt ist und deren umfangreiche heimat­kundliche und regionalgeschichtliche Bibliothek von Geschichtsinteressierten benutzt wird.

 

Vom Luftsportverein

Mit Loopings und kunstvollen Drehungen ha­ben sie den Himmel über Kell erobert: Rund 20 Segelkunstflieger aus Rheinland-Pfalz, Hessen, Nordrhein-Westfalen und dem Saarland haben sich auf dem Fluggelände in der Hochwaldge­meinde auf die Deutsche Meisterschaft und die diesjährige Weltmeisterschaft in Finnland vorbe­reitet. Die Piloten Michael Bach, Ralf Thomas und Philipp Hilker vom Luftsportverein Hoch­wald Kell sowie der österreichische Nationaltrai­ner und Schiedsrichter der Internationalen Kunstflugkommission, Steff Hau, hatten dieses hochkarätig besetzte Treffen nach Kell am See geholt. Die Zuschauer auf dem Segelfluggelände konnten die Sportler bei über 100 Trainingsflügen bestaunen.

Den ersten Tag der Zusammenkunft hatte Steff Hau, Vorsitzender des Fördervereins Segelkunst­flug Rheinland-Pfalz, für Neuwahlen des Ver­einsvorstands genutzt. Dabei wurde Hau im Amt des ersten Vorsitzenden bestätigt, zweiter Vorsit­zender wurde Bernd Holhäuser. Neuer Geschäfts­führer ist Philipp Hilker, Kassierer wurde Rainer Philippi. Die Versammlung beschloss ebenfalls, einen Kunstflug-Segler (SZD 59) zu kaufen, so­bald die Finanzierung gesichert sei.

Darüber hinaus kündigte der Vorsitzende an, dass einige Vereinsmitglieder an der Deutschen Meisterschaft und Flieger Bastian Pause an der WM in Finnland teilnehmen werden. Auch Steff Hau selbst, der mittlerweile in der Rangliste des Weltluftsportverbands (FAI) für Segelkunstflug den ersten Platz belegt, wird mit Harro Renth als Assistent in Finnland an den Start gehen.

 

Omas und Opas im Kindergarten

Bei Kaffee und Kuchen trafen sich auf Einladung der Kindergartenleitung mit Unterstützung des Elternbeirates zahlreiche Omas und Opas in der Turnhalle des Kindergartens St. Michael. Kleinere Beiträge der Kinder trugen zur Unterhalten bei. Eine schöne Idee, auch mal die Omas und Opas einzuladen und sie am Kindergartenleben teilnehmen zu lassen, fanden die Anwesenden.

 

Bürgerdienste im Pfarrhaus

Auf Grund der sehr beengten Raumverhältnisse im Verwaltungsgebäude mietete die Verbandsgemeinde das ehemalige Pfarrhaus an, um dort den Fachbereich 3 – Bürgerdienste – unterzubringen.

Nach kurzer Umbau- und Renovierungszeit konnten die neuen Räume am Herrenmarkt bezogen werden. Fachbereichsleiter Bürgerdienste ist Ludwig Hoff, für die Sparten Sozialversicherung und Wohngeld (Franz Becker), Standesamt und örtliche Ordnungsbehörde (Stefanie Michels und Annette Jost) und Einwohnermeldeamt, Pässe und Personalausweise (Doris Wagner und Helmut Lauer), außerdem – teilweise dem Fachbereich 1 zuzuordnen – die Sparten Organisation, Schulen, Jugendpflege, Vereine, Grundsicherung, Asylangelegenheiten (Andreas Roth). Der Jugendpfleger der Verbandsgemeinde Michael Binder ist ebenfalls im Pfarrhaus untergebracht.

Das Pfarrbüro und die Räumlichkeiten der Kolpingfamilie werden wie bisher benutzt.

 

Aus der Ortsgemeinde

Der neue Solarpark...

Es war eine Sache von einer Viertelstunde: Der Ortsgemeinderat hat in einer Dringlichkeitssit­zung die Voraussetzungen für die zügige Fertig­stellung der fast fünf Millionen Euro teuren Photovoltaikanlage im Gewerbegebiet geschaffen. Der Rat stimmte dem Abschluss eines Pachtver­trags zwischen der Kommune (als Besitzerin der Fläche) und der Solarpark Kell am See GmbH (als Betreiberin der Anlage) zu. Die Gemeinde ist ein­zige Gesellschafterin der kürzlich gegründeten Solarpark GmbH, ihr Geschäftsführer ist der je­weilige Ortsbürgermeister. Dieser hatte die Sit­zung kurzfristig einberufen, weil es ohne Pacht­vertrag keine Kredite von der Bank gibt, die den Bau der Anlage finanzieren. Eile und die Freigabe von flüssigem Geld ist aber geboten: Denn die Arbeiten für die Installation des Solarparks haben bereits begonnen.

Derzeit werden vom Unternehmen Solibra So­lar Solutions GmbH in Lahnstein im Gewerbege­biet die Pfosten in den Boden gerammt, die später als Unterkonstruktion die fast 14.000 Sonnenkol­lektoren tragen sollen. Bis Ende Juni sollen diese Module komplett montiert sein. Schon in einem Monat könnte dann aus Kell Sonnenstrom ins öf­fentliche Netz eingespeist werden. Die Zwei-Me­gawatt-Anlage sei so leistungsstark, dass sie etwa so viel Strom produziert, wie alle 850 Haushalte im Ort in einem Jahr verbrauchen. Die jährlichen Erträge der Photovoltaikanlage werden auf 540.000 Euro geschätzt. Damit kann die Ge­meinde mit dem bislang weitgehend brachliegen­den Gewerbegebiet endlich Geld verdienen. Bis­her habe das Gelände den Haushalt der Kommune durch wiederkehrende Beiträge und Zinsen stark belastet. Aus der Kostenfalle wird also eine echte Einnahmequelle, so der Ortsbürgermeister. Nach seiner Rechnung wird man die Photovoltaikanlage durch den Verkauf des Sonnenstroms in 15 Jahren komplett an die Bank zurückgezahlt haben.

 

...und die neue Mini-Soccer-Anlage

Direkt vor der Ratssitzung hatte es an anderer Stelle den Spatenstich für ein zweites wichtiges Projekt in Kell gegeben. Im direkt neben Stausee und Feriendorf gelegenen Freizeitzentrum Arenswiese wurde mit dem verfallenen Märchen­waldgelände ein bisheriger Schandfleck praktisch dem Erdboden gleichgemacht. Dort beginnen nun die Arbeiten für den Bau der Minifußballanlage. Laut Planer Christoph Heckel besteht dieser bun­desweit einzigartige Spielplatz aus drei Kompo­nenten. Wichtigstes Element ist ein Geschicklich­keitsparcours mit zehn Stationen. Ähnlich wie beim Minigolf müssen die Spieler mit kleinen Fußbällen Hindernisse bewältigen und etwa beim Schweizer Käse eine Wand mit unterschiedlich großen Löchern treffen. Auch ein Rasen-Klein­spielfeld wird gebaut. In der Mitte der hufeisen­förmigen Anlage entsteht zudem ein Aufenthalts­bereich mit Bouleplatz. Patentierter Ideengeber dieses Projekts ist der frühere luxemburgische Unternehmer Félix Boy Cloos, der mit einer Spende den Bau eines neuen Gastronomiegebäu­des neben der Minifußballanlage finanziert. Die Fußballanlage selbst kostet circa 400.000 €. 60 Prozent der Kosten übernimmt das Land. Der Ei­genanteil der Ortsgemeinde, die den Platz auch betreiben wird, liegt bei 160.000 €. Dieses Geld holt sie sich über mehrere Jahre gestreckt aus ih­ren Einnahmen durch den Kurbeitrag der Urlau­ber. Bürgermeister Werner Angsten betonte, dass sie für das Tourismusangebot der gesamten Verbandsgemeinde eine wichtige Ergänzung und Qualitätssteigerung bedeutet.

Der Kommentar von Axel Munsteiner

im Trierischen Volskfreunde:

Mit ihrer großen Solar-Freilandanlage hat die Ortsgemeinde Kell eine Weichenstellung mit langfristiger Wirkung vorgenommen. In ihrem überdimensionierten Gewerbegebiet gibt sie weite Teile für die Neuansiedlung von Firmen auf und setzt stattdessen auf Solarstrom als schnelle Ein­nahmequelle. Nun könnte man kritisch anmerken, dass durch die Millionen-Investition in Photovol­taik kein einziger neuer Arbeitsplatz entsteht. Es bleibt aber festzuhalten, dass die Gemeinde seit Jahren auf den freien Flächen sitzen geblieben ist, und sie das Gelände bisher nur viel Geld gekostet hat. Das macht die Entscheidung des Rats nach­vollziehbar. In puncto Minifußballanlage steht fest: Der Urlaubsort schafft damit eine Attraktion, die es sonst nirgends gibt. Die Idee, die hinter diesem Pilot-Projekt steckt, klingt vielverspre­chend und nach einer runden Sache. Ob sie ein­schlägt und viele neue Besucher anlockt, kann aber nur die Zeit zeigen.

 

Neuer Betreiber des Hochseilgartens

In der Sitzung des Ortsgemeinderates wird bekannt gegeben, dass der Hochseilgarten im Bereich Arenswiese vom bisherigen Betreiber Herrn Görke an Herrn Eberhard aus Thüringen verkauft worden ist. Der neue Betreiber wird die Anlage etwas umgestalten. Die Öffnungszeiten werden kundenfreundlicher und transparenter.

Der Gemeinderat beauftragt einstimmig den Bauausschuss, die Anlage im Rahmen einer Ortsbesichtigung gemeinsam mit dem neuen Betreiber zu begutachten. Der Pachtvertrag soll auf den neuen Betreiber umgeschrieben werden.

 

Jubiläumsfest des Musikvereins

 

In diesem Jahr wird der Musikverein Concordia Kell am See 90 Jahre alt. Nach dem Jubiläums­empfang am vorigen Wochenende stand nun an diesem Wochenende das eigentliche Jubiläums­fest auf dem Programm. Drei Tage feierte der Verein mit seinen Gästen. Schirmherr August Justen war sehr erfreut über seine Schirmherr­schaft, zumal ich während meiner 30-jährigen Tätigkeit als Bürgermeister der ständige Schirm­herr bei den Festlichkeiten des Vereins sein durfte.

Vorsitzender Karl-Heinz Barthel erinnerte an gute und weniger gute vergangene Zeiten. Die langjährige Geschichte unseres Vereins ist ge­prägt von Idealismus und Engagement zahlloser Musikerinnen und Musikern, den Förderern und Verantwortlichen, die den Verein seit 1920 in vielfältiger Weise unterstützt haben.

Der Verein ist immer da, wenn er gebraucht wird. Er ist ein Garant für das kulturelle Leben in unserer Dorfgemeinschaft, lobte auch Ortsbür­germeister Markus Lehnen.

Das Festprogramm war ebenfalls lobenswert. Wir hatten eine tolle SWR3-Dance-Night mit ei­ner fantastischen Disco-Show, erzählte Karl-Heinz Willger begeistert. Und wir freuen uns, dass so viele Gastvereine erschienen sind. Tatsächlich waren 22 Vereine, Bands und Gruppierungen erschienen. Am weitesten reiste der Fanfarenzug Andreas Hofer aus Weilerbach in der Nähe von Kaiserslautern an.

Als musikalische Höhepunkte präsentierte der Verein das Orchester der Verbandsgemeinde Kell am See und die Stadtkapelle Hermeskeil.

 

Juni

Schöndorf: Pfarrfest, Brunneneinsegnung und

1375. Geburtstag
Der Pfarrgemeinderat und die Ortsgemeinde Schöndorf haben gemeinsam gefeiert. Mehrere hundert Besucher und viele prominente Gäste waren vor Ort.
Vor allem die der Pfarrei zugehörigen Kinder warten bereits ungeduldig darauf, dass der neue, mit Attributen des Schutzpatrons Andreas versehene Brunnen das erste kühle Nass des Tages spendet. Nach der Einsegnung durch Altpastor Heribert Mönch gab es am Fronleichnamsnachmittag kein Halten mehr. Unzählige kleine Finger probieren freudestrahlend aus, wie man sich bei bestem Wetter am schnellsten Abkühlung auf dem neuen Dorfplatz verschafft.
Gleicher Ort, gleicher Tag, eine halbe Stunde später: An der Kreuzung Hauptstraße-Zum Entertal bietet sich ein ungewöhnliches Bild.
Dort, wo einst das alte Pfarrheim für Straßenenge sorgte, zieren jetzt eine großzügige, neue Straßenführung und ein imposanter, steinerner Findling das Ortsbild.
Ortsbürgermeister Matthias Wick bei der Enthüllung der am Stein angebrachten Gedenktafel: Schöndorf ist viel älter als bisher angenommen. Insbesondere dem Heimatforscher Dittmar Lauer aus Kell am See sei es zu verdanken, dass in Schöndorf nun 1375-jährige Geschichte gefeiert werden kann. Die bronzene Gedenktafel weist auf die erste urkundliche Erwähnung der Orte Kell am See, Taben-Rodt, Temmels und Schöndorf hin, die mit gleichalter Geschichte im Testament des Archidiakons Grimo aus dem Jahre 634 festgehalten sind.
 

Kirchenkonzert
Cantate Domino – unter diesem Titel haben der Kammerchor Cantus firmus unter der Leitung von Elmar Neufing und der Kirchenchor St. Georg Trier-Irsch unter der Leitung von Bernhard Schleimer ein geistliches Chorkonzert in der Pfarrkirche St. Bartholomäus in Kell am See gestaltet.Geboten wurde abwechslungsreiche Chormusik aus vier Jahrhunderten. Vorwiegend a cappella zeigten beide Chöre mit hoher Intonationssicherheit und musikalischer Überzeugung ihr Können und begeisterten so ihr Publikum mit Werken unter anderem von Homilius, Miskinis, Distler, Bruckner, Standfort und Wilson. Der gemeinsame Frauenchor mit Hebe deine Augen auf und der gemeinsame Schlusschor Jauchzet dem Herrn, alle Welt jeweils von F. Mendelssohn Bartholdy überzeugten eindrucksvoll durch ein harmonisches Klangbild. Mit stürmischem Beifall bedankten sich die zahlreich erschienenen Zuhörer für dieses interessante und gelungene Chorkonzert. 

Ausstellung in der Grundschule
Die Ausstellung umfasst Schülerarbeiten der Grundschule (6 bis 10 Jahre), der Orientierungsstufe (10 bis 12 Jahre) sowie der Sekundarstufe eins (13 bis 17 Jahre).
Die Arbeiten sind in Unterrichtsreihen und -projekten im Rahmen der Lehrplanumsetzung im Schuljahr 2009/2010 entstanden.

Gezeigt werden kann nur ein Ausschnitt von den vielen Möglichkeiten, die der Kunstunterricht bietet, sagt die verantwortliche Lehrerin, Marie-Luise Werner. Der Schwerpunkt der gezeigten Arbeiten liege in der Kreativität, der farbenfrohen und ausdrucksstarken Auseinandersetzung mit Material und Thematik. Angefangen bei den Bildern zum Thema Afrika, Thema der 3. Klasse der Grundschule, über die Werkbetrachtung von Franz Marc, Thema der 2. Klasse, zeigt die 4. Klasse Bewegung und Stimmung (Bäume im Sturm).
Neben kleinen Plastiken aus Draht und Pappmaché, verarbeitet von den Klassen 6a und 7b, verschiedenen Drucktechniken, mit denen sich die Orientierungsstufen 5a und 6b befasst haben, stehen Raumperspektiven und Objektzeichnungen der Klassen 8a und 8c sowie Stillleben der Klasse 9a und die Auseinandersetzung mit dem Malstil Picassos, verarbeitet von der 10a und der 10b. Die jungen Menschen haben ihre Werke individuell und manchmal auch unkonventionell gestaltet. 

Oldtimer in Kell am See
Der Veteran and Vintage Car Club Luxemburg (VVCCL) organisierte eine traditionelle Rundfahrt mit internationaler Beteiligung, die von Mondorf-les-Bains über Schengen nach Kell am See und anschließend nach Hermeskeil und von dort aus wieder zum Ausgangspunkt führte.
Die Strecke wurde ausgewählt im Zusammenhang mit dem 25-jährigen Jubiläum des Schengener Abkommens. Die Idee eines gemeinsamen Europas ohne Grenzen hat den VVCCL dazu bewegt, die Teilnehmer nicht nur durch die Weinberge und Dörfer des Moseltals zu führen, sondern einen Abstecher in die Hunsrückregion zu unternehmen, gab der Präsident der Vereinigung, Charles Hausemer, bekannt.
Der Fahrzeugtross, darunter Modelle wie ein Studebaker Baujahr 1917, ein Ford T Baujahr 1923, mehrere Bugattis aus den Jahren 1924 bis 1927 und zahlreiche andere Exemplaren, die das Liebhaberherz höherschlagen lassen, wurde in Kell von Albert und Irina Jung, den Betreibern des Seehauses und des Seehotels, in Empfang genommen. Bürgermeister Werner Angsten ließ es sich nicht nehmen, ein Gastgeschenk an VVCCL-Präsident Hausemer zu übergeben. 

Eine Bürgerinitiative
Für den Erhalt der Verbandsgemeinde
In Kell am See hat sich eine Bürgerinitiative gebildet, die den Erhalt der Verbandsgemeinde fordert. Sie tritt damit Gedankenspielen über mögliche Fusionen mit anderen Verbandsgemeinden bei der geplanten Kommunalreform entgegen.
Claudia Dengler kommt aus Hentern, sitzt in keinem politischen Gremium und kämpft trotzdem an der Seite von gestandenen Mandatsträgern aus dem Keller Raum. Denn sie vertritt die Meinung: Ich will, dass unsere Verbandsgemeinde erhalten bleibt. Wenn es zur Fusion kommt und ein größeres Gebilde entsteht, wird ein kleiner Ort wie Hentern mit seinen Interessen doch viel leichter vergessen.
Deshalb engagiert sich Dengler in einer neu gegründeten Bürgerinitiative, die sich für den Fortbestand der VG Kell einsetzt und binnen kurzer Zeit auf etwa 50 Mitglieder gewachsen ist.

Der Sprecher der Bürgerinitiative und ihr Ideengeber ist jedoch ein erfahrener Politiker: der 73 Jahre alte Dittmar Lauer aus Kell, der zur CDU-Fraktion im Verbandsgemeinderat gehört. Unsere Verbandsgemeinde ist in den vergangenen 40 Jahren zu einer Einheit zusammengewachsen und hat eine eigene Identität entwickelt. Deshalb kämpfen wir dafür, dass sie in Gänze bestehen bleibt.
Unsere Initiative ist völlig parteiunabhängig, versichert Martin Marx (Lampaden), ebenfalls ein CDU-Mann. Dass sich die Bürgerinitiative nicht von der Basis her formiert hat, sondern Kommunalpolitiker den Anstoß dafür gegeben haben, hat für Dittmar Lauer einen einfachen Grund: Wenn die Existenz eines gesamten Raums infrage gestellt wird, ist das eine elementare Entwicklung. Wir wollen mit der BI ein Forum schaffen, das die Bürger umfassend über die Kommunalreform aufklärt. Denn die meisten Leute wissen darüber noch zu wenig.
Keineswegs vertrete die Bürgerinitiative die Auffassung, dass alles beim Alten bleiben solle. Es gibt ja viele Möglichkeiten, gewisse Dinge gemeinsam mit den Nachbarn zu machen, sagt Lauer. So könnte aus Sicht der Bürgerinitiative in den Bereichen Tourismus oder bei den Werken die Zusammenarbeit mit benachbarten Verbandsgemeinden verstärkt werden. Wir treten also dafür ein, dass Verwaltungsgeschehen reformiert wird, sind aber gegen Gebietsveränderungen, sagt Lauer. Einig ist man sich bei der Bürgerinitiative, was passiert, wenn die VG Kell ihre Selbstständigkeit verliert. Dann ist die alte Trennlinie wieder da, prognostiziert Lauer. Sprich: Der Keller Raum würde sich wohl Richtung Hermeskeil orientieren, der Zerfer Raum nach Saarburg abwandern. Der Bürgerinitiative-Sprecher sieht keinen Sinn darin, eine neue, fusionierte Verbandsgemeinde zu schaffen, die etwa bei einem Zusammenschluss mit Hermeskeil von Neuhütten-Muhl bis ins über 40 Kilometer entfernte Vierherrenborn reichen würde. Das hätte doch fast schon Kreisdimensionen und wäre viel zu groß.

TV-Redakteur Axel Munsteiner kommentiert:
Ist die Bürgerinitiative, die den Erhalt der VG Kell fordert und von Kommunalpolitikern aus der Taufe gehoben wurde, nun Etikettenschwindel oder nicht? Diese Frage ist bei der überwiegend von CDU-Leuten vorangetriebenen Neugründung angebracht. Natürlich steckt hinter der BI eine politische Motivation und die Botschaft an die SPD-geführte Landesregierung: Lasst von der VG Kell die Finger weg! Eins muss aber positiv vermerkt werden. Bei der Kommunalreform wird immer wieder propagiert, dass die Bürger an der Diskussion beteiligt werden sollen. In Kell geschieht dies nun schon in einem frühen Stadium und lange bevor überhaupt in Mainz beschlossen wird, ob das Überleben der VG gefährdet ist. Nur zur Erinnerung: Die benachbarte VG Thalfang steht schon auf der Streichliste, eine Bürgerinitiative gibt es dort aber nicht. Diskutiert wird dort über die Kommunalreform weiterhin nur auf der hochoffiziellen Ebene von Ortsbürgermeistern undGemeinderäten. 

Der Ortsgemeinderat:
Ein klares Ja für Verbandsgemeinde
Die erst 40 Jahre alte Verbandsgemeinde Kell am See ist für alle Mitglieder des Ortsgemeinderates mehr als nur ein Amtsstandort. Ortsbürgermeister Markus Lehnen fürchtet weniger den Verlust des Amtssitzes als den Einfluss der Menschen auf die Politik: In sehr großen Kommunen gehen kleine Dörfer doch unter. Irgendwann würden die Leute fehlen, die bereit sind, ehrenamtlich in der Kommunalpolitik mitzuarbeiten. Der Zusammenhalt der Bürger, die stolz auf das Erreichte im Fremdenverkehrsort Kell sind, müsse klar dargestellt werden: Wer jetzt ruhig bleibt, ist weg vom Fenster.
Auf mehr als 200 Mitglieder kann CDU-Ratsmitglied Dittmar Lauer in seiner Bürgerinitiative für den Erhalt der Verbandsgemeinde bislang bauen: Wir streben die Zahl von 1000 Mitgliedern an, um zu zeigen, dass es den Menschen nicht egal ist, ob eine Kommune zerschlagen wird oder nicht. Der 73-Jährige will diese Meinungsmacht den regionalen Landtagsmitgliedern mit auf den Weg nach Mainz geben, denn Mitte September ist eine große Diskussionsveranstaltung geplant.
Lauer bezweifelt, dass mit einer größeren Gebietskörperschaft allein Geld gespart werden kann: Die Verwaltungsstrukturen müssen geändert werden. Erst dann wird es preiswerter.
CDU-Fraktionsvorsitzender Johannes Reitz betont: Kell hat sich extrem gut entwickelt und ist daher erhaltenswert, denn in dieser Kommune seien ein eigener Geist und eine besondere Identität entstanden. Geld könne nicht durch Zerschlagung, sondern eher durch Zusammenarbeit der Kommunen, etwa bei den Gemeindewerken, gespart werden. Es geht doch nicht um eine Passverlängerung auf dem Rathaus, sondern darum, das innovative Denken und Handeln in Kell weiterzuführen.
Auch das parteilose Ratsmitglied Horst Zimmert spricht sich für kostensparende Kooperationen zwischen den Kommunen aus. Als Fehler bezeichnete Zimmert jedoch die Abgabe von Aufgaben an den Kreis, etwa bei den Schulen: Dadurch hat Kell Kompetenzen abgegeben. Mit dem Wasserwerk, dem Schwimmbad und der Feuerwehr sei Kell zur Wasser-VG geworden. Die BI sei nun eine Chance zum Erhalt der Kommune, vorausgesetzt, die Diskussion werde überparteilich geführt.
Der Notwendigkeit einer Kommunalreform durch die demografische Entwicklung erteilte BI-Vorsitzender Lauer eine klare Absage: Gerade bekommen in Kell drei Mütter Zwillinge. Eine Politik sei notwendig, in der die Kindererziehung wieder Spaß macht, denn: Nur starke Familien in starken Gemeinden. 

Rheinlandmeisterschaft gewonnen

Nachdem die Jungs der Jugendspielgemeinschaft die Saison ohne Niederlage punktgleich mit der Jugendspielgemeinschaft Saarburg an der Tabellenspitze abschließen konnten, auch Kreispokalsieger wurden und sich dann die Bezirksmeisterschaft sicherten, ging es auf dem schönen Rasensportplatz in Hentern um den Rheinlandtitel. In spannenden Spielen wurden die Jugendspielgemeinschaft Kirchen (Bezirksmeister Ost) mit 32 und die Jugendspielgemeinschaft Westum (Bezirksmeister Mitte) mit 1:0 besiegt und somit die Rheinlandmeisterschaft errungen.

Unter großem Jubel wurden aus der Hand des Vertreters des Fußballverbandes Rheinland, Alois Stroh und im Beisein des Fußballkreisvorsitzenden Bernd Marx der Wanderpokal des Rheinlandmeisters und die Siegermedaillen entgegengenommen.

 

Ausflug nach Herrstein
Die Frauengemeinschaft hatte zu einer Halbtagesfahrt nach Herrstein eingeladen. Nach einer Führung durch die historische Altstadt kehrte die Frauen in die Zehntscheune ein, um dort die berühmten Klöße zu probieren. 

Radprofi Marcel Wüst in Kell
Mit einem ehemaligen Radprofi zu trainieren, ist die beste Voraussetzung, mehr Ahnung vom Radfahren zu bekommen, findet Kerstin Jacobs aus Mainz. Die gebürtige Hunsrückerin lernte in einer Gruppe von acht ambitionierten Hobby-Radsportlern bei einem Trainingscamp mit Tourismusbotschafter Marcel Wüst, wie gut der Drahtesel der Seele tut.

Eine Menge Leute haben heutzutage viel Stress. Sie setzen sich aufs Rad und strampeln sich ihn vom Gemüt, erklärt der ehemalige Rennfahrer, der Etappen bei der Tour de France und beim Giro d'Italia gewann, bevor seine Karriere durch einen Sturz im Jahr  2000 im französischen Issoire jäh endete. Wüst verlor dabei ein Auge und zog sich weitere schwere Verletzungen zu.
Der heute 43-Jährige rät dringend von Übertreibungen ab: Das bringt nur neuen Stress. So lernten die Teilnehmer erst einmal, wie man mit richtig eingestelltem Sattel und Lenker so auf dem Rad sitzt, dass die Kraft der Beine optimal am Hinterrad ankommt, denn Wüst weiß: Der Berg ist so schwer, wie man sich ihn macht. Dazu gab's Tipps für unfallfreies Fahren, natürlich mit Helm, und die richtige Ernährung. Dafür sorgte das Keller Hotel zur Post, wo die Teilnehmer auch wohnten.
In seiner Eigenschaft als Tourismusbotschafter sagt Wüst: Rheinland-Pfalz ist ein wunderbares Land zum Radfahren, auf der Rennmaschine ebenso wie ganz gemütlich mit der ganzen Familie. Dazu komme das gute Essen und die Versorgung der Radler mit Servicestationen.
Flott war die Gruppe auf dem Ruwer-Hochwald-Radweg unterwegs. Alle acht waren von der Landschaft und dem guten Zustand der Wege begeistert.
Das Trainingscamp, das auch auf der Internationalen Tourismusbörse in Berlin vorgestellt worden war, ist laut Nathalie Hartenstein von der Rheinland-Pfalz Tourismus GmbH ein erstes Pilotprojekt für Rennradsportler: Das ist eine große Zielgruppe, die auch für den Hochwald und Hunsrück begeistert werden soll.
Darüber hinaus ist geplant, mit weiteren Veranstaltungen auch Genussradler anzusprechen, die Wert auf kulturelle Unterbrechungen ihrer Touren und gute regionale Küche legen, die über die reine Sporternährung hinausgeht. Gleiches gilt für Wanderfreunde, die bei aller Pflege der Gesundheit nicht auf Genuss, und hier besonders den Wein des Landes, verzichten wollen. 

Juli

Hans-Peter Roden beim Hospizlauf

Nachdem im vergangenen Jahr insgesamt 5.800 € für das Hospizhaus in Trier gesammelt werden konnten, sind bei der siebten Auflage der Benefizaktion bislang bereits 7.500 € zusammengekommen. Ich habe in den letzten Tagen natürlich viele Telefonate und Mails erhalten … alle geben nur positives Feedback! So etwas baut auf und motiviert natürlich für 2011, sagt Astrid Roden vom Verein Spiridon Hochwald, die für die Organisation des Laufes verantwortlich war.

Möglich wurde die Spendensumme nur dadurch, dass zahlreiche Sponsoren den Lauf unterstützten, darunter die Stadtwerke Trier und Citysport Trier. Zudem erfolgte die Organisation ausschließlich auf ehrenamtlicher Basis.

 

Brutscheln und Bratscheln

Dorthin, wo die jährliche Verbandsgemeinde-Tierschau stattfindet, musste der Veranstalter in diesem Jahr ausweichen, denn die Rena-turierungs-Arbeiten im Dorfpark Dumpert, der eigentlichen Feierstätte, sind noch nicht abgeschlossen.

Bei sengender Hitze und zahlreich herbeigeholten Sonnenschirmen feierten dann Hunderte von Gästen, wobei sich manche Daheimgebliebenen nicht den hohen Temperaturen aussetzen wollten. Die Leute um den Vorsitzenden Norbert Stüber, hatten ein nachmittagsfüllendes Programm zu bieten und ließen gemeinsam mit dem Publikum die vergangenen Zeiten wieder aufleben. Wie in jedem Jahr bratschelte die nun schon 91-jährige Anna Koltes und gab Anekdoten und Witze im Keller Dialekt in ihrer bekannten und beliebten Art und Weise zum Besten.

Die Kulturgruppe aus Schillingen zeigte, wie man früher mit Dreschflegeln arbeitete. Danach gab es Wettbewerbe in verschiedenen bäuerlichen Disziplinen.

Mundart-Vorträge und ein großes Mundart-Rätsel verbreiteten viel Spaß unter den sonnengeplagten Gästen. Gebrutschelt wurden Häädeknepp meat Späack, Deppelappes, Mippelcher, Kromperepannkochen, Kromperekleeß und viele andere Leckereien. Auch für die Kleinen war gesorgt. Eine riesige Springburg mit Rutschbahn ließ bei den Kindern keine Langeweile auf-kommen. Oswald Willger, der Leiterwagen, Pflüge und viele historische Geräte in seiner Freizeit nachbaut, hatte wieder einmal einen Teil davon auf dem Gelände zur Schau ausgestellt. Musikalisch umrahmte der Musikverein Concordia Kell am See die Veranstaltung und mit Unterhaltungsmusik von Jürgen Scherbaum nahm das Fest seinen Ausklang.

Für die allseits beliebte 91-jährige Anna Koltes war der Mundart-Beitrag der letzte öffentliche Auftritt. Zwei Wochen nach der Veranstaltung starb sie plötzlich und unerwartet.

 

Abschied von Kaplan Michael Pauken

Der Abschied von Kaplan Michael Pauken hat nicht nur die Gläubigen der Pfarreiengemein-schaft Schillingen mit Heddert, Kell, Reinsfeld, Mandern-Waldweiler und Lampaden überrascht. Auch er selbst hat diese Entwicklung nicht absehen können. Auslöser war nämlich das Aus des Lokalsenders Antenne West, dessen Frequenzen im Juni an die Radio Group GmbH vergeben wurden. Diese betreibt ein Dutzend Lokalsender in Rheinland-Pfalz und dem Saarland und will ab September auch aus Studios in Trier, Wittlich und Daun senden.

Die Redaktionsleitung des sechsköpfigen Teams in Trier wird Kaplan Pauken übernehmen. Der ehemalige Praktikant von Radio RPR Koblenz zeichnet mitverantwortlich für den Aufbau von Antenne Koblenz. Außerdem brachte er in Bretzenheim bei Bad Kreuznach Deutschlands erstes Pfarr-Radio auf den Weg. Das erste Angebot, als Kirchenredakteur für das gesamte Sendegebiet der Gruppe ein Mittagsgebet zu entwickeln, kam dem 37-Jährigen daher sehr entgegen. Daher bat er Bischof' Stephan Ackermann um seine Freistellung, quasi unbezahlten Urlaub.

Michael Paukens Leidenschaft fürs Radio basiert auf dem Wunsch, Botschaften zu vermitteln und etwas für die Menschen zu tun. Außerdem ist Pauken überzeugt: Wir brauchen heute neue Wege, um die Menschen zu erreichen. Als Kirchenmann der Radiogruppe könnten 70.000 Menschen im Saarland und in Rheinland-Pfalz seine Beiträge über die Heilig-Rock-Tage oder über die Bolivienpartnerschaft des Bistums hören.

Daneben wird er ganz normales Lokalradio machen mit Talksendungen wie Helden wie ihr, zu denen Vereine oder Gruppen eingeladen werden. Besonders freut er sich darauf, wieder mit vielen jungen Leuten wie Praktikanten oder Studenten arbeiten zu können. Das habe ihm in der Gemeinde, wo sich das auf den Religionsunterricht, die Arbeit mit Messdienern oder jährliche Zeltlager beschränkte, schon gefehlt.

Die Seelsorge im Dekanat ist laut Dechant Clemens Grünebach gesichert. Im Seelsorgebezirk Waldrach werden künftig Pfarrer Thomas Corsten und Kaplan Axel Feldmann, der in Zerf wohnen wird, Dienst tun.

 

Spende der Frauen an Pastor Serge

Während der Urlaubsvertretung durch Pastor Serge Senzedi hielt dieser eine Frauenmesse, an der über 50 Frauen teilnahmen. Der Vorstand der Frauengemeinschaft war bei der Gastfamilie des Pastors, Familie Herpel, eingeladen. Bei diesem Anlass überreichte die Vorsitzende Adele Barthel Pastor Serge Senzedi eine Spende, wofür dieser sich sehr herzlich bedankte.

 

Diebstahl im Zentralhochbehälter

Ziel von Metalldieben war in der Nacht zum vergangenen Donnerstag der Zentralhochbehälter des Wasserwerkes Kell am See. Die bisher unbekannten Einbrecher verschafften sich durch Auftrennen des Zaunes Zutritt auf das in der Nähe des Segelflugplatzes gelegene Gelände, auf dem sie anschließend einen Lagerraum aufbrachen. Hier hatten sie es auf Wasseruhren und Messingmaterialien abgesehen. Zum Abtransport ließen sie zunächst einen Anhänger mitgehen, der unweit des Tatortes im Wald wieder aufgefunden werden konnte. Die Kripo geht davon aus, dass in diesem Bereich das Diebesgut auf ein anderes Fahrzeug umgeladen wurde. Die Schadenshöhe beläuft sich nach ersten Feststellungen auf ca. 20.000 €.

 

Fußballcamp für den Nachwuchs

Die Fohlen-Fußballschule des Bundesligisten Borussia Mönchengladbach gastierte zum dritten Mal beim SV Kell. Das Niveau wird immer besser und es macht immer mehr Spaß, sagte der Koordinator der Nachwuchsschmiede, Thomas Reich.

Für Horst Zimmert, seit Februar Vorsitzender des SV Kell ist es wichtig, dass sich Vereinstrainer und -betreuer möglichst viel von den Profitrainern der Borussia abschauen: Je ein Trainer von uns wird einem Trainer der Borussia zugeordnet. Der Dialog und der Erfahrungsaustausch sind wertvoll.

Den Kontakt zur Borussia knüpfte Trainer Norbert Etringer 2006. Fußballcamps veranstalten wir bereits seit 2003, aber zunächst halt immer nur mit eigenem Personal, erklärt der Ge-schäftsführer des Fördervereins der Fußballjugend im SV, Detlef Schmitz. Seit drei Jahren sei ein professionelles Niveau gewährleistet.

Der neunjährige Nick Reichert und andere jugendliche Teilnehmer träumen von einer Berufskarriere als Fußballer und stellten fest: Man merkt schon, dass diese Trainer Bundesligaerfahrung haben.

Dass bereits die beiden vorigen Camps viel bewirkt haben, beweist der Titel, den die Jugendspielgemeinschaft Kell, Schillingen, Mandern und Waldweiler bei den Rheinland-Pfalz-Meister-schaften errungen hat. Den Sieg holte sich exakt die Gruppe, die vor einem Jahr von Thomas Reich beim Fohlencamp unter die Fittiche genommen worden war.

Martin Reichert erklärt, junge Fußballtalente bereits am Gang zu erkennen. Sein System: Loben, loben, loben. Dieses Motto hat sich auch der SV Kell in seinen Trainingseinheiten zu eigen, gemacht. Fußballtechnik, Reaktionsvermögen, Schnelligkeit und Übersicht sind dabei die Stichworte. Spaß muss es machen - dann ist die Motivation immer da, sagt Reich.

Er weiß auch: Die kleinen Vereine sind Spielerlieferant für die Bundesliga und die wiederum für die Nationalmannschaft. Ein Beispiel ist Timo Philippi. Der Zwölfjährige des SV wurde bereits als Torwart von der Trierer Eintracht verpflichtet. Bei solch großen Erfolgen fällt es dem Vorsitzenden des Fördervereins, Udo Müller, leicht, die Fohlen-Fußballschule auch für das nächste Jahr einzuladen. Großer Höhepunkt des Camps war die Fahrt in den Borussia-Park mit Training auf dem Platz der Borussia-Profis und das Treffen mit Torwart-Legende Wolfgang Kleff.

 

Erfolgreiches Seefest

Obgleich der Hochsommer in den Tagen vor dem Seefest eine kurze Verschnaufpause einlegte, waren die Veranstalter des Festes im Vorfeld recht optimistisch gestimmt und blickten in gespannter Erwartungshaltung dem Sonntag entgegen, denn ein Rekord stand bereits frühzeitig fest: Der diesjährige Bauern- und Handwerkermarkt sollte der größte Markt in der achtjährigen Seefestgeschichte werden.

Uber 80 Aussteller hatten in den zurückliegenden Wochen ihr Interesse an einer Teilnahme bekundet und sich entsprechende Ausstellerflächen reservieren lassen. Mit einer Steigerung um nahezu 30 % sollte der Markt nicht nur an Länge, sondern auch an Produktvielfalt und somit letztendlich auch an Attraktivität gewinnen. So war denn mancher frühmorgendliche Jogger, der es gewohnt war, seine Runden in der beschaulichen Idylle des zu dieser Zeit noch eher verschlafenen Seeumfeldes zu absolvieren, sehr erstaunt, als er dort nicht die gewohnte Ruhe, sondern ein hektisches Treiben in den frühen Morgenstunden vorfand, denn die ersten Marktbestücker waren schon sehr zeitig angereist, um ihre Stände aufzubauen und um sich für den zu erwartenden Ansturm zu wappnen.

Dass Veranstalter und Marktleute gut daran taten, frühzeitig die Weichen für einen erfolgreichen Festverlauf zu stellen, zeigte sich bereits in den Vormittagsstunden, denn ab 10.00 Uhr füllte sich das Festgelände kontinuierlich, und bereits um die Mittagszeit waren die Parkplätze rund um das Gelände weitestgehend belegt. Sowohl den Marktbetreibern als auch der Gastronomie wurden in den folgenden Stunden Höchstleitungen abverlangt. Bis in die frühen Abendstunden hinein riss der Besucherstrom nicht ab, und schon frühzeitig mussten Waren nachgeordert werden oder es wurden erste Ausverkäufe gemeldet. Auch das Rahmenprogramm mit Kinderanimation, Tauchschule und Fallschirmspringern trug dazu bei, das Fest zu einer rundum gelungenen Veranstaltung werden zu lassen, so dass die Verantwortlichen sich in einer ersten Bilanz mehr als zufrieden zeigten und schon erste Überlegungen für das Seefest 2011 anstellten.

 

Wiesplätzchen-Mädchen-Treff

Agnes Lehnen hatte eine gute Idee. Sie wollte mal wieder alle Mädchen aus ihrem Heimatviertel, dem Wiesplätzchen, sehen und organisierte daher ein Treffen der in Kell und auswärts wohnenden Frauen, die in ihrer Kindheit und Jugendzeit im Wiesplätzchen wohnten.

Dann war es soweit. An einem wunderschönen Juliwochenende kamen bis auf die verhinderte Theresia Wagner alle ehemaligen Wiesplätzchen-Mädchen im Hotel Zur Post zusammen. Einige waren von weither angereist. Es gab viel zu erzählen von früher und wie im Dorf sich alles verändert habe – zum Positiven, so die einhellige Meinung.

Nach Kaffee und Kuchen schloss sich ein Spaziergang über den Ruwer-Hochwald-Radweg und ein Besuch im Historischen Bahnhof an, wo vor allem die alten Dorfbilder das Interesse weckten.

 

Präsentation in der Alten Mühle

Neuer Krimi von Hans Muth

Unter dem Pseudonym Hannes Wildecker hat der in Kell geborene Hans Muth jetzt seinen fünften Band vorgestellt: Cruciatus –Das Vermächtnis. Der Titel kommt aus dem Lateinischen und bedeutet so viel wie Marter oder Folter.

Es ist kein Hochwaldkrimi geworden wie die vorangegangenen, macht Muth klar. Die Geschichte beginnt irgendwo an der Saar im Jahre 1587, der Hochzeit der Hexenverfolgungen in Kurtrier. Folterknechte erzwingen auf menschenverachtende Weise Geständnisse der angeblichen Hexen. Es geht um einen wertvollen Gegenstand, der lange Schatten in die Gegenwart wirft. Hobbyhistoriker entdecken im Trierer Stadtarchiv verschlüsselte Hinweise auf einen rätselhaften Schatz und werden prompt ermordet. Religiöser Wahn zieht eine Blutspur durch den Roman. Wie immer ist knisternde Spannung bis zur letzten Seite garantiert.

Ich habe mich mit dem Thema Hexenverfolgung bereits in zwei Dorfchroniken befasst und fand das sehr interessant, erklärte Muth seinem Publikum bei der Lesung in der Alten Mühle in Kell. Rund 40 Gäste hörten dem Autor gespannt zu.

 

Aus der Ortsgemeinde...

Ortsbürgermeister Lehnen führt in seinen einleitenden Worten aus, dass der vorliegende Etatentwurf 2010 losgelöst von den Haushalten und Jahresrechnungen früherer Jahre zu sehen ist. Mit dem Entwurf des Haushaltsplanes 2010 wird zum zweiten Mal in der Ortsgemeinde Kell am See der Haushaltsplan nach den neuen Vorschriften des doppischen Haushaltsrechts aufgestellt. Danach bestehen kommunale Haushaltspläne aus einer Ergebnisrechnung mit Erträgen und Aufwendungen, einer Finanzrechnung mit Einzahlungen und Auszahlungen und einer Vermögensrechnung, die einer Bilanz entspricht. Eine Eröffnungsbilanz konnte bisher noch nicht erstellt werden, da die Jahresabschlüsse 2008 und 2009 noch nicht vorliegen und diese Ergebnisse in die Eröffnungsbilanz einfließen.

Er geht kurz auf die Einnahme- und Ausgabesituation ein und spricht die zentralen Maßnahmen des Jahres 2010 an, wie z.B. die Investitionen für das Neubaugebiet An der Fischerei, die Photovoltaikanlage, die Mini-Soccer-Anlage, Radwegbegleitende Maßnahmen etc.

Die Kreditschuld der Ortsgemeinde betrug am Ende 2009 insgesamt 3.005.961 €. Hierin enthalten sind jedoch 1.250.000 € sog. investive Schulden, denen entsprechende Werte entgegenstehen, bzw. deren Rückzahlung durch zukünftige Sondertilgungen erfolgen wird (z.B. Neubaugebiet durch den Verkauf von Baugrundstücken).

Im Anschluss daran wird der Ergebnishaushalt besprochen. Einige Fragen der Ratsmitglieder werden erörtert und durch den Ortsbürgermeister sowie den Kämmerer Raimund Kramp beantwortet.

Horst Zimmert gibt seine Stellungnahme ab. Er regt eine Aufnahme der Stelle des Beigeordneten mit eigenem Geschäftsbereich im Stellenplan an.

Johannes Reitz geht in seiner Stellungnahme als Fraktionsvorsitzender der CDU-Fraktion ebenfalls auf die Maßnahmen sowie die Einnahme- und Ausgabesituation ein. Er regt an, im Haushaltsplan Mittel für die Wiederanlegung eines Kinderspielplatzes im Dumpert aufzunehmen. Hierfür sollen im Ausgabe- und Einnahmebereich jeweils 4.000 € eingesetzt werden. Die Finanzierung soll vollständig durch Spenden, etc. gedeckt werden.

Dittmar Lauer spricht in seinen Ausführungen die allgemeine Finanzsituation der Gemeinden an. Alle Beteiligten stellen unisono fest, dass die Verbesserung der Haushaltssituation neben umfangreichen Sparanstrengungen nur durch eine bessere Finanzausstattung der Kommunen im Rahmen des kommunalen Finanzausgleichs erreicht werden kann, da bei der derzeitigen Situation ein Großteil der Einnahmen der Gemeinde an Land, Kreis und Verbandsgemeinde abzuführen ist und gleichzeitig ca. 80% der kommunalen Belastungen durch die Gemeinde nicht beeinflussbar sind.

Der Ortsbürgermeister führt in die Thematik der geplanten Kommunalreform ein. Zwar steht die Verbandsgemeinde Kell am See mit ihren knapp 10.000 Einwohnern und 13 Ortsgemeinden noch nicht auf der Streichliste mit insgesamt 32 Verbandsgemeinden, die sich einen Fusionspartner suchen müssen. Wenn der Mainzer Landtag im Oktober über das Gesetz zur Kommunalreform diskutiert, könnte die VG Kell am See zur Disposition gestellt werden. Denn sie zählt zu den 66 Gebietskörperschaften, die sich nach Auffassung des Gemeinde- und Städtebundes Gedanken über ihre künftige Gebietsstruktur machen sollten.

Bei der Kommunalreform werde immer wieder propagiert, dass die Bürger an der Diskussion beteiligt werden sollen. In Kell am See geschieht dies mit der neu gegründeten Bürgerinitiative in einem frühen Stadium.

Johannes Reitz, Dittmar Lauer und Horst Zimmert teilen in ihren Stellungnahmen mit, dass bei der Neugründung der Bürgerinitiative keine parteipolitische Motivation vorhanden ist. Vielmehr soll sich parteiübergreifend für den Erhalt der Verbandsgemeinde Kell am See in ihrer jetzigen Form eingesetzt und der Bürgerwille hierzu mobilisiert werden. Es werden durch die Gemeinderatsmitglieder folgende Argumente für den Erhalt der Verbandsgemeinde in ihrem jetzigen Zuschnitt formuliert:

Die Menschen innerhalb der Verbandsgemeinde identifizieren sich mit „ihrer Verbandsgemeinde“. Es hat sich in den 40 Jahren des Bestehens eine eigene Identität entwickelt, deren Erhalt sehr wichtig ist.

Es sind gewachsene und weiterentwickelte Strukturen entstanden. Insbesondere die Menschen bis 50 Jahre sind ausschließlich in der jetzigen Verbandsgemeinde aufgewachsen. Ein Gemeinsamkeitsgefühl ist speziell in diesen Altersschichten klar erkennbar.

Auf Vereinsebene sind in der Vergangenheit viele gemeinsame Strukturen entstanden. Insbesondere im Bereich der Musikvereine (Verbandsgemeindeorchester), und den Sportvereinen (Senioren- und Jugendspielgemeinschaften) sowie in anderen Vereinsbereichen sind viele Kooperationen und Strukturen entstanden.

Die Kommunalreform hat zum Ziel, Synergie-Effekte und Einsparungen zu erreichen. Mit der Fusion zweier finanzschwacher Verbandsgemeinden entsteht jedoch keine finanzstarke gemeinsame Verbandsgemeinde. Beispiele aus der Vergangenheit haben gezeigt, dass hier keine Einsparungen entstehen, sondern durch höheren Verwaltungs- und Personalaufwand bei der Zusammenführung oftmals Kostensteigerungen vorhanden sind.

Speziell im Bereich der Verbandsgemeindewerke oder des Fremdenverkehrs könnten durch Kooperationen Kosteneinsparungen und Synergie-Effekte erzielt werden.

Die demographische Entwicklung bedingt ebenfalls keine Zusammenlegung zweier Verbandsgemeinden. Die Trägerschaft der Schulen wurde an den Landkreis abgegeben, so dass hier bereits eine einheitliche und kostensparende und der demographischen Entwicklung Rechnung tragende Regelung getroffen wurde.

Die Ortsgemeinden (insbesondere die Orte mit Einwohnern unter 1.000 Einwohnern) werden bei einer Zusammenlegung von Verbandsgemeinden an Bedeutung und Einfluss verlieren. Ihre Belange werden nicht mehr in dem Maße durch Vertreter auf Verbandsgemeindeebene zur Sprache gebracht.

Menschen, die sich und ihren Ort nicht mehr ausreichend vertreten fühlen, werden nicht mit dem gleichen Engagement für ihren Ort eintreten, sich politisch und ehrenamtlich weniger engagieren. Vereine werden dementsprechend noch weniger motivierte ehrenamtliche Helfer finden.

Die Entfernungen innerhalb einer Verbandsgemeinde Hochwald wären bei der Zusammenlegung zweier Verbandsgemeinden unverhältnismäßig groß. Der Aufbau und die Entwicklung gemeinsamer Strukturen würden dadurch erschwert.

Die jetzige Verbandsgemeinde würde nicht vollständig durch eine andere Verbandsgemeinde übernommen, sie würde zerbrechen, da die Ortsgemeinden des Bereichs Zerf sich in diesem Fall nach Saarburg orientieren würden. Gewachsene Strukturen würden zerbrechen.

An der Kommunalreform sollen die Bürger beteiligt werden. Es soll nicht gegen den Willen der Bürger entschieden werden. Mit der Bürger-initiative wird klar, dass eine große Mehrheit der Bürger den Erhalt der Verbandsgemeinde in seiner jetzigen Form wünscht.

Es soll eine Informationsveranstaltung für alle Bürger stattfinden, an der neben den hiesigen Kommunalpolitikern auch die Landtagsabgeordneten der Region teilnehmen sollen. Hierbei wird sich auch die neue Bürgerinitiative präsentieren, die dann über ihre Arbeit und die Unterstützung und Beitritte durch die Bürger berichten wird.

Der Gemeinderat spricht sich einstimmig für den Erhalt der Verbandsgemeinde in ihrem jetzigen Zuschnitt aus, steht jedoch der Zusammenarbeit und der Kooperation auf anderen Ebenen speziell im Bereich der Verbandsgemeindewerke oder des Fremdenverkehrs positiv gegenüber.

 

 

August

90 Jahre Sportverein

Ein Mammutprogramm an den ersten beiden August-Wochenenden hat der Sportverein aufgeboten, um sein 90-jähriges Vereinsbestehen zu feiern. Viel Arbeit war das für die Verantwortlichen um den neuen Vorsitzenden Horst Zimmert. Das Jubiläum stand unter der Schirmherrschaft von Ortsbürgermeister Markus Lehnen.

Der Festreigen begann mit dem Verbandsgemeinde-Fußballturnier und dem Street-Soccer-Dorfturnier. Ein erster Höhepunkt war dann der Geburtstagsempfang im Festzelt mit der Ehrung verdienstvoller und langjähriger Mitglieder. Für 60-jährige Mitgliedschaft wurden geehrt: Peter Klaeser, Hermann Kläser, Hermann Lauer, Bernhard Metzler und Werner Willger. 50 Jahre Mitglied sind: Willi Göden, Manfred Hornetz, Werner Hornetz, Hermann Jung, Heribert Justinger, Karl-Heinz Keil, Karl-Heinz Lang, Dittmar Lauer, Günther Ring und Josef Zengerle.

In der zweiten Feststaffel wurden das AH-Turnier und das Jugendfußballturnier aufgetragen. Neben den sportlichen Ereignissen war das Angebot an gesellschaftlichen Veranstaltungen angemessen.

In einer 16-seitigen Festschrift im DIN 4-Format mit Grußworten des Vorsitzenden und des Schirmherrn wird in mehreren Beiträgen auf die vielen Abteilungen des Sportsvereins hingewiesen: Aerobic, Basketball, Fußball, Gymnastik, Herzsport, Kinderturnen, Lauftreff, Schach, Tischtennis und Volleyball.

In einem Beitrag Aus der Chronik... schildert Dittmar Lauer die abwechslungsreiche Vereinsgeschichte von den Anfängen als SV Viktoria über DJK (Deutsche Jugendkraft), SV 1930 und schließlich SV 1920 e.V., wobei auch die Anstrengungen um ständige Verbesserung der Trainings- und Spielmöglichkeiten herausgearbeitet werden – vom ersten Platz im sumpfigen Arensbrooch bis zur zentralen Sportanlage mit Sportplatzgebäude in der Laach.

Heute steht der Verein mit rund 700 Mitgliedern, die sich in zehn Abteilungen mit verschiedenen Untergruppierungen aufteilen, außerordentlich breitgefächert da, so die berechtigte Aussage des Vorsitzenden Horst Zimmert.

 

Axel Feldmann neuer Kaplan

Der neue Kaplan der Pfarreiengemeinschaften Schillingen und Zerf heißt Axel Feldmann. Er ist 32 Jahre alt und stammt aus Neunkirchen, wo er den größten Teil seiner Kindheit und Jugendzeit verbrachte.

Nach dem Abitur absolvierte Axel Feldmann zunächst eine Ausbildung im Tourismusbereich in Leipzig mit halbjährigem Praktika in Trier und Zürich. Nach Abschluss dieser Ausbildung begann er ein Theologiestudium an den Theologischen Fakultäten in Trier und Passau. Nach dem Studium sammelte er als Pastoralpraktikant und Diakon erste Erfahrungen in der Pfarreiengemeinschaft St. Maximin in Trier und Maria Trost in Dillingen. Mit der Priesterweihe im Juli 2007 wurde er als Kaplan in der Pfarreiengemeinschaft Bernkastel-Kues eingesetzt.

Im Pfarrbrief stellt sich Kaplan Axel Feldmann mit den Worten vor: Ich freue mich darauf, Sie kennenzulernen und mit Ihnen gemeinsam Kirche zu gestalten. Sicherlich wird es einige Zeit dauern, bis ich in allen Orten unserer großflächigen Pfarreiengemeinschaft angekommen bin. So hoffe ich auf ein gutes Miteinander im gemeinsamen Mitbauen am Reich Gottes, auf dass ich mit Ihnen, Sie mit uns, wir gemeinsam unseren Mitmenschen Gott ein kleines Stück näher bringen können.

 

Enthüllung der Grimotafel in Temmels

Die Ortsgemeinde Temmels hatte eingeladen. Die Enthüllung der bronzenen Grimotafel, die an die urkundliche Ersterwähnung im Testament des Diakons Adalgisel-Grimo erinnern soll, stand auf dem Programm. Nach einem Gottesdienst in der Pfarrkirche St. Peter begaben sich die Ortsoberen mit den geladenen Gästen zum nahe gelegenen Bürgerhaus – dem ehemaligen Pfarrhaus – wo der Ortsbürgermeister nach einer kurzen Ansprache die direkt neben der Eingangstür angebrachte Tafel unter dem Beifall der Anwesenden enthüllte. Anschließend traf man sich zu einem Umtrunk im Festsaal.

 

Werner Herpel auf Grabsuche

Er hat seinen Vater Hermann nie kennengelernt, denn der fiel 1941, im Jahr der Geburt seines Sohnes, als Soldat an der Ostfront des Zweiten Weltkriegs. 69 Jahre später hat sich Werner Herpel aus Kell am See auf die Reise nach Weißrussland gemacht und dort die Stelle gefunden, an der sein Vater begraben ist.

Als Werner Herpel am 3. Oktober 1941 zur Welt kam, hatte sein Vater Hermann nur noch sechs Tage zu leben. Er ist am 9. Oktober in Russland gefallen, erzählt Werner Herpel. Von meiner Geburt hat er leider keine Kenntnis mehr erhalten.

Später habe ihm seine Mutter das erzählt, was sie vom Tod ihres Mannes wusste. Sie hatte erfahren, dass Hermann Herpel in einer Ortschaft namens Gomel auf einem Marktplatz hinter einer Kuppelkirche begraben worden sei.

Je älter ich wurde, desto mehr habe ich mir gewünscht, das Grab meines Vaters zu finden. Irgendwann fand ich dann in einer Zeitung ein Reiseunternehmen, das sich darauf spezialisiert hat, Angehörige zu den Gräbern gefallener Soldaten zu bringen, sagt Herpel.

15 Menschen, ebenfalls mit dem Ziel, ihre Angehörigen zu finden, begleiteten Herpel auf der Reise durch das heutige Weißrussland. Nach 1600 Kilometern Busfahrt kamen wir in ein Dorf, in dem man dabei war, Soldaten auszugraben und auf den Ehrenfriedhof Schatkowo umzubetten. Das geschieht dort heute täglich, und ich kann den Menschen, die auf der Suche nach ihren Angehörigen sind, nur empfehlen, nicht aufzugeben, sagt Herpel.

Besonders ergreifend war es für ihn, dass die damit beauftragten Arbeiter nicht nur die Toten, sondern auch deren persönliche Gegenstände bargen. In Schatkowo werden die Toten in Quadraten, die einem Schachbrett ähneln, beerdigt. Auf Steinsäulen werden ihre Namen eingraviert. Eine mitgereiste Frau habe dort ihren Vater wiedergefunden.

Für Werner Herpel dauerte die Suche nur ein wenig länger. Er traf in einer Klosterkirche einen Mann, der deutsch sprach. Bei ihm erkundigte sich Werner Herpel nach dem Ort Gomel, in dem sein Vater beerdigt sein sollte. Ich sagte dem Mann, dass mein einziger Anhaltspunkt der Marktplatz hinter der Kuppelkirche sei, und er konnte mir tatsächlich weiterhelfen, erzählt der Keller. Es handelte sich um die bekannte Kathedrale Peter und Paul. In Gomel stieß ich dann auf eine orthodoxe Nonne, die mir eine Fotografie des Friedhofs aus den Kriegsjahren brachte. Darauf zeigte sie mir genau die Stelle im Park, wo mein Vater beerdigt ist, berichtet Herpel. Und er erzählt weiter: Die Abschiedszeremonie, die speziell für meinen Vater stattfand, werde ich nie vergessen. Sie endete mit dem Lied ,Ich hatt` einen Kameraden.

 

St. Bartholomäus-Kirmes

Zehn Böllerschüsse aus der Kanone von Oswald Willger für die zehn Jahre des neuen Jahrtausends und zwei misslungene Versuche vor dem endgültigen Fassanstich durch Ortsbürgermeister Markus Lehnen eröffneten die diesjährige Bartholomäus-Kirmes. Begonnen hatte der Kirmesabend mit einer festlichen Vorabendmesse. Schnell füllte sich der Kirmesplatz mit über 2000 Einheimischen und Gästen. Die Stände der fünf Kirmeswirte waren in Windeseile voll besetzt. Schausteller und Budenbesitzer warteten nur darauf, dass der offizielle Teil bald beendet sein würde, um der Veranstaltung das notwendige Flair zu geben.

Mit den Klängen des örtlichen Musikvereins erlebten nicht nur die Einheimischen einen traditionell geprägten Kirmesabend, der mit der Band No Friends ausklang. Platzkonzerte, Unterhaltungsmusik und buntes Kirmestreiben waren auch am Sonntag Trumpf in der Hochwaldgemeinde, ebenso wie der von Jahr zu Jahr größer werdende Krammarkt. Mehr als 100 Aufsteller haben ihre Stände in einem Bereich von mehr als einem Kilometer aufgestellt.

 

Aus der Kirmeszeitung

50 Jahre Tierschau

In der von der Ortsgemeinde herausgegebenen Kirmeszeitung findet sich ein Aufsatz von Dittmar Lauer über die Historie des Keller Jahr- und Viehmarktes, von dem wir einen Ausschnitt bringen:

Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde die Tradition des Keller Jahrmarkts in veränderter Form weitergeführt. Der bisher an die Kirmes gebundene weithin bekannte Viehmarkt wandelte sich in einen mehrmals jährlich stattfindenden Ferkels-markt und die Kirmes selbst wurde in den ersten Nachkriegsjahren in bescheidenem Rahmen gefeiert.

1959 regte der neu gewählte Bürgermeister August Justen eine Tierschau an als Ergänzung bzw. Ersatz für den dahin dümpelnden Ferkelsmarkt. Ein Jahr später – heute vor fünfzig Jahren – fand die erste Tierschau auf der Schulwiese im Wiesplätzchen statt, zunächst noch in bescheidenem Rahmen und in der Organisation der Ortsgemeinde, später der Verbandsgemeinde. In den ersten Jahren hatten zunächst die Keller Gastronomen abwechselnd die Bewirtung der immer zahlreicher erscheinenden Besucher übernommen, später trat an ihre Stelle der neu gegründete Heimat- und Verkehrsverein. Die Kirmesmontag stattfindenden Verbandsgemeinde-Tierschau-en fanden immer mehr Anklang, zumal seit 1974 nicht nur Kühe aufgetrieben und wegen ihrer erstaunlichen Milchleistung und Fleischqualität prämiiert, sondern auch Pferde aufgeboten wurden. Für die Anregung, mit der Tier- auch eine Gewerbeschau zu verbinden, war die Zeit noch nicht reif.

Mit der Fertigstellung der zentralen Schulsportanlage 1975 stand mit der großen Wiese entlang der Ruwer ein neuer Platz für die immer größer werdende Verbandsgemeinde-Tierschau an Kirmesmontag zur Verfügung.

Einen neuen Platz für die eigentliche Kirmes mit traditionellem Krammarkt schaffte die Ortsgemeinde im Zusammenhang mit den erwähnten Sanierungsmaßnahmen auf den Grundstücken Lehnen und Mannerhans gegenüber der alten Volksschule. Hier bauen Jahr für Jahr die Keller Gastronomen und Vereine ihre Getränke- und Essenstände auf, während auf dem alten Kirchhof, späteren Spielplatz und heutigen Parkplatz sich das Kirmestreiben mit Autoscooter und Schiffschaukel abspielt. Links und rechts vom Herrenmarkt, der Kirchstraße und teilweise der Brückenstraße unterbreiten zahlreiche Händler ihr globales Warenangebot, das mit dem früherer Jahre nicht mehr zu vergleichen ist. Überhaupt präsentiert sich die Keller Bartholomäus-Kirmes an den drei Kirmestagen in modernem Outfit und als Volksfest nahezu professionell organisiert - mit Fassanstich durch den Ortsbürgermeister und eigener Kirmeszeitung, mit bekannten Musikgruppen auf beleuchteter Bühne, alles in einem angenehmen Ambiente im Weichbild der Kirche St. Bartholomäus.

Die Tierschau der Verbandsgemeinde an Kirmesmontag gewinnt von Jahr zu Jahr mehr an Attraktivität und zieht Tausende Besucher aus dem ganzen Hochwaldraum und darüber hinaus an. Mit immer neuen Angeboten gelingt es Bürgermeister Werner Angsten das hohe Niveau der Tierschau zu halten und auszubauen. Der Auftrieb von Spitzenkühen und Reitpferden aus mehreren Kreisen, die Wahl der „Miss Hochwald", die Präsentation von allerlei Kleintieren in einem eigenen Zelt, ein interessantes Angebot landwirtschaftlicher Produkte aus regionalen Betrieben, nicht zuletzt die musikalische Unterhaltung durch den Musikverein Concordia, der auch für das leibliche Wohl sorgt, haben mit dazu beigetragen, dass die Keller Kirmes und die Verbandsgemeinde-Tierschau sich im Laufe der letzten Jahrzehnte zu einer weit über die Grenzen hinaus bekannten regionalen Großveranstaltung mit Volksfestcharakter gemausert haben.

 

Viel Prominenz bei der 50. Tierschau der Verbandsgemeinde Kell am See

Kurz geschoren und blitzblank ist das Fell. Fein gebürstet und geputzt hat Perle ihren großen Auftritt. Die Kuh, die vom Hof von Günter Hoff aus Fisch in der Verbandsgemeinde Saarburg stammt, ist die neue Miss Hochwald, die schönste ihrer Rasse der Landkreise Trier-Saarburg und Bernkastel-Wittlich. Gute Funktionalität, große Kapazität und ein schönes Euter, schwärmt Kampfrichter Armand Braun von den Vorzügen des schwarz-weiß gefleckten Tieres.

Armand Braun aus Luxemburg ist Experte für deutsche Holsteiner, die vor allem in der Milchwirtschaft eingesetzt werden. Werner Hauck aus Bayern kennt sich vor allem aus mit Fleckvieh, bei dem nicht nur die Milch, sondern auch das Fleisch gefragt ist. Er erklärt, worauf es bei dem Wettbewerb ankommt. Ein gutes Fundament, also gesunde Beine und Klauen, sollte eine Kuh haben, wenn sie Miss Hochwald werden will. Das verspricht ein langes Leben, erklärt er. Auch beim Euter wird auf die Optik geachtet. Kühe können heute mit kurzen Strichen, den Laien besser als Zitzen bekannt, punkten bei den Wertungsrichtern. Das ist günstig für den Melkroboter, erklärt Hauck. Früher dagegen, als noch per Hand gemolken wurde, sollten die Striche möglichst lang sein.

Perle darf nun für das Siegerfoto posieren. Hübsch geschmückt mit einer Schärpe steht sie zwischen Nathalie Masson aus Saarbrücken, die ebenfalls den Titel der Miss Hochwald trägt, und der rheinland-pfälzische Weinkönigin Jutta Rosenstein.

Januar

Zum 25. Mal

Der Neujahrsempfang

Es ist ein großer Schatz, den die Gemeinde mit den 25 Folgen der Keller Annalen angehäuft hat, sagte Beigeordneter Manfred Wischnewski als Vertreter von Landrat Günter Schartz. Und es ist die einzige Sammlung dieser Art im Land Rheinland-Pfalz. Dazu kann ich Sie nur beglückwünschen.

In der Feierstunde, an der rund 70 Gäste teilnahmen, unter ihnen Kommunalpolitiker der Region sowie Landtagsabgeordneter Bernhard Henter, Pastor Thomas Linnartz und Bürgermeister Werner Angsten.

Bezüglich der neuesten Ausgabe der Annalen lobte Ortsbürgermeister Markus Lehnen die umfangreichen Informationen und die eingearbeiteten Fotos. Eine akribische Leistung!

Für ein weiterhin gemeinsames Vorwärtsstreben in gewohnter Art sprach sich Bürgermeister Werner Angsten aus: Die Zusammenarbeit zwischen kommunalpolitischen Gremien und Vereinen verläuft konstruktiv.

Doch ein kritischer, aber auch optimistischer Rückblick auf das vergangene Jahr prägte die Veranstaltung. Hartnäckigkeit sei der Schlüssel zum Erfolg beim Bau der Ruwer-Radbrücke gewesen, erinnerte Lehnen. Es hat mir gezeigt, dass es sich lohnt, für eine Sache zu kämpfen, von der man überzeugt ist.

Ganz ohne fremde Unterstützung sei der Erfolg jedoch nicht eingetreten. Félix Boy Cloos aus Esch-sur-Alzette/Luxemburg habe mit einer Spende den Bau finanziell ermöglicht.

Aber auch die Erschließung des Neubaugebietes An der Fischerei und die Renaturierung des Dorfparks Dumpert seien Projekte, auf die man stolz sein könne.

Dittmar Lauer, der Herausgeber der Keller Annalen, wagte einen Rückblick auf die demografische Entwicklung der vergangenen Jahrzehnte und wies auf die geplante Verwaltungsreform hin. Wenn wir unsere Verbandsgemeinde erhalten wollen, müssen wir rechtzeitig Argumente sammeln und die Politik von deren Richtigkeit überzeugen.

Im Hinblick auf sein Engagement in der Kultur- und Geschichtswerkstatt wies Lauer auf zahlreiche Projekte hin, deren Fertigstellung die kommenden Jahre füllen werde. Diese intensive Arbeit hat auch bei mir Spuren hinterlassen. Ich würde mir wünschen, dass Kulturinteressierte mit mir gemeinsam diese Projekte erarbeiten, um dann dieses Erbe fortzuführen.

Die Veranstaltung wurde musikalisch umrahmt – schon traditionell – vom Sing- und Spielkrei unter Leitung von Karin Jäckels: Gitarre: Schwester Anna Gertraud, Ingrid Waschbüsch, Monika Wagner, Cilli Erschens, Margret Barth, Agnes Philippi; Querflöte: Nina Philippi, Karoline Hornetz und Monika Barth.

 

Begrüßungsansprache des Vorsitzenden des Heimat- und Kulturvereins Kell am See:

Im vergangenen Jahr haben wir die Geburtsstunde des neuen Deutschland gefeiert, am 23. Mai 1949 wurde das Grundgesetz verkündet. Wir können nach diesen 60 Jahren mit großem Stolz und mit Bewunderung auf ein demokratisches Gemeinwesen blicken, das in der Geschichte der Deutschen einmalig und gefestigt ist.

Das verdeutlicht auch die Reaktion der Deutschen auf die weltweite Finanzkrise – eine Krise in bisher unbekanntem Ausmaße – denn wir stellen verwundert fest: Die Deutschen, denen man eine Neigung zur Apokalypse und Hysterie nachsagt, reagieren mit Augenmaß und Gelassenheit auf diese Krise. Keine Spur von Panik oder zum Extremen neigend – weder nach links noch nach rechts, kein Aufstand auf der Straße. So darf man vermuten, dass die Deutschen ihren Institutionen, ihrem Staat, ja auch der politischen Klasse vertrauen.

Dieses Vertrauen in die Gestaltungskraft ihrer Politiker ist bisher nicht erschüttert, so sehr man sich auch in diversen Talkshows, in endlosem Geschwafel selbsternannter Experten in verantwortungsloser Weise bemüht, unsere demokratisch gewählten Politiker als Ignoranten hinzustellen, als habe es die Weimarer Republik nicht gegeben.

In diesem Jahr können wir auf das Kriegsende vor 65 Jahren zurückblicken. Wir erinnern uns der deutschen Katastrophe, erinnern wir uns aber auch daran, wie diese Katastrophe begann, sie hat ihre Wurzeln auch darin, dass zu viele Menschen aller Gesellschaftsschichten die junge Demokratie nicht akzeptierten und ihre Repräsentanten ihrer politischen Reputation beraubten.

Die Kommunalwahlen im vergangenen Jahr haben für die Gemeinde Kell am See ein Ergebnis gebracht, dass sich niemand hat wünschen können. Es muss jeden echten Demokraten nachdenklich stimmen, wenn in einem 2.000 Einwohner großen Ort und einer Amtssitzgemeinde eine Partei 100% der Sitze erhält, weil nur eine Liste aufgestellt war.

Axel Munsteiner kommentierte dazu im Trierischen Volksfreund: Es ist ein Unding und verheerend für eine Demokratie, dass die Bürger keine Alternativen haben und eine Partei, gleichwie sie heißt und wie gut ihre Arbeit ist, allein herrschen kann. Damit schadet man dem ganzen Dorf.

Nur im Wettbewerb der Ideen, im fairen Streit um die Realisierung kommunaler Vorhaben und im ständigen Dialog mit den Bürgerinnen und Bürgern können wir unserer im Grundgesetz vor 60 Jahren festgeschriebenen demokratischen Verantwortung gerecht werden.

Das 1375 Jahre alte Kell wurde bei der Verwaltungsreform des Trierer Erzbischofs und Kurfürsten Balduin von Luxemburg Mitte des 14. Jahrhunderts Sitz einer sogenannten Pflege – man könnte sagen eines Unteramtes – des neuzugeschnittenen kurtrierischen Amtes Grimburg und blieb es über 450 Jahre lang. Während der französischen Okkupation und während der Zugehörigkeit zum französischen Kaiserreich behielt Kell diese Mittelpunktfunktion und wurde eine sogenannte Mairie, eine Bürgermeisterei also, wenige Jahre später ein preußisches Amt und mit der letzten territorialen Verwaltungsreform vor 40 Jahren Sitz der neuen, um die Hochwalddörfer des ehemaligen Amtes Saarburg-Ost erweiterten Verbandsgemeinde Kell bzw. Kell am See.

Nun steht wiederum eine Verwaltungsreform an. Das Erste Landesgesetz zur Kommunal- und Verwaltungsreform wird zur Zeit in den kommunalen Spitzenverbänden beraten und soll dann in das parlamentarische Verfahren eingebracht werden. Der Gesetzesentwurf setzt die Parameter für künftige Verbandsgemeinden fest: mindestens 12.000 (knapp 10.000) Einwohner, mehr als 100 (160) qkm Fläche und mehr als 15 (13) Ortsgemeinden (in Klammern die Daten unserer Verbandsgemeinde). Wenn diese Parameter streng eingehalten werden, besteht Gefahr, dass sich die Strukturen der Verbandsgemeinde ändern werden und Kell nach fast 700 Jahren seine Mittelpunktfunktion verliert. Wem kann daran gelegen sein? Wenn wir unsere Verbandsgemeinde erhalten wollen, müssen wir daher rechtzeitig Argumente sammeln und vortragen und die Politik von deren Richtigkeit überzeugen.

Zur neuen Radwegbrücke, dem beharrlichen Einsatz bei hartnäckigem Widerstand, der übrigens von Tag zu Tag – je mehr Radfahrer und Fußgänger, jung und alt, die Brücke gefahrlos, zügig und fröhlich überqueren – unverständlicher erscheint, will ich weiter nichts sagen – aber das war ja auch ausreichend – als dass wir, der Heimat- und Kulturverein, im Mai ein Bahnhofsfest arrangieren möchten, wozu wir bereits die feste Zusage des Historischen Fahrradvereins Opel in Rüsselsheim haben, die mit einer Anzahl von Oldtimer-Fahrrädern eine Attraktion darstellen werden, unterstützt von Freunden aus Luxemburg, die von Trier über die Radwegbrücke kommend am Historischen Bahnhof zu uns stoßen werden. Das Luxemburger Wort hat bereits einen ausführlichen Vorbericht angekündigt und so hoffen wir, dass viele Luxemburger nach Kell kommen, wobei wir ihnen mit Stolz und Zufriedenheit die Radwegbrücke als deutsch-luxemburgischen Brückenschlag vorführen können.

Von allem, was der Mensch baut und aufbaut, gibt es nichts Besseres und Wertvolleres als Brücken – diesem Wort des serbischen Schriftstellers Ivo Andric ist nichts hinzuzufügen. Dass wir den Brückenschlag aber realisieren konnten, ist letztendlich der großherzigen Spende von Félix Boy Cloos aus dem luxemburgischen Esch-sur-Alzette zu verdanken. Wir haben ihm in den Keller Annalen zwei Seiten gewidmet, auf denen wir den erfolgreichen Unternehmer, den fantasievollen Erfinder und talentierten Künstler als einen bescheidenen Menschen ohne Starallüren, aber mit einem großen Herz für Kinder vorstellen. Félix Boy Cloos selbst kann an dieser Veranstaltung nicht teilnehmen, ich freue mich aber über die Anwesenheit von Hans Hebben, der als enger Vertrauter von Félix Boy Cloos den Kontakt zwischen Luxemburg und Kell hergestellt hat.

Adalgisel Grimo, der fränkische Diakon aus dem 7. Jahrhundert, stand im vergangenen Jahr mehrmals im Mittelpunkt kultureller Veranstaltungen – ich erinnere an das kirchenmusikalische Konzert in unserer Pfarrkirche und an die Überreichung der Bronzetafeln am 30. Dezember, dem Tag der Testaments-Ausstellung vor 1375 Jahren. Es darf ruhig noch einmal wiederholt werden: Erstmals im Kreis Trier-Saarburg und darüber hinaus haben sich gleich vier Dörfer, die im Testament des Diakons erstmals urkundlich erwähnt werden, zusammengetan, um sich der gemeinsamen Geschichte zu erinnern.

In diesem Jahr werden wir gleich viermal an den fränkischen Diakon erinnert werden, wenn in den vier Ortsgemeinden die Bronzetafeln im Rahmen dörflicher Veranstaltungen enthüllt werden und diese – für jeden sichtbar – die gemeinsame Geschichte dauerhaft und nachhaltig dokumentieren und bewahren.

Die Arbeit in der Kultur- und Geschichtswerkstatt im Historischen Bahnhof geht kontinuierlich weiter und das zeigt sich nicht zuletzt in der Herausgabe von Büchern im vereinseigenen Verlag Alta Silva. Im vergangenen Jahr wurden zwei neue Bücher vorgestellt: ein reichlich bebilderter Gedichtband von Raimund Kläser und ein Buch von Berthold Müller über die Großfamilie Birtel aus Krettnich, deren Urahn – ein geschickter Unternehmer und Erzgrubenbesitzer – als Bauernkönig bezeichnet wurde.

Für die erste Jahreshälfte ist die Herausgabe von zwei Publikationen vorgesehen. Zum einen wird das Buch von Albert Lehnen, gut recherchierte Erinnerungen aus seiner Jugendzeit, erscheinen und zum anderen ein Buch über den 1965 verstorbenen Lehrer und Heimatschriftsteller Matthias Lang mit einer von Manfred Moßmann getroffenen Auswahl der besten Gedichte und Erzählungen in Mundart und Hochdeutsch und einem ausführlichen Lebensbild dees Schriftstellers von Dittmar Lauer.

Nicht vergessen werden die weiteren Vorarbeiten für die geplante Chronik der Gemeinde Hinzert-Pölert, auf deren Herausgabe man – und zwar in nicht allzu ferner Zukunft – in der Doppelgemeinde gespannt ist. Nach diesen Verpflichtungen werden wir die bereits vorgestellten Chronikbände unserer eigenen Gemeinde in der vorgesehenen Reihenfolge fertig stellen und herausgeben.

Für das begonnene Jahr 2010 wünsche ich Ihnen alles erdenklich Gute, dass das, was Sie sich wünschen, in Erfüllung gehen möge und Zuversicht in allem, was Sie begonnen haben und zu Ende bringen wollen, denn – nach dem Aphoristiker Werner Mitsch: Die Zuversicht ist ein Kräftigungsmittel für die Seele.

 

80 Jahre

Manfred Lang feiert Geburtstag

Manfred Lang, der jahrzehntelang in der Keller Kommunalpolitik an führender Stelle tätig war, konnte seinen 80. Geburtstag im Freundeskreis feiern. In Ansprachen und Grußadressen kam die Hochachtung zum Ausdruck, die der Jubilar nach wie vor genießt.

Auf eigenen Wunsch hatte Manfred Lang auf persönliche Geschenke und Zuwendungen verzichtet und statt dessen um Spenden für den Kindergarten St. Michael gebeten. So kam eine stattliche Summe in Höhe von 2.515 € zusammen, die Manfred Lang der Leiterin des Kindergartens, Schwester Maria-Regina, überreichen konnte. Die Spende wird für die Anschaffung besonderer Spielobjekte sowie für neues Mobiliar verwendet. Ein Teilbetrag der Spende von 400 € dient jedoch, im Sinne des Spenders, dem Kauf von Wolle für die Missionsstrickrunde im Schwesternhaus.

Das gesamte Team des Kindergartens gratulierte dem Jubilar Herrn Lang nachträglich sehr herzlich zu seinem Festtag und wünschte ihm von Herzen Gottes reichsten Segen und eine gute Gesundheit für noch zahlreiche glückliche Lebensjahre.

 

Timo Philippi gewinnt Lesewettbewerb

Der Börsenverein des Deutschen Buchhandels schreibt jedes Jahr einen Vorlesewettbewerb für die 6. Klassen aus, an dem auch die Realschule plus teilnahm. Dabei wird zunächst in jeder der drei Klassen ein Klassensieger ausgelesen. Bei der Abstimmung sind Schüler und Lehrer gleichermaßen stimmberechtigt. Die drei Klassenbesten müssen dann vor großem Publikum aus einem Buch ihrer Wahl und aus einem ihnen bisher noch nicht bekannten Buch Kostproben ihrer Vorlesekunst ablegen. Die Jury ermittelte als Schulsieger Timo Philippi, dem der Schulleiter Bernd Staudt und sein Stellvertreter Herbert Behres mit einem Buchgeschenk und einer Urkunde gratulierten.

 

100 Jahre

Magdalena Lang älteste Frau

Einen seltenen Geburtstag konnte Magdalena Lang geb. Heyer im Kreise ihrer Familienangehörigen begehen: Sie wurde 100 Jahre alt und ist damit die älteste Frau in der Gemeinde. Sie wohnt bei ihrer Tochter gleichen Namens, die ihre Mutter seit Jahren pflegt und betreut.

Die im Jahre 1910 geborene Jubilarin, die Jüngste von zehn Kindern, hatte 1936 den Landwirt Johann Lang geheiratet. Der Bauernhof der Familie Lang stand dort, wo heute die Heizungs- und Sanitärfirma HWH (der ehemalige X-Markt) ihr Geschäft hat. Neben der Landwirtschaft eröffnete Magdalena Lang den Kolonialwarenladen, den schon ihre Schwiegermutter betrieb, später aber aufgegeben hatte, wieder.

Zu den zahlreichen Gratulanten fanden sich in Vertretung des Landrats Günther Schartz der Erste Beigeordnete Dieter Schmitt, Bürgermeister Werner Angsten und Ortsbürgermeister Markus Lehnen ein.

Zwei Monate später ist die hundertjährige Magdalena Lang gestorben. Sie wurde unter großer Anteilnahme zu Grabe getragen.

 

Jasmin I. und Cacey I.

Unter dem Motto Auf hoher See mit Callida – Fastnacht wie’s bis heut‘ nicht war eröffnete der Karnevalsclub Callida die bevorstehende Session. Witterungsbedingt musste die Proklamation im Gasthaus Zum Friedlichen Landmann vorgenommen werden. Die spannende Frage nach dem neuen Prinzenpaar lüftete – begleitet vom Musikverein Concordia – Sitzungspräsident Klaus Marx: Es sind in diesem Jahr Jasmin I. und Cacey I., die die närrische Schar sogleich begrüßten, wobei der Prinz den Vogel abschoss, indem er in Kennedy-Manier erklärte: Eisch seien en Keller!

 

Heimatverein Hasborn zu Besuch

Etwa zwanzig Vorständler und Mitglieder des Heimatvereins Hasborn besuchten die Geschichtswerkstätte im Historischen Bahnhof, um sich über ihre Ortsgeschichte zu informieren. Sie zeigten sich überrascht von den zahlreichen Archivalien-Kopien mit Hasborner Betreffen, die in den Archivkisten abgelegt sind. Hasborn gehörte bis etwa 1800 zum kurfürstlichen Amt Grimburg und ist daher mit dessen Geschichte sehr eng verknüpft.

 

Callida auf Kreuzfahrt

Sie waren in den letzten Jahren schon im Märchenland, im wilden Westen, im Morgenland oder auf der Alpen-Alm. Doch in dieser Session legen die Keller Karnevalisten sogar noch eins drauf und erobern die sieben Weltmeere. Auf hoher See mit Callida - Fastnacht wie's bis heut nicht war, lautet diesmal ihr Motto, und passend dazu haben sie bei ihrer Prunksitzung fast 500 Zuhörer zu einer vierstündigen Kreuzfahrt mit dem Traumschiff Callida begrüßt. Klar: Mit den Garden im Gefolge ist es zunächst dem ehrwürdigen Elferrat vorbehalten, pünktlich um 20.11 Uhr mit donnerndem Applaus Alaaf olé in die Sporthalle einzuziehen, an Bord zu marschieren und die Kapitänsbrücke - einen eigens neben der Bühne aufgebauten Ozeanriesen - zu besetzen. Die Kommandanten stellen schon gleich klar: Auf dieser Kreuzfahrt ist Frohsinn angesagt, und deshalb waren für Politiker keine Plätze mehr auf der Callida frei. Für die hohen Herren haben wir lieber Fünf-Sterne-Suiten auf der Titanic reserviert, verkündet Edgar Thielen. Dann aber werden die Segel gesetzt und das Narrenschiff nimmt in den folgenden vier Stunden volle Fahrt auf.

Zunächst stehen natürlich die wichtigsten zwei Passagiere im Mittelpunkt, und der Keller Karnevalsklub huldigt seinem Prinzenpaar Jasmin I. und Cacey I. Letzterer erobert die Herzen des Narrenvolks im Sturm, weil er sich an seinen berühmten Landsmann John F. Kennedy erinnert und immer, wenn der Text seiner deutschen Rede zu schwer wird, mit stolzgeschwellter Brust betont: Ich bin ein Keller!

Ein Ticket auf der Callida haben sich auch zwei ältere Damen (Aloys Stüber und Edith Lehnen) gesichert, die mit dem Rollator aus dem Keller Seniorenheim ausgebüxt sind und nun über längst verflossene Zeiten sinnieren, als ihnen die Männerwelt noch zu Füßen lag.

Unter den Passagieren gibt es aber auch etliche skurille Gestalten. So steigen der Clochard Reinhard Lorenz, der Paul-Panzer-Imitator Sebastian Thielen oder der greiliche Norbert Stüber in die Bütt. Sie schwadronieren über Gott und die Welt, wobei es auf Deck auch mal schlüpfrig werden kann. Mit Vorliebe wird natürlich über das aktuelle Dorfgeschehen im Heimathafen Kell getratscht und manche Berühmtheit in der Bürgerschaft durch den Kakao gezogen. Johannes Reitz und Klaus Marx wird beispielsweise das beinahe unendliche Warten auf's neue Feuerwehrhaus nun doch zu bunt, und deshalb versuchen sie, aus Styropor-Platten selbst eins zu bauen.

Besonders genüsslich weiden sich die Keller aber am Schicksal ihrer lieben Nachbarn aus Schillingen, in deren Halle nun doch tatsächlich und ganz ohne Witz durch einen Wasserrohrbruch Land unter herrscht. Das hätte zwar zum Keller Karnevalsmotto gut gepasst: Aber bevor wir unsere Prunksitzung in Schillingen machen, wird Käpt'n Ahab von Moby Dick wieder ausgespuckt, frozzelt Edgar Thielen.

Eins wird aber bei dieser Kreuzfahrt auch deutlich: So richtig schlagen die Wogen der Begeisterung meistens dann hoch, wenn getanzt wird. Denn es sind vor allem die fulminanten Auftritte der Hof- und Prinzengarde, des Funkenmariechens Katharina Klaeser und des Männerballetts, die das Publikum zum stürmischen Applaus beim Karneval auf hoher See animieren.

Mitwirkende: Jasmin I. und Cacey. I. (Prinzenpaar), Edgar Thielen (Einleitung), Klaus Marx (Sitzungspräsident) und Elferrat (Seemannschor), Rainer Lauer und Mechthild Stumm (silbernes Prinzenpaar), Nobert Stüber, Johannes Reitz, Sebastian Thielen, Reinhard Lorenz, Aloys Stüber und Edith Lehnen (Büttenreden), Katharina Klaeser (Funkenmariechen), Männerballett (Leitung Saskia Lehnen), Hofgarde (Leitung Franziska Marx und Dorothee Waschbüsch), Prinzengarde (Leitung Jasmin Barthel), Gast-Prinzenpaare aus Schillingen, Reinsfeld und Greimerath, Musikverein Concordia (Bordkapelle)

 

Herrensitzung bei Callida

Mehr als 150 närrische Männer erlebten über vier Stunden ein prall gefülltes Programm bei der Herrensitzung im Saal Zum Friedlichen Landmann. Zahlreiche Beiträge, Gesang und deftige Tänze zeichneten einen männerfreundlichen, aber dennoch nicht frauenfeindlichen Nachmittag aus.

Besonders viele Ovationen erhielt Paul Panzer alias Sebastian Thielen, der auch in diesem Jahr wieder bewies, dass er sich in Optik und Vortrag unmittelbar am Original bewegt.

 

Februar

Rektor Walter Stephan im Ruhestand

Mit einem bunten Programm unter dem Motto Zirkus Fantastico haben die 112 Kinder der Grundschule Schillingen ihren Rektor Walter Stephan in den Ruhestand verabschiedet. Bei der Feierstunde in der Schulsporthalle waren auch das Lehrerkollegium sowie das frühere Lehrer-kollegium mit den Schulleitern Bernd Morgen und Josef Meyer, Pastor Thomas Linnartz, Bürgermeister Werner Angsten sowie die Ortsbürgermeister von Kell am See, Heddert und Schillingen (Markus Lehnen, Josef Wagner und Markus Franzen) dabei.

Es ist heute ein besonderer Tag, sagte Lehrersprecher Manfred Rommelfanger. Nicht nur die Ausgabe der Zeugnisse stehe an, sondern auch die Verabschiedung des Schulleiters, Walter Stephan, der 20 Jahre an der Grundschule Schillingen als Lehrer tätig war. Es war ein großer Bahnhof für den scheidenden Rektor, der nun in die Passivphase der Altersteilzeit tritt. Gemeindereferentin Anita Ludwig, die Kindergartenleiterinnen der Kindergärten aus Kell am See und Schillingen, die Schulleiter aus den benachbarten Grundschulen der Verbandsgemeinde, aber auch die Vertreter der Realschule plus mit dem früheren Schulleiter Alfons Bonerz waren der Einladung gefolgt. Für den Schulelternbeirat kamen Sarah Bärwinkel-Alten und Johannes Reitz, für den Förderverein Klaus Lofi.

Unter dem Motto Zirkus Fantastico führten alle Klassen der Grundschule ein kurzweiliges und attraktives Programm vor, das die vielen Facetten einer lebendigen Schule aufzeigte. Regierungs-schuldirektorin Margret Meier ließ die wichtigsten Ereignisse Revue passieren und blickte auf das Lebenswerk des Schulleiters zurück. Seine beruflichen Stationen hätten den gebürtigen Saarländer über das Landesheim für Gehörlose und Schwerhörige Trier, die Hauptschule Kell am See, die Grund- und Hauptschule Trier-Ruwer 1987 bis in die Grundschule Schillingen geführt. Das Wohl der Kinder hätte bei dem beliebten Lehrer stets im Vordergrund gestanden.

Stephan habe Spuren hinterlassen, sagte die Schulaufsichtsbeamtin. Mit Einfühlungsvermögen und einer Portion Organisationstalent habe er gestaltet und mitgestaltet und seine Arbeiten erfolgreich umgesetzt. Werte seien vorgelebt worden.

Die Grundschule Schillingen habe nicht zuletzt wegen der guten Arbeit von Stephan in der Öffentlichkeit ein gutes Image, sagte Bürgermeister Werner Angsten. Die Bildung habe insgesamt in der Verbandsgemeinde einen guten Stellenwert. Er überreichte dem scheidenden Pädagogen ein Bild, gemalt von Ursula Stimmler aus Züsch, Ehefrau Gabriele erhielt eine Orchidee. Der Personalratsvorsitzende, Manfred Rommelfanger, bedankte sich für die kollegiale Zusammenarbeit zwischen dem Lehrerkollegium und Rektor Walter Stephan.

Primus inter pares – Erster unter Gleichen – so habe er seine Schulleitung verstanden. Stephan sei ein Multitalent gewesen und habe in dem interdependenten Feld von teilweise widersprüchlichen Interessen der Schüler, Eltern, des Schulträgers und der Kollegen vermitteln und Kompromisse schließen können.

 

Kindergarten plus

Wir bedanken uns alle ganz herzlich beim Lions-Club Hochwald, der dieses Projekt mit seinen Kosten in Höhe von 750 Euro in jedem Jahr möglich macht, verkündete Ordensschwester Maria Regina. Der Club kümmert sich, nachdem er bereits in den vergangenen Jahren die Patenschaft für das Programm Kindergarten plus übernommen hatte, auch in diesem Jahr um die Einrichtung in Kell am See.

Präsident Jürgen Emmerich gab eine Übersicht über das Programm, das die kindliche Persönlichkeit stärken soll und sich an vier- bis fünfjährige Kinder in Kindertageseinrichtungen richtet. Es bestehe aus neun Bausteinen, die in einer extra dafür zusammengestellten Gruppe im Zeitraum eines halben Jahres durchgeführt werden. Ziel sei es, die soziale, emotionale und geistige Bildung der Kinder, darunter Fremdwahrnehmung, Einfühlungsvermögen, Kommunikations- und Konfliktfähigkeit, Wahrnehmung von Selbstwirksamkeit und Eigenkompetenz, Motivations-, Leistungs- und Beziehungsfähigkeit zu stärken und zu fördern.

An den neun Vormittagen geht es um die Themen Körper, Sinne, Gefühle, Beziehungen, Grenzen und Struktur. In Spielen, Übungen, Gesprächen, Liedern und mit kreativen Methoden werden die Kinder angeleitet, sich selbst und andere mit ihren speziellen Eigenarten und Gefühlen bewusst wahrnehmen und ausdrücken zu können, sagte Sandra Walther, die speziell ausgebildete Trainerin des Keller Kindergartens. Den Eltern werde durch Kindergarten plus vermittelt, dass sie für den Bildungserfolg ihres Kindes eine herausragende und unersetzliche Rolle spielen. Parallel zum Programm mit den Kindern erhalten sie speziell gestaltete Elternbriefe, in denen sie über die Inhalte der Module informiert werden.

Kindergarten plus wird über Programmpaten finanziert. In vielen Fällen wie auch am Beispiel Kell am See sei dies ein Lions Club, erklärte Emmerich. Er habe Kindergarten plus, das von der Deutschen Liga für das Kind entwickelt wurde, in sein Förderprogramm aufgenommen.

Es beinhaltet neun Module für die Kinder, zehn Elternbriefe mit Informationen und Anregungen parallel zu den Themen sowie pädagogische Materialien für die Erzieherinnen und Trainerinnen. Die beiden Handpuppen Tula und Tim sind den Erzieherinnen zur Nachbereitung der Module eine große Hilfe. Zwei Elternabende zur Vor- und Nachbereitung des Programms mit Eltern und Erzieherinnen runden das Programm ab.

 

Rathaus wird gestürmt

Auch im Rathaus in Kell ist gegen die geballten karnevalistischen Sturmtruppen aus der gesamten Verbandsgemeinde kein Kraut gewachsen. Hausherr Werner Angsten und seine getreuen Verwaltungsmitarbeiter sehen sich Aug in Aug mit einer kostümierten Putschisten-Schar. Die Aufständischen kommen vom heimischen Karnevalsklub Callida, aus Greimerath, Mandern, Schillingen-Heddert, Lampaden und Zerf.

Dem alterfahrenen Bürgermeister wird schnell bewusst: Hier ist jeder Widerstand zwecklos, die Zeit seiner Regentschaft ist vorbei, und es bleibt ihm nichts anderes übrig, als vorläufig abzudanken. Das macht Angsten aber nur, indem er sich in Galgenhumor flüchtet und seinen närrischen Nachfolgern zuruft: Nehmt den Rathaus-Schlüssel und geht hin, in unserer Kasse ist sowieso nichts drin!

 

Bezirksparteitag in der Kulturhalle

In der Sport- und Kulturhalle fand der CDU-Bezirksparteitag statt. Wichtigster Tagesordnungspunkt war die Neuwahl des Bezirksvorstandes. Der bisherige Vorsitzende Michael Billen hatte schon im Vorfeld signalisiert, dass er nicht mehr kandidieren würde. An seine Stelle wurde Patrick Schnieder, Bürgermeister der Eifel-Verbandsgemeinde Arzfeld und Vorsitzender der KPV im Bezirk Trier gewählt.

Hauptredner war der CDU-Landesvorsitzende Christian Baldauf. Ein Grußwort sprach u.a. auch der CDU-Ortsvorsitzende Horst Glessner.

 

Horst Zimmert neuer SV-Vorsitzender

Letzte Amtshandlung: Volker Klaeser begrüßte die Mitglieder zur Jahreshauptversammlung des SV Kell und zog in seinem Bericht nicht nur einen Rückblick auf das vergangene Geschäftsjahr, sondern auch auf seine gesamte Amtszeit als Vorsitzender. Es seien sehr arbeitsintensive und bewegte Jahre gewesen. Wie Klaeser stellte sich auch der zweite Vorsitzende, Detlef Schmitz, nicht wieder zur Wahl. Tina Reichert gibt die Leitung der Turnabteilung in andere Hände ab.

Der Sportverein hat rund 670 Mitglieder und bietet eine Vielzahl an sportlichen Möglichkeiten. Die Bilanz fiel bei allen Abteilungen positiv aus.

Auf der Tagesordnung stand die Neuwahl des Vorstandes. Der Sportkreisvorsitzende und Ehrenvorsitzende des SV Kell, Felix Jäger, übernahm die Versammlungsleitung. Auf Vorschlag des alten Vorstandes wurde Horst Zimmert einstimmig zum neuen ersten Vorsitzenden des Sportvereins gewählt. Zuvor stellte sich Zimmert der Versammlung vor und machte deutlich, dass er als neuer Vorsitzender ein Augenmerk auf alle Abteilungen des SV legen werde. Eine besondere Aufgabe, die auf Zimmert in seinem ersten Amtsjahr zukommt, ist das Jubiläumsfest im August, das der Verein anlässlich seines 90-jährigen Bestehens feiert. Die Fußballabteilung wird in Zukunft ein Schwerpunkt des neuen zweiten Vorsitzenden und des Abteilungsleiters Fußball sein.

Den neuen Vorstand, der ohne Gegenstimme gewählt wurde, bilden: erster Vorsitzender: Horst Zimmert; zweiter Vorsitzender: Thomas Kohler; Geschäftsführer: Martin Reichert; Kassenwart: Markus Hau; Jugendleiter: Udo Müller; stellvertretender Jugendleiter: Rüdiger Backes; Beisitzer: Gabi Behres, Hannah Stephan, Holger Weiland, Christian Glessner.

Die neugewählten Abteilungsleiter: Basketball: Jan Schmitt, Stellvertreter: Jochen Stephan; Fußball: Marco Justinger, Stellvertreter: Christian Glessner; Schach: Manfred Hornetz, Stellvertreter: Winfried Klaeser; Tischtennis: Alfons Eibel, Stellvertreter: Peter Kirchen; Turnen: Elke Jungblut, Stellvertreterin: Tina Reichert.

 

Karnevalsumzug in Schillingen

Die Ortschaften Kell am See und Schillingen führen ihre Umzüge gemeinsam durch, wobei sie von Jahr zu Jahr den Umzugsort wechseln. Das wirkte sich auch in diesem Jahr wieder auf Quantität und Qualität aus. Schillingens Ortsbürgermeister Markus Franzen, der eigens für diesen Tag veranlasst hatte, dass auf den Straßen im Ortsmittelpunkt eine Bodenheizung verlegt worden war, verkündete die Teilnehmeranzahl: 42 geschmückte Wagen und bunte Fußgängergruppen hatten sich gemeldet und sparten nicht mit Kamellen und anderen Süßigkeiten. Zahlreiche Fußbälle wurden zur Freude der Kleinen von einem Wagen hoch in die Luft geschossen. Der Fänger konnte den Ball sein Eigen nennen.

Die Karnevalsgruppen befassten sich, wie nicht anders zu erwarten, auch mit dem geplanten Steinbruch bei Mandern, den die Hedderter gerne gegen ihre übel riechende Hühnerfarm tauschen würden.

Pokalschreck Jugendfeuerwehr Schillingen strebt dagegen die Weltmeisterschaft an. Für Aufsehen sorgte die Hedderter Eisenbahn, die bereits in der Kappensitzung großen Beifall heraufbeschworen hatte.

 

KS-Logistic&Services

Auf einem Hallenareal von 5000 Quadratmetern sind seit kurzem in Kell über 1000 Teile von der kleinen Unterlegscheibe bis zum größeren Rohr deponiert, die alle einem Zweck dienen. Die Logistiker sind für die laufende Materialversorgung eines Automobilzulieferers im Hochwald – so die offizielle Sprachregelung - zuständig. Gemeint ist damit das Bilstein-Werk. KS übernimmt also die Beschaffung, Lagerung und Anlieferung der kompletten Palette an Teilen, die in Mandern für die Stoßdämpferherstellung nötig ist. Die Spedition soll demnach dafür garantieren, dass beim Autozulieferer die Produktionskette nicht wegen fehlender Teile abreißt. Über ein eigens eingerichtetes EDV-System, so Konze, erhält sein Unternehmen direkt vom Autozulieferer die Nachricht, für welche Materialien Bedarf besteht. Sechs bis sieben LKW-Fuhren gehen täglich von der Keller Halle zum Werk nach Mandern raus. Außerdem kommen laut Konze bis zu zehn LKW täglich an, um aus ganz Europa die für die Stoßdämpferproduktion nötigen Teile in Kell anzuliefern und zwischenzulagern.

Früher sei die Logistik für das Manderner Werk von Trier aus von einer anderen Firma gesteuert worden. Wegen der größeren Nähe habe sich der Automobilzulieferer aber für die Verlagerung der Logistik nach Kell entschieden und seinem Unternehmen den Zuschlag gegeben, so Konze im TV-Gespräch. Circa 500 000 Euro habe KS in die Einrichtung der Halle am neuen Standort im Hochwald investiert. In etwa gleicher Höhe hat sich Vermieter Geiger an baulichen Veränderungen – etwa der Installation der neuen Laderampe – finanziell beteiligt.

Möglicherweise will Konze die Aktivitäten von KS in Kell noch ausweiten. Wir überlegen ernsthaft, inwiefern wir unser Dienstleistungsangebot auch anderen Kunden in der Region Trier und in Luxemburg anbieten werden, sagt der Geschäftsführer von KS.

Für Ortsbürgermeister Markus Lehnen wäre das wünschenswert. Er sei aber schon heute froh, dass im früheren Türenwerk wieder etwas läuft, eine Halle schon wieder genutzt wird und es keine leer stehende Ruine mitten im Ort gibt. Klar sei aber auch, dass die Kommune nach der Ansiedlung von KS darauf hofft, dass weitere Folgefirmen nach Kell kommen. Dort oben sind ja noch andere Hallen frei, sagt Lehnen.

 

Ehrennadel für Karl-Heinz Willger

Der Ministerpräsident Kurt Beck hat Karl-Heinz Willger die Ehrennadel des Landes Rheinland-Pfalz verliehen. Im Rahmen einer Feierstunde in der Kreisverwaltung überreichte Landrat Günther Schartz eine Urkunde und die Ehrennadel. Er hob die herausragenden Leistungen Karl-Heinz Willgers hervor, vor allem im musikalischen Bereich. Seit 1972 sei er im Vorstand des heimischen Musikvereins Concordia, davon alleine 16 Jahre als erster Vorsitzender und 12 Jahre als Stellvertreter. Seit Gründung im Jahre 1990 stehe er dem Verbandsgemeinde-Orchester als Dirigent vor. Dem Ortsgemeinderat hat Karl-Heinz Willger angehört. Als Initiator des größten Projektes in der Vereinsgeschichte, dem Umbau des Millenhauses zu einem Vereinshaus, habe er sich ebenfalls große Verdienste erworben.

Den Glückwünschen des Landrates schlossen sich Bürgermeister Werner Angsten und der erste Beigeordnete Horst Glessner an.

 

Angebot erweitert

Hier werden die Menschen nicht einfach so geparkt, versichert die Leiterin des DRK-Seniorenzentrums Kell am See, Sigrun Bergtold, gegenüber Heidi Hans-Sadowsky, die ihre Mutter, Klara Hans, als erste Nutzerin des neuen Tagespflegeangebotes in die Einrichtung brachte. Vier neue sogenannte Präsenzkräfte stehen nun zur Verfügung. Auf Vorlieben bei Speisen und Getränken, Interessen sowie körperliche Bedürfnisse gehen die Kräfte ein, um den Aufenthalt angenehm und integriert in den Alltag der anderen Heimbewohner zu gestalten.

Als pflegende Angehörige hat man es nicht leicht, bestätigt die Tochter der 85-Jährigen. Heidi Hans-Sadowsky muss rund um die Uhr für ihre Mutter da sein. Stehen beispielsweise Einkäufe an, muss Ersatz gefunden werden. Ich habe immer ein schlechtes Gewissen, wenn ich aus dem Haus gehe, beklagt die Tochter.

Das ist jetzt anders, denn sie weiß ihre Mutter zweimal die Woche im Seniorenzentrum in guten Händen und kann dann selbst einmal ausspannen. Die 52-Jährige pflegt ihre Mutter seit 2006. Zum Glück muss ich sie noch nicht heben, erklärt sie. Aber sonst muss bei allen Tätigkeiten der Seniorin jemand dabei sein. Auf Dauer stresse das so, dass Gefahr besteht, selbst krank zu werden.

Bis Sommer letzten Jahres hatten wir noch keine Präsenzkräfte, erläutert Heimleiterin Bergtold. Die normalen Pflegekräfte seien jedoch mit dieser zusätzlichen Aufgabe überlastet gewesen. Die neuen Mitarbeiterinnen wie Erna Rimpler sind speziell für den Umgang mit alten und demenziell Erkrankten ausgebildet worden. Abwechslungsreich sollen die Tage im Seniorenzentrum gestaltet werden. Da läuft schon mal eine Platte von Zarah Leander, es wird vorgelesen oder Karten gespielt.

Das Langzeitgedächtnis funktioniert bei den älteren Leuten meist noch sehr gut, bestätigt Rimpler. Gerne erzählen die Bewohner von früher. In die Planung des Tageablaufes werden alle Nutzer mit einbezogen. Die Angehörigen werden fachlich beraten, damit die häusliche Pflege lange möglich bleibt.

 

Schäden durch Xynthia

Leicht in Mitleidenschaft gezogen hat Xynthia den Hochseilgarten im Freizeitbereich Arenswie-se. Laut Betreiber Oliver Goerke haben sich zwei Bäume, an denen Plattformen befestigt sind, durch den Orkan geneigt. Die Plattformen werden an anderen Bäumen installiert und der Parcours umgelegt. Wir sind glimpflich davongekommen, sagt Oliver Goerke. Die Wiedereröffnung sei durch die Schäden nicht gefährdet.

 

März

Highway to Kell zum Siebten

Seit September vergangenen Jahres hat Markus Hau mit seinem sechsköpfigen Team die siebte Auflage des Festivals Highway to Kell organisiert. Als sowohl die Heavy- Rocker Rammstein als auch Metallica neue CDs herausbrachten, standen die beiden Tribute-Bands fest: Moretalli-ca aus Trier und nach zwei Jahren erneut Feuerengel aus Bremen.

Mehr als 100 Helfer wurden mobilisiert - vom Sicherheitsdienst über die Besetzung der Küche, der Sektbar, diverse Getränkeschlepper sowie einen Thekendienst. Wichtig ist diesmal wieder der Brandschutz, scherzte Hau in Anspielung auf die Show der Band Feuerengel später am Abend. Doch die Brandbekämpfer wussten, was auf sie zukommt. 1200 Besucher, und keineswegs nur Jugendliche, wollten das nicht verpassen.

Los ging es schon am Tag zuvor mit einem Menschenkicker-Turnier. Da hatten drei Generationen Spaß, freute sich Hau. Turniersieger wurden Die Bombastischen aus Kell.

Moretallica, das ist eine lustige Truppe mit Andreas Adam (Gesang und Gitarre), Stefan Zender (Schlagzeug), Jürgen Hein (Bass) und Oliver Marmann (Lead-Gitarre), die sich als Tribute-Band der Heavy-Metal-Musik von Metallica verschrieben haben. Das ist glaubwürdige Musik mit viel Tempo – wie im richtigen Leben, meinte Andreas. Das auf der Bühne zu spielen, sei ein befreiendes Gefühl, fügte er hinzu und zeigte die Tattoos einiger Plattencover auf seinem Körper. Er hat Metallica sozusagen immer dabei.

Wer Feuerengel nach der Besetzung fragt, bekommt nur Vornamen: Boris (Gesang), Thorsten (Keyboards), Christoph (Schlagzeug), Daniel (Gitarre), Florian (Gitarre) und Holger (Bass). Letzterer besuchte 1997 ein Rammstein-Konzert und gründete danach spontan die Coverband Feuerengel. Ganz frische Songs wie Waidmannsheil und Liebe ist für alle da wurden authentisch interpretiert. Doch dafür allein besucht niemand ein Feuerengel-Konzert, denn wie bei den Originalen geht es stets heiß her. Flammenwerfer, Explosionen und Feuersäulen unterstreichen den donnernden Sound. Da wird schon mal Keyboarder Thorsten in einem riesigen Kochtopf per Flammenwerfer von Sänger Boris ein wenig gegrillt.

Wir haben ein eigenes Pyrotechnik-Team. Sonst wäre das verboten, erklärte Florian und betonte stolz: Da ist noch nie ein Unfall passiert. Sein Urteil zum Konzert: Das Publikum ist unwahrscheinlich gut drauf. Ein echt geiler Abend.

 

Erste Radstation im Hochwald

Mit der Fertigstellung des Ruwer-Hochwald-Radweges hat sich der Stellenwert des Radtourismus innerhalb der Verbandsgemeinde Kell am See grundlegend verändert. Einhergehend mit diesem generellen-Wandel und einer wachsenden Nachfrage nach radtouristischen Angeboten hat sich auch die örtliche Hotellerie diesem Wachstumssegment angepasst und bietet verstärkt radspezifische Angebote und Dienstleistungen an. So hat das Hotel Zur Post in Kell am See, welches bereits im vergangenen Jahr einen Mountainbike-Verleih aufgebaut hat, die Wintermonate genutzt, um seine Angebotspalette für radsportinteressierte Gäste umfassend zu erweitern. Pünktlich vor Beginn der anstehenden Saison lud Familie Krämer zur Eröffnung der ersten Hochwälder Radstation ein.

Diese umfasst, neben dem bereits bestens angelaufenen MTB-Verleih, nun auch den Verleih von zwei Elektro-Bikes und eine Indoor-Radstation, in der hoteleigene Gäste, aber auch Gruppen aus der Umgebung wetterunabhängig ihre Fitness verbessern und sich auf die Rad-Freiluft-Saison vorbereiten können.

Darüber hinaus kann man sich am dort installierten Computer eigene Radtourenvorschläge ausdrucken und, nach einer schweißtreibenden Spinningrunde, gar die Annehmlichkeiten einer Massage genießen. Die Physiotherapeutin Ines Geibel-Pazen steht nach Absprache für die Wander- und Radfahrgäste des Hotels in den neuen Räumlichkeiten zur Verfügung.

 

Drei neue Familienbücher

Volles Haus in der Alten Mühle, denn zahlreiche Bürger aus der Region hatten sich eingefunden, um der Präsentation des neuen Werkes von Heribert Scholer beizuwohnen.

Gleich drei Bücher hat Scholer in den vergangenen drei Jahren fertiggestellt und dabei Erfassungsdaten für die Ortschaften Kell am See, Mandern/Waldweiler und Schillingen/Heddert verarbeitet.

Seine Arbeit mit den Daten der Bürger aus der Region beschreibt Scholer selbst so: Ich erfasse komplette Kirchenbücher über Geburts- und Sterbedaten bis zum Jahr 1899 zum Zweck der Erfassung von Familien- und Standesamts-Daten. Auch Standesamtsbücher aus dieser Zeit werte ich aus. Was danach kommt, unterliegt allerdings dem Datenschutz und darf von mir nicht berücksichtigt werden.

Heribert Scholer besorgt sich für sein Schaffen aus den einzelnen Ortschaften und Pfarreien die Kirchen- und Standesamtsbücher, deren Eintragungen in den meisten Fällen allerdings in lateinischer Sprache vorgenommen wurden.

Den einzelnen Personenpassagen entnimmt er die erforderlichen Daten wie Namen und Vornamen sowie Geburts-, Tauf- und Heiratsdaten und überträgt diese in ein Computerprogramm. Nach Komplettierung der Personendaten einer Ortschaft wird das Ergebnis schließlich als Buch gebunden.

Über 40 fertige Bücher aus über 100 Ortschaften aus der gesamten Region von der Saar über den Hunsrück bis zur Mosel mit den Daten unzähliger Personen hat Scholer in der Vergangenheit bereits erstellt.

Für die Erfassung der Daten hatte Bürgermeister Werner Angsten dem Autor extra einen Raum innerhalb der Verbandsgemeinde zur Verfügung gestellt, in dem Scholer ungestört seiner Arbeit nachgehen konnte.

Karl Oehms, Leiter der Bezirksgruppe Trier für Genealogie, gab den interessierten Zuhörern Einblicke in die Handhabung der Bücher, wobei er zahlreiche Zitate aus der damaligen Zeit einbrachte, um die Arbeitsweise der Kirchen und Standesämter zu verdeutlichen. So sei zum Beispiel ein Kind gestorben dem Johannesen, das gerade noch trinkend an der Brust lag und von der Mutter, die eingeschlafen ist, versehentlich erstickt worden ist.

Ein solch enormer Arbeitsumfang, der von Scholer ehrenamtlich geleistet wird, bedarf eines toleranten Partners. Meine Frau Marga ist mit dem, was ich tue, einverstanden und unterstützt mich, wenn es möglich ist.

 

Fleischerei Schmitt feiert

Im Jahre 1995 übernahm der Fleischermeister Franz-Josef Schmitt den Betrieb der ehemaligen Fleischerei Geisen in Niederkell einschließlich der Filialen in Kell und Pluwig. Nachdem die beiden Söhne Thomas und Bernd mitarbeiten, ist die Fleischerei Schmitt zu einem richtigen Familienbetrieb mit nunmehr 15-jähriger Tradition geworden.

90 % unserer Produkte stellen wir selbst her, betont Clementine Schmitt, die jeden Dienstag und Freitag auch auf dem Viehmarkt in Trier ihre Waren anbietet. Und: Als besonderen Service bieten wir Jägern an, das von ihnen erlegte Wild fachgerecht zu zerlegen und portionsweise zu verpacken, so der Inhaber Franz-Josef Schmitt.

Insgesamt 17 Mitarbeiter in der Produktion und im Verkauf sorgen für einen reibungsfreien und kundenfreundlichen Ablauf in den Fleischerläden.

 

Die Dorfchronik Hinzert-Pölert...

...macht Fortschritte. Der Keller Dittmar Lauer, der die Chronik erstellt, referiert im Hinzerter Bürgerhaus über den Stand seiner Recherchen. Die Chronik soll im November 2011 erscheinen.

Hinzert war bis zum Ende des alten Reiches um 1800 mit dem Nonnen- und Benediktinerkloster Pfalzel verbunden, während in Pölert der Trierer Stadtadel über Grundbesitz verfügte. Dittmar Lauers Ausführungen über die Geschichte zog 50 Besucher im Hinzerter Bürgerhaus in den Bann. Im November 2011 soll die Chronik erscheinen. Auf Einladung von Ortsbürgermeister Markus Schmitt informierte Lauer über den Stand seiner Recherchen. Sein Resümee: Unterschiedlicher kann die Geschichte der beiden Orte nicht sein. Während Hinzert erst als Grundbesitz einer weiblichen Klostergemeinschaft in Nonnweiler zur Existenzsicherung beitrug und um das Jahr 1040 einem männlichen Stift zugesprochen wurde, wird der Grundbesitz in Pölert erstmals bei einem Mitglied der Trierer Adelsfamilie Palatio im Jahre 1267 erwähnt. Später tauchte der Pölerter Grundbesitz noch bei anderen Adligen auf.

Der Chronist zeigte den Besuchern seiner Präsentation zahlreiche Dokumente, angefangen von jahrhundertealten Landkarten und Urkunden, auf denen Hinzert noch Hintzerath hieß, hin zu Postkarten und Fotos. Lauer will die Einwohner von Hinzert und Pölert nach Namen von Personen auf Bildern und alten Flurbezeichnungen fragen. Auch ist er bei seinen Recherchen auf ein bleiernes Kreuz gestoßen, über das er Informationen sucht. Dem Konzentrationslager Hinzert will Lauer angemessenen Platz einräumen. Jedoch gebe es darüber ausreichend Literatur. Auch den Kriegstoten von Hinzert und Pölert widmet sich Lauer. Ich will jedem Gefallenen ein Gesicht geben.

Angetan waren die Besucher von den Ergebnissen der Recherchen. Mechthild Heib aus Pölert fand den Vortrag hoch interessant. Monika Willems aus Hinzert hat viel Neues erfahren über die Entwicklung des Dorfes. Letztlich spricht sie aus, was alle Besucher im Bürgerhaus offensichtlich denken: Es ist hoch interessant. Ich freue mich jetzt schon auf die Chronik.

 

Musical Magics in Kell

Leiden mit Evita und Miss Saigon, lachen über die sangesfreudigen Sister Act-Nonnen, wohlige Schauer genießen, wenn der kleine Horrorladen seine Pforten öffnet oder der Tanz der Vampire seinen betörenden und faszinierenden Charme entfaltet – all das versprachen die Veranstalter im Vorfeld, und 500 Musical-Freunde schenkten dieser Aussage Glauben. Sie taten gut daran, denn das, was das Ensemble von Musical Magics unter der Leitung von Michael Thinnes und der Regie von Marion Wilmer, einer der Stars des Aufgebotes, in einem Non-Stop-Musical-Medley bot, war allererste Sahne.

Willmer begeisterte ihr Publikum in den unterschiedlichsten Hauptrollen an großen Musical-Bühnen in ganz Europa. Zu ihren größten Erfolgen zählen die Musicals Das Phantom der Oper, Cats oder Die Schöne und das Biest. Michael Franic fungierte als wortgewandter Conférencier und schlüpfte ganz nebenbei in die verschiedensten Rollen, dabei in seine Paraderolle des Grafen von Krolock.

Zu den professionellen Klängen des Live-Orchesters, das aus Platzgründen ausnahmsweise hinter einem zweiten Vorhang Platz nehmen musste, brillierte das perfekt aufeinander abgestimmte Ensemble mit herausragenden Tänzern und auf stimmlich höchstem Niveau angesiedelten Sängern. Temporeiche Tanzszenen, mehr als 200 Kostüme, fantasievolle, nicht überladene Kulissen und Lichteffekte begleiteten eine Show, die noch lange in Erinnerung bleiben wird.

 

Große Investitionen

Die Kosten für die geplante Mini-Soccer-Anlage und die nötige Infrastruktur mit Gastronomie, Terrasse, Toiletten, Parkplätzen und einer späteren Caravan- Stellfläche hat der Ortsgemeinderat Kell jetzt strikt voneinander getrennt.

Von den förderfähigen Kosten für die Mini-Soccer-Anlage in Höhe von 400.000 € bekommen wir 60 Prozent vom Wirtschaftsministerium in Mainz, freut sich Ortsbürgermeister Markus Lehnen. 160.000 € müssen von der Gemeinde selbst finanziert werden.

Lehnen weiß auch schon, woher das Geld kommen soll. Aus dem Kurbeitrag, der im letzten Jahr rund 100.000 € brachte, werden pro Jahr bis zu 30.000 € so lange abgezweigt, bis alles bezahlt ist. Die 160.000 €-Spende des Luxemburger Unternehmers Félix Boy Cloos würde zwar da genau passen, wird vom Rat aber für das notwendige Gastronomiegebäude mit Terrasse, Toiletten und Biergarten eingeplant.

12.000 € kommen dann noch von einer Brauerei. Die Planung kostet uns nichts, aber es werden noch 18.000 Euro Eigenleistung notwendig, rechnete Ratsmitglied Dittmar Lauer (CDU) vor. Nur mit dieser Ausstattung könne die Ortsgemeinde die Anlage in der Arenswiese (dem früheren Märchenwaldgelände) in Gang bringen.

Zusammen mit der Mini-Soccer-Anlage wird ein Haus mit Gastronomie und Toilettenanlage entstehen. Das geplante Haus soll später auch Zentrum für den Caravanplatz und alle umliegenden Tourismusangebote sein.

Wir werden hier ein Highlight auf den Weg bringen, sagt Ratsmitglied Johannes Reitz euphorisch. Das Freizeitprojekt lässt sich mit einem Minigolf-Parcours vergleichen. Die Spieler müssen an den verschiedenen Stationen ihre Geschicklichkeit beweisen, aber mit dem Fußball.

Aber nicht nur der Kurbeitrag müsse für das Gastronomiegebäude herangezogen werden, sondern auch die künftigen Pachteinnahmen aus der Anlage. Das neue Gebäude soll 19,50 Meter lang und 6,50 Meter breit werden. Eine Terrasse mit einer Tiefe von vier Metern bietet Platz nicht nur für die Nutzer der Mini-Soccer-Anlage. Alle Touristen, die Kell besuchen, sollen etwas von dem neuen Haus haben.

Die Kommunalaufsicht muss noch zustimmen, macht Lehnen deutlich. Die Behörde stehe dem Vorhaben aber positiv gegenüber. Es seien Projekte, die Kell im Tourismusangebot weiter hervorheben. Auch für das Feriendorf sei die Attraktion wichtig und außerdem: Die Konkurrenz schläft nicht. Johannes Reitz forderte eine Rentabilitätsberechnung. Ins gleiche Horn stieß das fraktionslose Ratsmitglied Horst Zimmert.

Wir können bei der Finanzierung auf unseren Kurbeitrag bauen, denn der darf nur für die touristische Infrastruktur eingesetzt werden und ist nicht umlagepflichtig, erklärte Lehnen.

Der Ortsgemeinderat erkannte die Planung und Finanzierung der Soccer-Anlage an. Ein Planungsauftrag wurde vergeben, vorausgesetzt die Kommunalaufsicht des Landkreises stimmt zu.

 

Begeistert von der Lesenacht

Kinder der Klasse 3 an der Schillinger Grundschule haben mit den Eltern und ihrem Klassenlehrer Herr Classen eine Lesenacht veranstaltet. In der Schülerbücherei bauten die Schüler ihre Betten auf. Danach starteten sie zu einer Nachtwanderung, die rund eineinhalb Stunden dauerte und sie zum frisch angelegten Grillplatz in der Nähe des Schillinger Sportplatzes führte. Dort erwarteten sie bereits einige Eltern mit heißem Tee und einem Lagerfeuer, auf dem sie ihre mitgebrachten Würstchen grillen konnten. Während diese vor sich hin brutzelten, lasen zwei Mütter eine spannende Geschichte vor.

Im Anschluss daran machten die Drittklässler sich über die köstlichen Würstchen her. Frisch gestärkt bedankten sie sich ganz herzlich bei den Eltern und machten sich auf den Rückweg zur Schule. Dort angekommen spielten sie in der Aula ein Ratespiel und starteten eine Lesestaffel, bei der die Kinder abwechselnd aus einem von ihnen selbst ausgesuchten Buch vorlasen. Gegen zehn Uhr zogen sie ihre Sportsachen an und veranstalteten ein Fairplay-Fußballturnier, bei dem jede Mannschaft nicht nur Punkte für Siege und Unentschieden, sondern auch für faires Verhalten auf dem Spielfeld sammeln konnte. Als die meisten um Mitternacht ziemlich in den Seilen hingen, beschlossen sie, das Turnier am folgenden Morgen im Sportunterricht zu Ende zu spielen. Danach machten sich die Schüler bettfertig und jeder durfte noch so lange mit der Taschenlampe lesen, bis er einschlief. Am nächsten Morgen in der Frühe bereiteten die Eltern ein leckeres Frühstück vor.

 

Astrid Roden neue Vorsitzende

Bei der Jahreshauptversammlung des Sportvereins Spiridon Hochwald wurde ein neuer Vorstand gewählt. Die Vorsitzende Birgit Heinen stellte ihr Amt zur Verfügung. Zur neuen Vorsitzenden wurde Astrid Roden gewählt, die seit 2008 als zweite Vorsitzende die Vorstandsarbeit schon kennen gelernt hat. Die AbteilungWalking wird nun wieder von Martha Heinzel übernommen, die dieses Amt bereits von 2000 bis 2008 inne hatte. Neu in den Vorstand wurde als Beisitzer Norbert Thome gewählt. Für das laufende Jahr plant Spiridon im Frühjahr eine Wiederholung des Laufanfängertrainings von null auf eine Stunde. Das wichtigste See Event im Vereinsgeschehen findet im September statt: Bei der 15. Auflage des Spiridon-Volkslaufes wird es erstmalig einen Marathon im Angebot geben.

 

Hohe Auszeichnung für Ferdi Heib

Im Rahmen des Delegiertentages des Kreisfeuerwehrverbandes in Pellingen konnte Ferdi Heib die Silberne Ehrennadel des Landesfeuerwehrverbandes verliehen werden. Kreisfeuerwehrinspekteur Ortwin Neuschwander und der Vizepräsident des Landesfeuerwehrverbandes überreichten die hohe Auszeichnung.

 

Musikverband Trier-Saarburg

Vorsitzender und Ehrenvorsitzender

Zum letzten Mal hatte Landrat Günther Schartz zur jährlichen Mitgliederversammlung des Musikverbandes Trier-Saarburg eingeladen. Er stellte sein Amt zur Verfügung, weil er am 14. März in Rodenbach bei Kaiserslautern zum neuen Präsidenten des Landesmusikverbandes Rheinland-Pfalz e. V. gewählt worden war. Als seinen Nachfolger hatte er das langjährige Mitglied des Vorstandsteams und bisherigen Stellvertreter Erwin Berens aus Mandern-Niederkell vorgeschlagen, dessen Wahl einstimmig erfolgte. Zu einem seiner Stellvertreter wurde – ebenfalls einstimmig – Heinz Schmitz gewählt.

Eine Überraschung gab es für Landrat Schartz zum Schluss der Veranstaltung. Sein Nachfolger verkündete den Beschluss, ihm den Ehrenvorsitz des Kreismusikverbands zu verleihen und setzte dieses sogleich in die Tat um. Einige Präsente sollen Schartz an die Zeit seines Wirkens erinnern.

Erwin Berens hob die besonderen Verdienste und das langjährige Engagement seines Vorgängers im Amt hervor. Er bedankte sich für die exzellente Zusammenarbeit, die sehr harmonische Führungsarbeit und die erfolgreiche Realisierung vieler wichtiger zukunftsweisender Projekte in den vergangenen 14 Jahren unter dem Vorsitz von Schartz.

 

Brand im Millenhaus

Ein Brand im Millenhaus, dem Vereinsheim des Musikvereins Concordia, war das angenommene Szenario einer Übung der Wehren aus Grimburg, Wadrill und Kell am See.

Rauch quillt aus den teils gekippten Fenstern. Der Musikunterricht ist beendet, einige Kinder befinden sich noch im Inneren.

Ein Nachbar hat die Feuerwehr alarmiert, die kurz darauf eintrifft. Noch während die Retter aus Kell am See ihrer Arbeit nachgehen, werden sie von den Wehren aus Grimburg und Wadrill unterstützt.

Dem guten kameradschaftlichen Verhältnis ist es zu verdanken, dass diese Wehren in unregelmäßigen Abständen gemeinsam üben, sagt Einsatzleiter Kurt Waschbüsch. Es sei nicht die erste Gemeinschaftsübung gewesen. Waschbüsch koordiniert die Aufgaben der drei Wehren, die wie ein eingespieltes Team wirken. Atemschutzträger bergen verletzte Kinder aus dem Inneren des Gebäudes, die angrenzenden Häuser werden durch Wasserwände vor dem Übergreifen des Feuers geschützt. Verkehrsregelung, Gewährleistung der Wasserversorgung und die Brandbekämpfung laufen Hand in Hand.

So gibt es dann bei der anschließenden Manöverkritik im Feuerwehrhaus auch großes Lob von Waschbüsch. Wichtig ist, dass man sich nicht nur mit den Wehren in der gewohnten Umgebung gut versteht, sagt der Wehrführer. Es können sich durchaus Situationen ergeben, in denen man froh ist, auf Wehren außerhalb der gewohnten Umgebung zurückgreifen zu können.

 

Glückwunsch zum Abitur

Am Friedrich-Spee-Gymnasium Trier hat Nelly Süßenguth, die auch mit dem Preis der Gesellschaft für bildende Kunst für besondere Leistung ausgezeichnet wurde, das Abitur bestanden. Und am Gymnasium Hermeskeil: Manuel Eiden, Janine Esch, Sandra Kalles, Mona Koltes, Theresa Marx, Christopher Petry, Judith Schneider und Lea Stanik. Am Wirtschaftsgymnasium in Trier: Fabian Wittkowsky. Wir gratulieren allen herzlich.

 

Aus der Ortsgemeinde...

Ortsbürgermeister Lehnen informiert den Rat über die überarbeitete Finanzierung der Mini-Socceranlage. Es wird eine Trennung vorgenommen für den förderfähigen Bereich (reine Mini-Socceranlage) und die nicht förderfähigen Teilanlagen (Gastronomie, Sanitäranlagen, abwassertechnische Erschließung und Grunderwerb).

Der Förderbetrag bezieht sich nur noch auf die reine Mini-Socceranlage. Die Kosten für diese Anlage betragen ca. 400.000 €, davon 60 % Förderung (=240.000 €). Der verbleibende Eigenanteil der Gemeinde beträgt 160.000 € und wird mit Einnahmen aus Kurbeiträgen finanziert. Die Kurbeiträge werden ab 2012 in notwendigem Umfang erhöht.

Die Kosten für die nicht-förderfähigen Teilanlagen sind mit ca. 170.000 € veranschlagt und werden durch die Spende des Herrn Cloos abgedeckt. Außerdem sind mögliche Pachteinnahmen aus der Verpachtung des Gaststättenbetriebes zur Ausfinanzierung dieser Teilanlagen heranzuziehen.

Das Ratsmitglied Dittmar Lauer stellt dem Rat einen Vorentwurf der geplanten Gaststätte incl. Toilettenanlage vor. Die Bauantragsunterlagen werden demnächst fertiggestellt und der Kreisverwaltung in Trier ebenfalls zur Genehmigung vorgelegt.

Nach einer eingehenden Aussprache fasst der Gemeinderat folgenden einstimmigen Beschluss: Der Rat erkennt die von der Verwaltung aufgestellte, überarbeitete Finanzierung der Mini-Socceranlage sowie des Gastronomiebetriebes mit Toilettenanlage an. Die Planung der Gaststätte mit Toilettenanlage wird dem Architekten Frank Lempges in Auftrag gegeben. Die Durchführung der Maßnahmen soll nach Genehmigung des Förderantrages durch das Ministerium sowie vorbehaltlich der Prüfung und Zustimmung der Kommunalaufsicht erfolgen.

Die Ortsgemeinde Kell am See plant im Industriegebiet Grammert eine Photovoltaikanlage zu errichten. Im Hinblick auf die geplante Senkung der Energie-Einspeisevergütung soll die Anlage zügig erstellt werden.

Ortsbürgermeister Lehnen informiert den Rat über die vorgesehene Maßnahme und ein in Koblenz stattgefundene Besprechung mit dem Geschäftsführer des Bürgerservice Trier, Horst Schneider, sowie einigen Vertretern der Ortsgemeinde in der Anwaltskanzlei Kunz, Fachanwälte für kommunales Recht. Nach eingehender Beratung werden vom Rat einstimmig folgende Beschlüsse gefasst: Die Ortsgemeinde Kell am See gründet eine GmbH, um als Antragsteller für die

 

Errichtung von Photovoltaikanlagen im Industriegebiet Grammert auftreten zu können.

Workshop im Historischen Bahnhof

Vertreter von 13 Hochwaldgemeinden haben an einem Workshop der Kreisvolkshochschule und des Kreisarchivs teilgenommen, der zu mehr Bewusstsein im Umgang mit Zeitzeugnissen führen und das Erstellen von Chroniken erleichtern soll.

Getroffen hat sich der Workshop im Domizil des wandelnden Geschichtsbewusstseins der Region, Dittmar Lauer, der im Alten Bahnhof Kell große Teile seines Archivs aufbewahrt. Wer nach geschichtlichen Quellen sucht, den lädt Lauer in seine Schatzkammer ein: Das wird immer noch zu wenig genutzt.

Alte Akten, das ist doch nur Altpapier, mit dieser Ansicht einiger Zeitgenossen kommt der Kreisarchivarin Barbara Weiter-Matysiak das Grausen. Vor Vertretern aus 13 Hochwald-Gemeinden machte sie deutlich, wie wertvoll das Altpapier für ein möglichst lückenloses Geschichtsbild in der Zukunft sein kann.

Das haben wir alles auf die Kippe gefahren, musste sich die Historikerin schon häufiger nach dem Umbau von Schulen in Bürgerhäuser anhören. Dabei können Schularchive wahre geschichtliche Fundgruben sein. Das gleiche gilt für Dachböden alter Häuser.

Das richtige Gespür dafür, was ein Dokument der Gegenwart ist, das in spätestens zwei Generationen Geschichte lebendig hält, sollte bei den Bürgermeistern, Beigeordneten und historisch Interessierten geweckt werden.

Die Kreisarchivarin legte auch einen Fahrplan für die Vorbereitung einer Chronik oder eines Heimatbuches vor: Erst einmal eine Bibliothek besuchen, dann erst ein Archiv.

Der Leiter der Kreisvolkshochschule, Rudolf Müller, sieht die erste Quelle im modernen Internet. Unter  www.rlb.de, der Seite der rheinland-pfälzischen Bibliografie seien Dokumente und Aufsätze bis ins Jahr 1900 abrufbar. Es gehe grundsätzlich um die Bewahrung der Identität der Heimat.

Über den richtigen Umgang mit Archivalien und deren sachgerechte Aufbewahrung vor Ort sprach Dr. Bernhard Schmitt aus Greimerath, von Beruf Archivar im Bistumsarchiv in Luxemburg. Zum Thema EDV-Einsatz im Umgang mit historischen Dokumenten referierte Daniel Karl aus Igel, ebenfalls als Archivar im Bistumsarchiv Luxemburg tätig.

Der Vorsitzende des Kreisheimatvereins, Dittmar Lauer, betonte die Wichtigkeit einer breiten Vernetzung von Heimatforschern im ganzen Kreisgebiet. Er führte die Teilnehmer des Workshops in fachkundiger Weise durch die Bibliothek und das Archiv im Historischen Bahnhof, erläuterte die dort von ihm angelegten umfangreichen Sammlungen und bot für alle heimatkundlich Interessierten Unterstützung bei der Recherche an.

Alle Teilnehmer des Workshops zeigten sich beeindruckt von der Qualität der im Historischen Bahnhof Kell am See geleisteten Sammlungstätigkeit. Die anwesenden Ortsbürgermeister aus dem Hochwald-Raum versicherten ihre Unterstützung für das Anliegen der fachgerechten Sicherung von historisch bedeutsamen Archivalien vor Ort. Auch Bürgermeister Michael Hülpes von der Verbandsgemeinde Hermeskeil und der Erste Beigeordnete der Verbandsgemeinde Kell am See, Josef Leineweber, sagten ihre Mithilfe zu. Es komme besonders darauf an, ehrenamtlich tätige Heimatforscher für die Betreuung örtlicher Bestände zu gewinnen, war sich die Runde einig.

 

April

90 Jahre Musikverein Concordia

Mit dem Marsch Jubelklänge eröffnete das 60-köpfige Orchester unter der musikalischen Leitung von Klaus-Thomas Massem das Jubiläumskonzert vor rund 350 Zuhörern. Fast so alt wie dieser Marsch aus dem Jahr 1926 ist unser Verein, verkündete Moderator Karl-Heinz Willger und wagte einen chronologischen Streifzug durch die Vergangenheit des Vereins.

So erfuhr das interessierte Publikum, dass bereits in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts ein Spielmannszug existierte, der vermutlich von heimkehrenden Soldaten des napoleonischen Heeres gegründet, um die Jahrhundertwende jedoch wieder aufgelöst wurde. 1912 wurde ein weiterer Versuch zur Neugründung unternommen. Da viele Männer unserer Gemeinde damals in den Kohle- und Erzgruben an der Saar und in Lothringen ihren Lebensunterhalt verdienten, entstand eine Bergmannskapelle. Der Erste Weltkrieg bereitete diesem jungen Verein jedoch ein jähes Ende.

Ein erneuter Gründungsversuch wurde 1920 von mehreren Musikern der ehemaligen Bergmannskapelle unterstützt, zumal noch einige Instrumente aus dieser Zeit vor dem Krieg vorhanden waren. Die restlichen Musik-instrumente mussten von den Musikern selbst gekauft werden, in der damaligen, sehr armen Zeit, oftmals unter großen finanziellen Belastungen. Manches Stück Rindvieh musste verkauft werden, um Instrumente zu finanzieren, erzählt die Chronik. Anderthalb Jahre später wurde von dem damaligen Pastor Weber ein zweiter Musikverein mit dem Namen Cäcilia gegründet, der dem Kirchenchor angeschlossen war. Wegen finanzieller Probleme trennten sich die Musiker vom Kirchenchor und machten sich selbstständig. Die beiden Musikvereine Triumph und Cäcilia wetteiferten miteinander auf hohem Niveau, lösten sich aber in der Nazizeit auf. 1938 wurde ein erneuter Versuch unternommen, aber die Einberufung vieler aktiver Musiker zum Militärdienst machte auch dieses Bestreben wieder zunichte. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde ein Gemeindeorchester gegründet, dem man später den Namen Concordia gab. Unter diesem Namen hat der Musikverein bis heute zahlreiche Erfolge zu verzeichnen.

Aufzeichnungen mit Rundfunkanstalten, Tonträgerproduktionen, traditionelle Jahreskon-zerte und zahlreiche Konzertreisen zeugen bis heute von der musikalischen Leistungsfähigkeit des Orchesters, das es auch bei diesem Konzert wieder unter Beweis stellte.

 

Blitzschachturnier

16 Teilnehmer im Alter von 7 bis über 50 Jahren haben am Karfreitags-Blitzschachturnier des Sportvereins im Vereinslokal Zum Fried-lichen Landmann teilgenommen. Die Organi-satoren des Turniers, Abteilungsleiter Manfred Hornetz, Jugendtrainer Frank Görgen und Wertungsrichter Karl-Heinz Keil zeigten sich sehr zufrieden mit der Beteiligung und den Ergeb-nissen.

In 15 Durchgängen spielte jeder gegen jeden. Es war nicht nur ein Kampf gegen den Gegner, sondern auch gegen die Uhr. So hatte jeder Spieler nur 5 Minuten Zeit, die entscheidenden Züge zu setzen. Es gab spannende Spiele, bei denen die Teilnehmer eine hohe Konzentration bewiesen. Trotz aller Anspannung herrschte eine gute Stimmung bei diesem mehr als dreistündigen Turnier.

Sieger wurde Frank Görgen vom Postsportverein Trier, Zweiter Michael Konz. Die weiteren Platzierungen der Keller Schachspieler: 5. Siegfried Duhr, 6. Michael Grundhöfer, 7. Christopher Kramkowski, 8. Martin Klaeser, 9. Lukas Hans und 10. Johannes Huwer, 12. Alexander Engel, 13. Jonas Hans, 14. Manuel Eiden, 15. Peter Kopp, 16. Niklas Engel.

 

Aus der Ortgemeinde...

Auf der Tagesordnung stand erneut die geplante Photovoltaikanlage. Die Gemeinde kann bis zu einem Investitionsvolumen von ca. 4,8 Millionen € selbst als Bauherr einer Photovoltai-kanlage auftreten. Dies setzt jedoch die Gründung einer GmbH voraus. Die rechtlichen Schritte sind mit dem Anwaltsbüro Kunz in Koblenz besprochen. Die Finanzierung der Maßnahme ist mit der Kommunalaufsicht in Trier ebenfalls erörtert worden. Weitere Gespräche insbesondere mit beteiligten Banken werden in den nächsten Tagen noch geführt.

Der Fraktionssprecher der CDU-Fraktion, Johannes Reitz, sieht in dem Bau der Photovoltaikanlagen eine gute Einrichtung für die Ortsgemeinde, da hierdurch bisher kaum zu vermarktende Industrieflächen zur Stromer-zeugung und somit Gewinnerzielung durch die Ortsgemeinde genutzt werden. Bisher haben diese Flächen erhebliche Kosten durch die Zahlung von wiederkehrenden Beiträgen für die VG-Werke verursacht (rd. 340.000 € in den letzten Jahren).

Dieser Einschätzung schließt sich Ratsmitglied Dittmar Lauer an und ergänzt, dass auf Grund der durchgeführten Rentabilitätsberechnungen mittel-fristig mit einem finanziellen Gewinn gerechnet wird, mit dem andere gemeindliche Projekte realisiert werden könnten. Er betont, dass die Ortsgemeinde Eigentümer des Geländes bleibt und daher jederzeit die Möglichkeit bestehe, bei Bedarf wieder Industrieflächen zur Verfügung stellen zu können.

Ratsmitglied Horst Zimmert stellt ebenfalls heraus, dass eine Rentabilität der Photovoltaik-anlagen im Industriegebiet Grammert anhand der vorliegenden Wirtschaftlichkeitsberechnung zu erwarten sei und signalisiert seine Zustimmung.

Der Geschäftsführer des Bürgerservice, Horst Schneider, gibt einen kurzen Überblick über den organisatorischen Ablauf der Maßnahme. Er informiert den Rat, dass der Bürgerservice als regionales Unternehmen bereits mehrere Projekte in der Region realisiert hat. Bei den Rentabilitätsberechnungen wird immer, auch für die geplante Anlage in Kell am See, von einer konservativen Planung ausgegangen. Die bereits realisierten Maßnahmen zeigen, dass die tatsächlichen Erträge über der vorgenommenen Planung liegen und insofern von einer gesicherten Finanzplanung gesprochen werden könne. Der vorgesehene Generalunternehmer hat zugesichert, die Anlage bis Ende Juni ans Netz zu bringen, damit die Ortsgemeinde als Anlagenbetreiber die derzeitige Einspeisungsvergütung erhält. Nur unter dieser Voraussetzung würde der Auftrag erteilt.

Projektleiter Edelbert Bach gibt dem Rat eine Übersicht über die Umsetzung und die technischen Daten der vorgesehenen Photovoltai-kanlage. Die Anlage wird eine Kapazität von zwei Megawatt haben. Die Laufzeit einer solchen Anlage ist mit 35 Jahren veranschlagt, so dass auch nach der vorgesehenen Ausfinanzierung der Maßnahme (ca. 20 Jahre) mit Gewinnerträgen zu rechnen ist, die von der Gemeinde für andere Projekte eingesetzt werden können.

Im Anschluss daran beantworten die Vertreter des Bürgerservice die Fragen der Ratsmitglieder. Ortsbürgermeister Lehnen erläutert die Schritte zur Gründung der kommunalen GmbH.

Der Gemeinderat beschließt auf Antrag des Ortsbürgermeisters, das Gründungskapital der GmbH in Höhe von 26.000 € (für Stammeinlage und Stammkapital) in den Haushalt der Orts-gemeinde aufzunehmen. Die Beschlussfassung erfolgt einstimmig.

 

Mai

Ehrungen beim Musikverein

Zur Feier des 90-jährigen Bestehens des Mu­sikverein Concordia Kell am See hatten die Mu­siker ins Vereinshaus geladen. Dabei wurden langjährige aktive Mitglieder ausgezeichnet. Für 50 Jahre wurden geehrt: Walter Rausch, Werner Laux und Karlheinz Barthel; für 40 Jahre: Walt­raud Rausch, Norbert Stüber, Egon Waschbüsch und Thomas Blatt; für 30 Jahre geehrt wurden Georg Hans, Udo Jungblut, Markus Lehnen und Stefan Lörsch; für 20 Jahre Jasmin Barthel, Sa­bine Lehnen, Karl-Heinz May und Corina Rich­ter. Zehn Jahre dabei sind Stephanie Hauschild, Christopher Kramkowski, Matthias Lehnen, Carsten Rausch, Michael Willger, Sina Bromba­cher, Janine Esch und Judith Schneider. Außer­dem wurden 15 Jugendliche mit dem silbernen, sieben Jugendliche mit dem goldenen Jugendeh­renabzeichen geehrt. Waltraud Rausch wurde als erste Frau in der 90-jährigen Geschichte des Mu­sikvereines zum Ehrenmitglied ernannt.

 

Mitgliederversammlung beim HuK

In der Mitgliederversammlung des Heimat- und Kulturvereins im Historischen Bahnhof wurde Dittmar Lauer als erster Vorsitzender bestätigt. Er gehört als Gründungsmitglied dem Vereinsvor­stand seit 42 Jahren an, davon seit 30 Jahren als Vorsitzender. Als neue Stellvertreterin wählten die Mitglieder Renate Krames, die auch das Amt der Kassenwartin weiterhin innehat. Rosalinde Kuhn steht als Schriftführerin auch künftig zur Verfügung. Ortsbürgermeister Markus Lehnen gehört dem Verein als geborenes Mitglied eben­falls an.

Die Berichte des Vorsitzenden und der Kas­senbericht fanden die Zustimmung der Mitglieder. Dabei wurden besonders die Jugendfreizeitanlage Layenkaul und der Historische Bahnhof herausge­stellt. In dem unter Denkmalschutz stehenden Ge­bäude hat der Verein in Kooperation mit dem Kreisheimatverein und der Vereinigung der Hei­mat- und Geschichtsfreunde im Hochwaldraum eine gutausgestattete Kultur- und Geschichts­werkstatt eingerichtet, die inzwischen in der Re­gion bekannt ist und deren umfangreiche heimat­kundliche und regionalgeschichtliche Bibliothek von Geschichtsinteressierten benutzt wird.

 

Vom Luftsportverein

Mit Loopings und kunstvollen Drehungen ha­ben sie den Himmel über Kell erobert: Rund 20 Segelkunstflieger aus Rheinland-Pfalz, Hessen, Nordrhein-Westfalen und dem Saarland haben sich auf dem Fluggelände in der Hochwaldge­meinde auf die Deutsche Meisterschaft und die diesjährige Weltmeisterschaft in Finnland vorbe­reitet. Die Piloten Michael Bach, Ralf Thomas und Philipp Hilker vom Luftsportverein Hoch­wald Kell sowie der österreichische Nationaltrai­ner und Schiedsrichter der Internationalen Kunstflugkommission, Steff Hau, hatten dieses hochkarätig besetzte Treffen nach Kell am See geholt. Die Zuschauer auf dem Segelfluggelände konnten die Sportler bei über 100 Trainingsflügen bestaunen.

Den ersten Tag der Zusammenkunft hatte Steff Hau, Vorsitzender des Fördervereins Segelkunst­flug Rheinland-Pfalz, für Neuwahlen des Ver­einsvorstands genutzt. Dabei wurde Hau im Amt des ersten Vorsitzenden bestätigt, zweiter Vorsit­zender wurde Bernd Holhäuser. Neuer Geschäfts­führer ist Philipp Hilker, Kassierer wurde Rainer Philippi. Die Versammlung beschloss ebenfalls, einen Kunstflug-Segler (SZD 59) zu kaufen, so­bald die Finanzierung gesichert sei.

Darüber hinaus kündigte der Vorsitzende an, dass einige Vereinsmitglieder an der Deutschen Meisterschaft und Flieger Bastian Pause an der WM in Finnland teilnehmen werden. Auch Steff Hau selbst, der mittlerweile in der Rangliste des Weltluftsportverbands (FAI) für Segelkunstflug den ersten Platz belegt, wird mit Harro Renth als Assistent in Finnland an den Start gehen.

 

Omas und Opas im Kindergarten

Bei Kaffee und Kuchen trafen sich auf Einladung der Kindergartenleitung mit Unterstützung des Elternbeirates zahlreiche Omas und Opas in der Turnhalle des Kindergartens St. Michael. Kleinere Beiträge der Kinder trugen zur Unterhalten bei. Eine schöne Idee, auch mal die Omas und Opas einzuladen und sie am Kindergartenleben teilnehmen zu lassen, fanden die Anwesenden.

 

Bürgerdienste im Pfarrhaus

Auf Grund der sehr beengten Raumverhältnisse im Verwaltungsgebäude mietete die Verbandsgemeinde das ehemalige Pfarrhaus an, um dort den Fachbereich 3 – Bürgerdienste – unterzubringen.

Nach kurzer Umbau- und Renovierungszeit konnten die neuen Räume am Herrenmarkt bezogen werden. Fachbereichsleiter Bürgerdienste ist Ludwig Hoff, für die Sparten Sozialversicherung und Wohngeld (Franz Becker), Standesamt und örtliche Ordnungsbehörde (Stefanie Michels und Annette Jost) und Einwohnermeldeamt, Pässe und Personalausweise (Doris Wagner und Helmut Lauer), außerdem – teilweise dem Fachbereich 1 zuzuordnen – die Sparten Organisation, Schulen, Jugendpflege, Vereine, Grundsicherung, Asylangelegenheiten (Andreas Roth). Der Jugendpfleger der Verbandsgemeinde Michael Binder ist ebenfalls im Pfarrhaus untergebracht.

Das Pfarrbüro und die Räumlichkeiten der Kolpingfamilie werden wie bisher benutzt.

 

Aus der Ortsgemeinde

Der neue Solarpark...

Es war eine Sache von einer Viertelstunde: Der Ortsgemeinderat hat in einer Dringlichkeitssit­zung die Voraussetzungen für die zügige Fertig­stellung der fast fünf Millionen Euro teuren Photovoltaikanlage im Gewerbegebiet geschaffen. Der Rat stimmte dem Abschluss eines Pachtver­trags zwischen der Kommune (als Besitzerin der Fläche) und der Solarpark Kell am See GmbH (als Betreiberin der Anlage) zu. Die Gemeinde ist ein­zige Gesellschafterin der kürzlich gegründeten Solarpark GmbH, ihr Geschäftsführer ist der je­weilige Ortsbürgermeister. Dieser hatte die Sit­zung kurzfristig einberufen, weil es ohne Pacht­vertrag keine Kredite von der Bank gibt, die den Bau der Anlage finanzieren. Eile und die Freigabe von flüssigem Geld ist aber geboten: Denn die Arbeiten für die Installation des Solarparks haben bereits begonnen.

Derzeit werden vom Unternehmen Solibra So­lar Solutions GmbH in Lahnstein im Gewerbege­biet die Pfosten in den Boden gerammt, die später als Unterkonstruktion die fast 14.000 Sonnenkol­lektoren tragen sollen. Bis Ende Juni sollen diese Module komplett montiert sein. Schon in einem Monat könnte dann aus Kell Sonnenstrom ins öf­fentliche Netz eingespeist werden. Die Zwei-Me­gawatt-Anlage sei so leistungsstark, dass sie etwa so viel Strom produziert, wie alle 850 Haushalte im Ort in einem Jahr verbrauchen. Die jährlichen Erträge der Photovoltaikanlage werden auf 540.000 Euro geschätzt. Damit kann die Ge­meinde mit dem bislang weitgehend brachliegen­den Gewerbegebiet endlich Geld verdienen. Bis­her habe das Gelände den Haushalt der Kommune durch wiederkehrende Beiträge und Zinsen stark belastet. Aus der Kostenfalle wird also eine echte Einnahmequelle, so der Ortsbürgermeister. Nach seiner Rechnung wird man die Photovoltaikanlage durch den Verkauf des Sonnenstroms in 15 Jahren komplett an die Bank zurückgezahlt haben.

 

...und die neue Mini-Soccer-Anlage

Direkt vor der Ratssitzung hatte es an anderer Stelle den Spatenstich für ein zweites wichtiges Projekt in Kell gegeben. Im direkt neben Stausee und Feriendorf gelegenen Freizeitzentrum Arenswiese wurde mit dem verfallenen Märchen­waldgelände ein bisheriger Schandfleck praktisch dem Erdboden gleichgemacht. Dort beginnen nun die Arbeiten für den Bau der Minifußballanlage. Laut Planer Christoph Heckel besteht dieser bun­desweit einzigartige Spielplatz aus drei Kompo­nenten. Wichtigstes Element ist ein Geschicklich­keitsparcours mit zehn Stationen. Ähnlich wie beim Minigolf müssen die Spieler mit kleinen Fußbällen Hindernisse bewältigen und etwa beim Schweizer Käse eine Wand mit unterschiedlich großen Löchern treffen. Auch ein Rasen-Klein­spielfeld wird gebaut. In der Mitte der hufeisen­förmigen Anlage entsteht zudem ein Aufenthalts­bereich mit Bouleplatz. Patentierter Ideengeber dieses Projekts ist der frühere luxemburgische Unternehmer Félix Boy Cloos, der mit einer Spende den Bau eines neuen Gastronomiegebäu­des neben der Minifußballanlage finanziert. Die Fußballanlage selbst kostet circa 400.000 €. 60 Prozent der Kosten übernimmt das Land. Der Ei­genanteil der Ortsgemeinde, die den Platz auch betreiben wird, liegt bei 160.000 €. Dieses Geld holt sie sich über mehrere Jahre gestreckt aus ih­ren Einnahmen durch den Kurbeitrag der Urlau­ber. Bürgermeister Werner Angsten betonte, dass sie für das Tourismusangebot der gesamten Verbandsgemeinde eine wichtige Ergänzung und Qualitätssteigerung bedeutet.

Der Kommentar von Axel Munsteiner

im Trierischen Volskfreunde:

Mit ihrer großen Solar-Freilandanlage hat die Ortsgemeinde Kell eine Weichenstellung mit langfristiger Wirkung vorgenommen. In ihrem überdimensionierten Gewerbegebiet gibt sie weite Teile für die Neuansiedlung von Firmen auf und setzt stattdessen auf Solarstrom als schnelle Ein­nahmequelle. Nun könnte man kritisch anmerken, dass durch die Millionen-Investition in Photovol­taik kein einziger neuer Arbeitsplatz entsteht. Es bleibt aber festzuhalten, dass die Gemeinde seit Jahren auf den freien Flächen sitzen geblieben ist, und sie das Gelände bisher nur viel Geld gekostet hat. Das macht die Entscheidung des Rats nach­vollziehbar. In puncto Minifußballanlage steht fest: Der Urlaubsort schafft damit eine Attraktion, die es sonst nirgends gibt. Die Idee, die hinter diesem Pilot-Projekt steckt, klingt vielverspre­chend und nach einer runden Sache. Ob sie ein­schlägt und viele neue Besucher anlockt, kann aber nur die Zeit zeigen.

 

Neuer Betreiber des Hochseilgartens

In der Sitzung des Ortsgemeinderates wird bekannt gegeben, dass der Hochseilgarten im Bereich Arenswiese vom bisherigen Betreiber Herrn Görke an Herrn Eberhard aus Thüringen verkauft worden ist. Der neue Betreiber wird die Anlage etwas umgestalten. Die Öffnungszeiten werden kundenfreundlicher und transparenter.

Der Gemeinderat beauftragt einstimmig den Bauausschuss, die Anlage im Rahmen einer Ortsbesichtigung gemeinsam mit dem neuen Betreiber zu begutachten. Der Pachtvertrag soll auf den neuen Betreiber umgeschrieben werden.

 

Jubiläumsfest des Musikvereins

 

In diesem Jahr wird der Musikverein Concordia Kell am See 90 Jahre alt. Nach dem Jubiläums­empfang am vorigen Wochenende stand nun an diesem Wochenende das eigentliche Jubiläums­fest auf dem Programm. Drei Tage feierte der Verein mit seinen Gästen. Schirmherr August Justen war sehr erfreut über seine Schirmherr­schaft, zumal ich während meiner 30-jährigen Tätigkeit als Bürgermeister der ständige Schirm­herr bei den Festlichkeiten des Vereins sein durfte.

Vorsitzender Karl-Heinz Barthel erinnerte an gute und weniger gute vergangene Zeiten. Die langjährige Geschichte unseres Vereins ist ge­prägt von Idealismus und Engagement zahlloser Musikerinnen und Musikern, den Förderern und Verantwortlichen, die den Verein seit 1920 in vielfältiger Weise unterstützt haben.

Der Verein ist immer da, wenn er gebraucht wird. Er ist ein Garant für das kulturelle Leben in unserer Dorfgemeinschaft, lobte auch Ortsbür­germeister Markus Lehnen.

Das Festprogramm war ebenfalls lobenswert. Wir hatten eine tolle SWR3-Dance-Night mit ei­ner fantastischen Disco-Show, erzählte Karl-Heinz Willger begeistert. Und wir freuen uns, dass so viele Gastvereine erschienen sind. Tatsächlich waren 22 Vereine, Bands und Gruppierungen erschienen. Am weitesten reiste der Fanfarenzug Andreas Hofer aus Weilerbach in der Nähe von Kaiserslautern an.

Als musikalische Höhepunkte präsentierte der Verein das Orchester der Verbandsgemeinde Kell am See und die Stadtkapelle Hermeskeil.

 

Juni

Schöndorf: Pfarrfest, Brunneneinsegnung und

1375. Geburtstag

Der Pfarrgemeinderat und die Ortsgemeinde Schöndorf haben gemeinsam gefeiert. Mehrere hundert Besucher und viele prominente Gäste waren vor Ort.

Vor allem die der Pfarrei zugehörigen Kinder warten bereits ungeduldig darauf, dass der neue, mit Attributen des Schutzpatrons Andreas versehene Brunnen das erste kühle Nass des Tages spendet. Nach der Einsegnung durch Altpastor Heribert Mönch gab es am Fronleichnamsnachmittag kein Halten mehr. Unzählige kleine Finger probieren freudestrahlend aus, wie man sich bei bestem Wetter am schnellsten Abkühlung auf dem neuen Dorfplatz verschafft.

Gleicher Ort, gleicher Tag, eine halbe Stunde später: An der Kreuzung Hauptstraße-Zum Entertal bietet sich ein ungewöhnliches Bild.

Dort, wo einst das alte Pfarrheim für Straßenenge sorgte, zieren jetzt eine großzügige, neue Straßenführung und ein imposanter, steinerner Findling das Ortsbild.

Ortsbürgermeister Matthias Wick bei der Enthüllung der am Stein angebrachten Gedenktafel: Schöndorf ist viel älter als bisher angenommen. Insbesondere dem Heimatforscher Dittmar Lauer aus Kell am See sei es zu verdanken, dass in Schöndorf nun 1375-jährige Geschichte gefeiert werden kann. Die bronzene Gedenktafel weist auf die erste urkundliche Erwähnung der Orte Kell am See, Taben-Rodt, Temmels und Schöndorf hin, die mit gleichalter Geschichte im Testament des Archidiakons Grimo aus dem Jahre 634 festgehalten sind.

 

Kirchenkonzert

Cantate Domino – unter diesem Titel haben der Kammerchor Cantus firmus unter der Leitung von Elmar Neufing und der Kirchenchor St. Georg Trier-Irsch unter der Leitung von Bernhard Schleimer ein geistliches Chorkonzert in der Pfarrkirche St. Bartholomäus in Kell am See gestaltet.

Geboten wurde abwechslungsreiche Chormusik aus vier Jahrhunderten. Vorwiegend a cappella zeigten beide Chöre mit hoher Intonationssicherheit und musikalischer Überzeugung ihr Können und begeisterten so ihr Publikum mit Werken unter anderem von Homilius, Miskinis, Distler, Bruckner, Standfort und Wilson. Der gemeinsame Frauenchor mit Hebe deine Augen auf und der gemeinsame Schlusschor Jauchzet dem Herrn, alle Welt jeweils von F. Mendelssohn Bartholdy überzeugten eindrucksvoll durch ein harmonisches Klangbild. Mit stürmischem Beifall bedankten sich die zahlreich erschienenen Zuhörer für dieses interessante und gelungene Chorkonzert.

 

Ausstellung in der Grundschule

Die Ausstellung umfasst Schülerarbeiten der Grundschule (6 bis 10 Jahre), der Orientierungsstufe (10 bis 12 Jahre) sowie der Sekundarstufe eins (13 bis 17 Jahre).

Die Arbeiten sind in Unterrichtsreihen und -projekten im Rahmen der Lehrplanumsetzung im Schuljahr 2009/2010 entstanden.

Gezeigt werden kann nur ein Ausschnitt von den vielen Möglichkeiten, die der Kunstunterricht bietet, sagt die verantwortliche Lehrerin, Marie-Luise Werner. Der Schwerpunkt der gezeigten Arbeiten liege in der Kreativität, der farbenfrohen und ausdrucksstarken Auseinandersetzung mit Material und Thematik. Angefangen bei den Bildern zum Thema Afrika, Thema der 3. Klasse der Grundschule, über die Werkbetrachtung von Franz Marc, Thema der 2. Klasse, zeigt die 4. Klasse Bewegung und Stimmung (Bäume im Sturm).

Neben kleinen Plastiken aus Draht und Pappmaché, verarbeitet von den Klassen 6a und 7b, verschiedenen Drucktechniken, mit denen sich die Orientierungsstufen 5a und 6b befasst haben, stehen Raumperspektiven und Objektzeichnungen der Klassen 8a und 8c sowie Stillleben der Klasse 9a und die Auseinandersetzung mit dem Malstil Picassos, verarbeitet von der 10a und der 10b. Die jungen Menschen haben ihre Werke individuell und manchmal auch unkonventionell gestaltet.

 

Oldtimer in Kell am See

Der Veteran and Vintage Car Club Luxemburg (VVCCL) organisierte eine traditionelle Rundfahrt mit internationaler Beteiligung, die von Mondorf-les-Bains über Schengen nach Kell am See und anschließend nach Hermeskeil und von dort aus wieder zum Ausgangspunkt führte.

Die Strecke wurde ausgewählt im Zusammenhang mit dem 25-jährigen Jubiläum des Schengener Abkommens. Die Idee eines gemeinsamen Europas ohne Grenzen hat den VVCCL dazu bewegt, die Teilnehmer nicht nur durch die Weinberge und Dörfer des Moseltals zu führen, sondern einen Abstecher in die Hunsrückregion zu unternehmen, gab der Präsident der Vereinigung, Charles Hausemer, bekannt.

Der Fahrzeugtross, darunter Modelle wie ein Studebaker Baujahr 1917, ein Ford T Baujahr 1923, mehrere Bugattis aus den Jahren 1924 bis 1927 und zahlreiche andere Exemplaren, die das Liebhaberherz höherschlagen lassen, wurde in Kell von Albert und Irina Jung, den Betreibern des Seehauses und des Seehotels, in Empfang genommen. Bürgermeister Werner Angsten ließ es sich nicht nehmen, ein Gastgeschenk an VVCCL-Präsident Hausemer zu übergeben.

 

Eine Bürgerinitiative

Für den Erhalt der Verbandsgemeinde

In Kell am See hat sich eine Bürgerinitiative gebildet, die den Erhalt der Verbandsgemeinde fordert. Sie tritt damit Gedankenspielen über mögliche Fusionen mit anderen Verbandsgemeinden bei der geplanten Kommunalreform entgegen.

Claudia Dengler kommt aus Hentern, sitzt in keinem politischen Gremium und kämpft trotzdem an der Seite von gestandenen Mandatsträgern aus dem Keller Raum. Denn sie vertritt die Meinung: Ich will, dass unsere Verbandsgemeinde erhalten bleibt. Wenn es zur Fusion kommt und ein größeres Gebilde entsteht, wird ein kleiner Ort wie Hentern mit seinen Interessen doch viel leichter vergessen.

Deshalb engagiert sich Dengler in einer neu gegründeten Bürgerinitiative, die sich für den Fortbestand der VG Kell einsetzt und binnen kurzer Zeit auf etwa 50 Mitglieder gewachsen ist.

Der Sprecher der Bürgerinitiative und ihr Ideengeber ist jedoch ein erfahrener Politiker: der 73 Jahre alte Dittmar Lauer aus Kell, der zur CDU-Fraktion im Verbandsgemeinderat gehört. Unsere Verbandsgemeinde ist in den vergangenen 40 Jahren zu einer Einheit zusammengewachsen und hat eine eigene Identität entwickelt. Deshalb kämpfen wir dafür, dass sie in Gänze bestehen bleibt.

Unsere Initiative ist völlig parteiunabhängig, versichert Martin Marx (Lampaden), ebenfalls ein CDU-Mann.

Dass sich die Bürgerinitiative nicht von der Basis her formiert hat, sondern Kommunalpolitiker den Anstoß dafür gegeben haben, hat für Dittmar Lauer einen einfachen Grund: Wenn die Existenz eines gesamten Raums infrage gestellt wird, ist das eine elementare Entwicklung. Wir wollen mit der BI ein Forum schaffen, das die Bürger umfassend über die Kommunalreform aufklärt. Denn die meisten Leute wissen darüber noch zu wenig.

Keineswegs vertrete die Bürgerinitiative die Auffassung, dass alles beim Alten bleiben solle. Es gibt ja viele Möglichkeiten, gewisse Dinge gemeinsam mit den Nachbarn zu machen, sagt Lauer. So könnte aus Sicht der Bürgerinitiative in den Bereichen Tourismus oder bei den Werken die Zusammenarbeit mit benachbarten Verbandsgemeinden verstärkt werden. Wir treten also dafür ein, dass Verwaltungsgeschehen reformiert wird, sind aber gegen Gebietsveränderungen, sagt Lauer. Einig ist man sich bei der Bürgerinitiative, was passiert, wenn die VG Kell ihre Selbstständigkeit verliert. Dann ist die alte Trennlinie wieder da, prognostiziert Lauer. Sprich: Der Keller Raum würde sich wohl Richtung Hermeskeil orientieren, der Zerfer Raum nach Saarburg abwandern. Der Bürgerinitiative-Sprecher sieht keinen Sinn darin, eine neue, fusionierte Verbandsgemeinde zu schaffen, die etwa bei einem Zusammenschluss mit Hermeskeil von Neuhütten-Muhl bis ins über 40 Kilometer entfernte Vierherrenborn reichen würde. Das hätte doch fast schon Kreisdimensionen und wäre viel zu groß.

TV-Redakteur Axel Munsteiner kommentiert:

Ist die Bürgerinitiative, die den Erhalt der VG Kell fordert und von Kommunalpolitikern aus der Taufe gehoben wurde, nun Etikettenschwindel oder nicht? Diese Frage ist bei der überwiegend von CDU-Leuten vorangetriebenen Neugründung angebracht. Natürlich steckt hinter der BI eine politische Motivation und die Botschaft an die SPD-geführte Landesregierung: Lasst von der VG Kell die Finger weg! Eins muss aber positiv vermerkt werden. Bei der Kommunalreform wird immer wieder propagiert, dass die Bürger an der Diskussion beteiligt werden sollen. In Kell geschieht dies nun schon in einem frühen Stadium und lange bevor überhaupt in Mainz beschlossen wird, ob das Überleben der VG gefährdet ist. Nur zur Erinnerung: Die benachbarte VG Thalfang steht schon auf der Streichliste, eine Bürgerinitiative gibt es dort aber nicht. Diskutiert wird dort über die Kommunalreform weiterhin nur auf der hochoffiziellen Ebene von Ortsbürgermeistern und Gemeinderäten.

 

Der Ortsgemeinderat:

Ein klares Ja für Verbandsgemeinde

Die erst 40 Jahre alte Verbandsgemeinde Kell am See ist für alle Mitglieder des Ortsgemeinderates mehr als nur ein Amtsstandort. Ortsbürgermeister Markus Lehnen fürchtet weniger den Verlust des Amtssitzes als den Einfluss der Menschen auf die Politik: In sehr großen Kommunen gehen kleine Dörfer doch unter. Irgendwann würden die Leute fehlen, die bereit sind, ehrenamtlich in der Kommunalpolitik mitzuarbeiten. Der Zusammenhalt der Bürger, die stolz auf das Erreichte im Fremdenverkehrsort Kell sind, müsse klar dargestellt werden: Wer jetzt ruhig bleibt, ist weg vom Fenster.

Auf mehr als 200 Mitglieder kann CDU-Ratsmitglied Dittmar Lauer in seiner Bürgerinitiative für den Erhalt der Verbandsgemeinde bislang bauen: Wir streben die Zahl von 1000 Mitgliedern an, um zu zeigen, dass es den Menschen nicht egal ist, ob eine Kommune zerschlagen wird oder nicht. Der 73-Jährige will diese Meinungsmacht den regionalen Landtagsmitgliedern mit auf den Weg nach Mainz geben, denn Mitte September ist eine große Diskussionsveranstaltung geplant.

Lauer bezweifelt, dass mit einer größeren Gebietskörperschaft allein Geld gespart werden kann: Die Verwaltungsstrukturen müssen geändert werden. Erst dann wird es preiswerter.

CDU-Fraktionsvorsitzender Johannes Reitz betont: Kell hat sich extrem gut entwickelt und ist daher erhaltenswert, denn in dieser Kommune seien ein eigener Geist und eine besondere Identität entstanden. Geld könne nicht durch Zerschlagung, sondern eher durch Zusammenarbeit der Kommunen, etwa bei den Gemeindewerken, gespart werden. Es geht doch nicht um eine Passverlängerung auf dem Rathaus, sondern darum, das innovative Denken und Handeln in Kell weiterzuführen.

Auch das parteilose Ratsmitglied Horst Zimmert spricht sich für kostensparende Kooperationen zwischen den Kommunen aus. Als Fehler bezeichnete Zimmert jedoch die Abgabe von Aufgaben an den Kreis, etwa bei den Schulen: Dadurch hat Kell Kompetenzen abgegeben. Mit dem Wasserwerk, dem Schwimmbad und der Feuerwehr sei Kell zur Wasser-VG geworden. Die BI sei nun eine Chance zum Erhalt der Kommune, vorausgesetzt, die Diskussion werde überparteilich geführt.

Der Notwendigkeit einer Kommunalreform durch die demografische Entwicklung erteilte BI-Vorsitzender Lauer eine klare Absage: Gerade bekommen in Kell drei Mütter Zwillinge. Eine Politik sei notwendig, in der die Kindererziehung wieder Spaß macht, denn: Nur starke Familien in starken Gemeinden.

 

Rheinlandmeisterschaft gewonnen

Nachdem die Jungs der Jugendspielgemeinschaft die Saison ohne Niederlage punktgleich mit der Jugendspielgemeinschaft Saarburg an der Tabellenspitze abschließen konnten, auch Kreispokalsieger wurden und sich dann die Bezirksmeisterschaft sicherten, ging es auf dem schönen Rasensportplatz in Hentern um den Rheinlandtitel. In spannenden Spielen wurden die Jugendspielgemeinschaft Kirchen (Bezirksmeister Ost) mit 32 und die Jugendspielgemeinschaft Westum (Bezirksmeister Mitte) mit 1:0 besiegt und somit die Rheinlandmeisterschaft errungen.

Unter großem Jubel wurden aus der Hand des Vertreters des Fußballverbandes Rheinland, Alois Stroh und im Beisein des Fußballkreisvorsitzenden Bernd Marx der Wanderpokal des Rheinlandmeisters und die Siegermedaillen entgegengenommen.

 

Ausflug nach Herrstein

Die Frauengemeinschaft hatte zu einer Halbtagesfahrt nach Herrstein eingeladen. Nach einer Führung durch die historische Altstadt kehrte die Frauen in die Zehntscheune ein, um dort die berühmten Klöße zu probieren.

 

Radprofi Marcel Wüst in Kell

Mit einem ehemaligen Radprofi zu trainieren, ist die beste Voraussetzung, mehr Ahnung vom Radfahren zu bekommen, findet Kerstin Jacobs aus Mainz. Die gebürtige Hunsrückerin lernte in einer Gruppe von acht ambitionierten Hobby-Radsportlern bei einem Trainingscamp mit Tourismusbotschafter Marcel Wüst, wie gut der Drahtesel der Seele tut.

Eine Menge Leute haben heutzutage viel Stress. Sie setzen sich aufs Rad und strampeln sich ihn vom Gemüt, erklärt der ehemalige Rennfahrer, der Etappen bei der Tour de France und beim Giro d'Italia gewann, bevor seine Karriere durch einen Sturz im Jahr  2000 im französischen Issoire jäh endete. Wüst verlor dabei ein Auge und zog sich weitere schwere Verletzungen zu.

Der heute 43-Jährige rät dringend von Übertreibungen ab: Das bringt nur neuen Stress. So lernten die Teilnehmer erst einmal, wie man mit richtig eingestelltem Sattel und Lenker so auf dem Rad sitzt, dass die Kraft der Beine optimal am Hinterrad ankommt, denn Wüst weiß: Der Berg ist so schwer, wie man sich ihn macht. Dazu gab's Tipps für unfallfreies Fahren, natürlich mit Helm, und die richtige Ernährung. Dafür sorgte das Keller Hotel zur Post, wo die Teilnehmer auch wohnten.

In seiner Eigenschaft als Tourismusbotschafter sagt Wüst: Rheinland-Pfalz ist ein wunderbares Land zum Radfahren, auf der Rennmaschine ebenso wie ganz gemütlich mit der ganzen Familie. Dazu komme das gute Essen und die Versorgung der Radler mit Servicestationen.

Flott war die Gruppe auf dem Ruwer-Hochwald-Radweg unterwegs. Alle acht waren von der Landschaft und dem guten Zustand der Wege begeistert.

Das Trainingscamp, das auch auf der Internationalen Tourismusbörse in Berlin vorgestellt worden war, ist laut Nathalie Hartenstein von der Rheinland-Pfalz Tourismus GmbH ein erstes Pilotprojekt für Rennradsportler: Das ist eine große Zielgruppe, die auch für den Hochwald und Hunsrück begeistert werden soll.

Darüber hinaus ist geplant, mit weiteren Veranstaltungen auch Genussradler anzusprechen, die Wert auf kulturelle Unterbrechungen ihrer Touren und gute regionale Küche legen, die über die reine Sporternährung hinausgeht. Gleiches gilt für Wanderfreunde, die bei aller Pflege der Gesundheit nicht auf Genuss, und hier besonders den Wein des Landes, verzichten wollen.

 

 

Juli

Hans-Peter Roden beim Hospizlauf

Nachdem im vergangenen Jahr insgesamt 5.800 € für das Hospizhaus in Trier gesammelt werden konnten, sind bei der siebten Auflage der Benefizaktion bislang bereits 7.500 € zusammengekommen. Ich habe in den letzten Tagen natürlich viele Telefonate und Mails erhalten … alle geben nur positives Feedback! So etwas baut auf und motiviert natürlich für 2011, sagt Astrid Roden vom Verein Spiridon Hochwald, die für die Organisation des Laufes verantwortlich war.

Möglich wurde die Spendensumme nur dadurch, dass zahlreiche Sponsoren den Lauf unterstützten, darunter die Stadtwerke Trier und Citysport Trier. Zudem erfolgte die Organisation ausschließlich auf ehrenamtlicher Basis.

 

Brutscheln und Bratscheln

Dorthin, wo die jährliche Verbandsgemeinde-Tierschau stattfindet, musste der Veranstalter in diesem Jahr ausweichen, denn die Rena-turierungs-Arbeiten im Dorfpark Dumpert, der eigentlichen Feierstätte, sind noch nicht abgeschlossen.

Bei sengender Hitze und zahlreich herbeigeholten Sonnenschirmen feierten dann Hunderte von Gästen, wobei sich manche Daheimgebliebenen nicht den hohen Temperaturen aussetzen wollten. Die Leute um den Vorsitzenden Norbert Stüber, hatten ein nachmittagsfüllendes Programm zu bieten und ließen gemeinsam mit dem Publikum die vergangenen Zeiten wieder aufleben. Wie in jedem Jahr bratschelte die nun schon 91-jährige Anna Koltes und gab Anekdoten und Witze im Keller Dialekt in ihrer bekannten und beliebten Art und Weise zum Besten.

Die Kulturgruppe aus Schillingen zeigte, wie man früher mit Dreschflegeln arbeitete. Danach gab es Wettbewerbe in verschiedenen bäuerlichen Disziplinen.

Mundart-Vorträge und ein großes Mundart-Rätsel verbreiteten viel Spaß unter den sonnengeplagten Gästen. Gebrutschelt wurden Häädeknepp meat Späack, Deppelappes, Mippelcher, Kromperepannkochen, Kromperekleeß und viele andere Leckereien. Auch für die Kleinen war gesorgt. Eine riesige Springburg mit Rutschbahn ließ bei den Kindern keine Langeweile auf-kommen. Oswald Willger, der Leiterwagen, Pflüge und viele historische Geräte in seiner Freizeit nachbaut, hatte wieder einmal einen Teil davon auf dem Gelände zur Schau ausgestellt. Musikalisch umrahmte der Musikverein Concordia Kell am See die Veranstaltung und mit Unterhaltungsmusik von Jürgen Scherbaum nahm das Fest seinen Ausklang.

Für die allseits beliebte 91-jährige Anna Koltes war der Mundart-Beitrag der letzte öffentliche Auftritt. Zwei Wochen nach der Veranstaltung starb sie plötzlich und unerwartet.

 

Abschied von Kaplan Michael Pauken

Der Abschied von Kaplan Michael Pauken hat nicht nur die Gläubigen der Pfarreiengemein-schaft Schillingen mit Heddert, Kell, Reinsfeld, Mandern-Waldweiler und Lampaden überrascht. Auch er selbst hat diese Entwicklung nicht absehen können. Auslöser war nämlich das Aus des Lokalsenders Antenne West, dessen Frequenzen im Juni an die Radio Group GmbH vergeben wurden. Diese betreibt ein Dutzend Lokalsender in Rheinland-Pfalz und dem Saarland und will ab September auch aus Studios in Trier, Wittlich und Daun senden.

Die Redaktionsleitung des sechsköpfigen Teams in Trier wird Kaplan Pauken übernehmen. Der ehemalige Praktikant von Radio RPR Koblenz zeichnet mitverantwortlich für den Aufbau von Antenne Koblenz. Außerdem brachte er in Bretzenheim bei Bad Kreuznach Deutschlands erstes Pfarr-Radio auf den Weg. Das erste Angebot, als Kirchenredakteur für das gesamte Sendegebiet der Gruppe ein Mittagsgebet zu entwickeln, kam dem 37-Jährigen daher sehr entgegen. Daher bat er Bischof' Stephan Ackermann um seine Freistellung, quasi unbezahlten Urlaub.

Michael Paukens Leidenschaft fürs Radio basiert auf dem Wunsch, Botschaften zu vermitteln und etwas für die Menschen zu tun. Außerdem ist Pauken überzeugt: Wir brauchen heute neue Wege, um die Menschen zu erreichen. Als Kirchenmann der Radiogruppe könnten 70.000 Menschen im Saarland und in Rheinland-Pfalz seine Beiträge über die Heilig-Rock-Tage oder über die Bolivienpartnerschaft des Bistums hören.

Daneben wird er ganz normales Lokalradio machen mit Talksendungen wie Helden wie ihr, zu denen Vereine oder Gruppen eingeladen werden. Besonders freut er sich darauf, wieder mit vielen jungen Leuten wie Praktikanten oder Studenten arbeiten zu können. Das habe ihm in der Gemeinde, wo sich das auf den Religionsunterricht, die Arbeit mit Messdienern oder jährliche Zeltlager beschränkte, schon gefehlt.

Die Seelsorge im Dekanat ist laut Dechant Clemens Grünebach gesichert. Im Seelsorgebezirk Waldrach werden künftig Pfarrer Thomas Corsten und Kaplan Axel Feldmann, der in Zerf wohnen wird, Dienst tun.

 

Spende der Frauen an Pastor Serge

Während der Urlaubsvertretung durch Pastor Serge Senzedi hielt dieser eine Frauenmesse, an der über 50 Frauen teilnahmen. Der Vorstand der Frauengemeinschaft war bei der Gastfamilie des Pastors, Familie Herpel, eingeladen. Bei diesem Anlass überreichte die Vorsitzende Adele Barthel Pastor Serge Senzedi eine Spende, wofür dieser sich sehr herzlich bedankte.

 

Diebstahl im Zentralhochbehälter

Ziel von Metalldieben war in der Nacht zum vergangenen Donnerstag der Zentralhochbehälter des Wasserwerkes Kell am See. Die bisher unbekannten Einbrecher verschafften sich durch Auftrennen des Zaunes Zutritt auf das in der Nähe des Segelflugplatzes gelegene Gelände, auf dem sie anschließend einen Lagerraum aufbrachen. Hier hatten sie es auf Wasseruhren und Messingmaterialien abgesehen. Zum Abtransport ließen sie zunächst einen Anhänger mitgehen, der unweit des Tatortes im Wald wieder aufgefunden werden konnte. Die Kripo geht davon aus, dass in diesem Bereich das Diebesgut auf ein anderes Fahrzeug umgeladen wurde. Die Schadenshöhe beläuft sich nach ersten Feststellungen auf ca. 20.000 €.

 

Fußballcamp für den Nachwuchs

Die Fohlen-Fußballschule des Bundesligisten Borussia Mönchengladbach gastierte zum dritten Mal beim SV Kell. Das Niveau wird immer besser und es macht immer mehr Spaß, sagte der Koordinator der Nachwuchsschmiede, Thomas Reich.

Für Horst Zimmert, seit Februar Vorsitzender des SV Kell ist es wichtig, dass sich Vereinstrainer und -betreuer möglichst viel von den Profitrainern der Borussia abschauen: Je ein Trainer von uns wird einem Trainer der Borussia zugeordnet. Der Dialog und der Erfahrungsaustausch sind wertvoll.

Den Kontakt zur Borussia knüpfte Trainer Norbert Etringer 2006. Fußballcamps veranstalten wir bereits seit 2003, aber zunächst halt immer nur mit eigenem Personal, erklärt der Ge-schäftsführer des Fördervereins der Fußballjugend im SV, Detlef Schmitz. Seit drei Jahren sei ein professionelles Niveau gewährleistet.

Der neunjährige Nick Reichert und andere jugendliche Teilnehmer träumen von einer Berufskarriere als Fußballer und stellten fest: Man merkt schon, dass diese Trainer Bundesligaerfahrung haben.

Dass bereits die beiden vorigen Camps viel bewirkt haben, beweist der Titel, den die Jugendspielgemeinschaft Kell, Schillingen, Mandern und Waldweiler bei den Rheinland-Pfalz-Meister-schaften errungen hat. Den Sieg holte sich exakt die Gruppe, die vor einem Jahr von Thomas Reich beim Fohlencamp unter die Fittiche genommen worden war.

Martin Reichert erklärt, junge Fußballtalente bereits am Gang zu erkennen. Sein System: Loben, loben, loben. Dieses Motto hat sich auch der SV Kell in seinen Trainingseinheiten zu eigen, gemacht. Fußballtechnik, Reaktionsvermögen, Schnelligkeit und Übersicht sind dabei die Stichworte. Spaß muss es machen - dann ist die Motivation immer da, sagt Reich.

Er weiß auch: Die kleinen Vereine sind Spielerlieferant für die Bundesliga und die wiederum für die Nationalmannschaft. Ein Beispiel ist Timo Philippi. Der Zwölfjährige des SV wurde bereits als Torwart von der Trierer Eintracht verpflichtet. Bei solch großen Erfolgen fällt es dem Vorsitzenden des Fördervereins, Udo Müller, leicht, die Fohlen-Fußballschule auch für das nächste Jahr einzuladen. Großer Höhepunkt des Camps war die Fahrt in den Borussia-Park mit Training auf dem Platz der Borussia-Profis und das Treffen mit Torwart-Legende Wolfgang Kleff.

 

Erfolgreiches Seefest

Obgleich der Hochsommer in den Tagen vor dem Seefest eine kurze Verschnaufpause einlegte, waren die Veranstalter des Festes im Vorfeld recht optimistisch gestimmt und blickten in gespannter Erwartungshaltung dem Sonntag entgegen, denn ein Rekord stand bereits frühzeitig fest: Der diesjährige Bauern- und Handwerkermarkt sollte der größte Markt in der achtjährigen Seefestgeschichte werden.

Uber 80 Aussteller hatten in den zurückliegenden Wochen ihr Interesse an einer Teilnahme bekundet und sich entsprechende Ausstellerflächen reservieren lassen. Mit einer Steigerung um nahezu 30 % sollte der Markt nicht nur an Länge, sondern auch an Produktvielfalt und somit letztendlich auch an Attraktivität gewinnen. So war denn mancher frühmorgendliche Jogger, der es gewohnt war, seine Runden in der beschaulichen Idylle des zu dieser Zeit noch eher verschlafenen Seeumfeldes zu absolvieren, sehr erstaunt, als er dort nicht die gewohnte Ruhe, sondern ein hektisches Treiben in den frühen Morgenstunden vorfand, denn die ersten Marktbestücker waren schon sehr zeitig angereist, um ihre Stände aufzubauen und um sich für den zu erwartenden Ansturm zu wappnen.

Dass Veranstalter und Marktleute gut daran taten, frühzeitig die Weichen für einen erfolgreichen Festverlauf zu stellen, zeigte sich bereits in den Vormittagsstunden, denn ab 10.00 Uhr füllte sich das Festgelände kontinuierlich, und bereits um die Mittagszeit waren die Parkplätze rund um das Gelände weitestgehend belegt. Sowohl den Marktbetreibern als auch der Gastronomie wurden in den folgenden Stunden Höchstleitungen abverlangt. Bis in die frühen Abendstunden hinein riss der Besucherstrom nicht ab, und schon frühzeitig mussten Waren nachgeordert werden oder es wurden erste Ausverkäufe gemeldet. Auch das Rahmenprogramm mit Kinderanimation, Tauchschule und Fallschirmspringern trug dazu bei, das Fest zu einer rundum gelungenen Veranstaltung werden zu lassen, so dass die Verantwortlichen sich in einer ersten Bilanz mehr als zufrieden zeigten und schon erste Überlegungen für das Seefest 2011 anstellten.

 

Wiesplätzchen-Mädchen-Treff

Agnes Lehnen hatte eine gute Idee. Sie wollte mal wieder alle Mädchen aus ihrem Heimatviertel, dem Wiesplätzchen, sehen und organisierte daher ein Treffen der in Kell und auswärts wohnenden Frauen, die in ihrer Kindheit und Jugendzeit im Wiesplätzchen wohnten.

Dann war es soweit. An einem wunderschönen Juliwochenende kamen bis auf die verhinderte Theresia Wagner alle ehemaligen Wiesplätzchen-Mädchen im Hotel Zur Post zusammen. Einige waren von weither angereist. Es gab viel zu erzählen von früher und wie im Dorf sich alles verändert habe – zum Positiven, so die einhellige Meinung.

Nach Kaffee und Kuchen schloss sich ein Spaziergang über den Ruwer-Hochwald-Radweg und ein Besuch im Historischen Bahnhof an, wo vor allem die alten Dorfbilder das Interesse weckten.

 

Präsentation in der Alten Mühle

Neuer Krimi von Hans Muth

Unter dem Pseudonym Hannes Wildecker hat der in Kell geborene Hans Muth jetzt seinen fünften Band vorgestellt: Cruciatus –Das Vermächtnis. Der Titel kommt aus dem Lateinischen und bedeutet so viel wie Marter oder Folter.

Es ist kein Hochwaldkrimi geworden wie die vorangegangenen, macht Muth klar. Die Geschichte beginnt irgendwo an der Saar im Jahre 1587, der Hochzeit der Hexenverfolgungen in Kurtrier. Folterknechte erzwingen auf menschenverachtende Weise Geständnisse der angeblichen Hexen. Es geht um einen wertvollen Gegenstand, der lange Schatten in die Gegenwart wirft. Hobbyhistoriker entdecken im Trierer Stadtarchiv verschlüsselte Hinweise auf einen rätselhaften Schatz und werden prompt ermordet. Religiöser Wahn zieht eine Blutspur durch den Roman. Wie immer ist knisternde Spannung bis zur letzten Seite garantiert.

Ich habe mich mit dem Thema Hexenverfolgung bereits in zwei Dorfchroniken befasst und fand das sehr interessant, erklärte Muth seinem Publikum bei der Lesung in der Alten Mühle in Kell. Rund 40 Gäste hörten dem Autor gespannt zu.

 

Aus der Ortsgemeinde...

Ortsbürgermeister Lehnen führt in seinen einleitenden Worten aus, dass der vorliegende Etatentwurf 2010 losgelöst von den Haushalten und Jahresrechnungen früherer Jahre zu sehen ist. Mit dem Entwurf des Haushaltsplanes 2010 wird zum zweiten Mal in der Ortsgemeinde Kell am See der Haushaltsplan nach den neuen Vorschriften des doppischen Haushaltsrechts aufgestellt. Danach bestehen kommunale Haushaltspläne aus einer Ergebnisrechnung mit Erträgen und Aufwendungen, einer Finanzrechnung mit Einzahlungen und Auszahlungen und einer Vermögensrechnung, die einer Bilanz entspricht. Eine Eröffnungsbilanz konnte bisher noch nicht erstellt werden, da die Jahresabschlüsse 2008 und 2009 noch nicht vorliegen und diese Ergebnisse in die Eröffnungsbilanz einfließen.

Er geht kurz auf die Einnahme- und Ausgabesituation ein und spricht die zentralen Maßnahmen des Jahres 2010 an, wie z.B. die Investitionen für das Neubaugebiet An der Fischerei, die Photovoltaikanlage, die Mini-Soccer-Anlage, Radwegbegleitende Maßnahmen etc.

Die Kreditschuld der Ortsgemeinde betrug am Ende 2009 insgesamt 3.005.961 €. Hierin enthalten sind jedoch 1.250.000 € sog. investive Schulden, denen entsprechende Werte entgegenstehen, bzw. deren Rückzahlung durch zukünftige Sondertilgungen erfolgen wird (z.B. Neubaugebiet durch den Verkauf von Baugrundstücken).

Im Anschluss daran wird der Ergebnishaushalt besprochen. Einige Fragen der Ratsmitglieder werden erörtert und durch den Ortsbürgermeister sowie den Kämmerer Raimund Kramp beantwortet.

Horst Zimmert gibt seine Stellungnahme ab. Er regt eine Aufnahme der Stelle des Beigeordneten mit eigenem Geschäftsbereich im Stellenplan an.

Johannes Reitz geht in seiner Stellungnahme als Fraktionsvorsitzender der CDU-Fraktion ebenfalls auf die Maßnahmen sowie die Einnahme- und Ausgabesituation ein. Er regt an, im Haushaltsplan Mittel für die Wiederanlegung eines Kinderspielplatzes im Dumpert aufzunehmen. Hierfür sollen im Ausgabe- und Einnahmebereich jeweils 4.000 € eingesetzt werden. Die Finanzierung soll vollständig durch Spenden, etc. gedeckt werden.

Dittmar Lauer spricht in seinen Ausführungen die allgemeine Finanzsituation der Gemeinden an. Alle Beteiligten stellen unisono fest, dass die Verbesserung der Haushaltssituation neben umfangreichen Sparanstrengungen nur durch eine bessere Finanzausstattung der Kommunen im Rahmen des kommunalen Finanzausgleichs erreicht werden kann, da bei der derzeitigen Situation ein Großteil der Einnahmen der Gemeinde an Land, Kreis und Verbandsgemeinde abzuführen ist und gleichzeitig ca. 80% der kommunalen Belastungen durch die Gemeinde nicht beeinflussbar sind.

Der Ortsbürgermeister führt in die Thematik der geplanten Kommunalreform ein. Zwar steht die Verbandsgemeinde Kell am See mit ihren knapp 10.000 Einwohnern und 13 Ortsgemeinden noch nicht auf der Streichliste mit insgesamt 32 Verbandsgemeinden, die sich einen Fusionspartner suchen müssen. Wenn der Mainzer Landtag im Oktober über das Gesetz zur Kommunalreform diskutiert, könnte die VG Kell am See zur Disposition gestellt werden. Denn sie zählt zu den 66 Gebietskörperschaften, die sich nach Auffassung des Gemeinde- und Städtebundes Gedanken über ihre künftige Gebietsstruktur machen sollten.

Bei der Kommunalreform werde immer wieder propagiert, dass die Bürger an der Diskussion beteiligt werden sollen. In Kell am See geschieht dies mit der neu gegründeten Bürgerinitiative in einem frühen Stadium.

Johannes Reitz, Dittmar Lauer und Horst Zimmert teilen in ihren Stellungnahmen mit, dass bei der Neugründung der Bürgerinitiative keine parteipolitische Motivation vorhanden ist. Vielmehr soll sich parteiübergreifend für den Erhalt der Verbandsgemeinde Kell am See in ihrer jetzigen Form eingesetzt und der Bürgerwille hierzu mobilisiert werden. Es werden durch die Gemeinderatsmitglieder folgende Argumente für den Erhalt der Verbandsgemeinde in ihrem jetzigen Zuschnitt formuliert:

Die Menschen innerhalb der Verbandsgemeinde identifizieren sich mit „ihrer Verbandsgemeinde“. Es hat sich in den 40 Jahren des Bestehens eine eigene Identität entwickelt, deren Erhalt sehr wichtig ist.

Es sind gewachsene und weiterentwickelte Strukturen entstanden. Insbesondere die Menschen bis 50 Jahre sind ausschließlich in der jetzigen Verbandsgemeinde aufgewachsen. Ein Gemeinsamkeitsgefühl ist speziell in diesen Altersschichten klar erkennbar.

Auf Vereinsebene sind in der Vergangenheit viele gemeinsame Strukturen entstanden. Insbesondere im Bereich der Musikvereine (Verbandsgemeindeorchester), und den Sportvereinen (Senioren- und Jugendspielgemeinschaften) sowie in anderen Vereinsbereichen sind viele Kooperationen und Strukturen entstanden.

Die Kommunalreform hat zum Ziel, Synergie-Effekte und Einsparungen zu erreichen. Mit der Fusion zweier finanzschwacher Verbandsgemeinden entsteht jedoch keine finanzstarke gemeinsame Verbandsgemeinde. Beispiele aus der Vergangenheit haben gezeigt, dass hier keine Einsparungen entstehen, sondern durch höheren Verwaltungs- und Personalaufwand bei der Zusammenführung oftmals Kostensteigerungen vorhanden sind.

Speziell im Bereich der Verbandsgemeindewerke oder des Fremdenverkehrs könnten durch Kooperationen Kosteneinsparungen und Synergie-Effekte erzielt werden.

Die demographische Entwicklung bedingt ebenfalls keine Zusammenlegung zweier Verbandsgemeinden. Die Trägerschaft der Schulen wurde an den Landkreis abgegeben, so dass hier bereits eine einheitliche und kostensparende und der demographischen Entwicklung Rechnung tragende Regelung getroffen wurde.

Die Ortsgemeinden (insbesondere die Orte mit Einwohnern unter 1.000 Einwohnern) werden bei einer Zusammenlegung von Verbandsgemeinden an Bedeutung und Einfluss verlieren. Ihre Belange werden nicht mehr in dem Maße durch Vertreter auf Verbandsgemeindeebene zur Sprache gebracht.

Menschen, die sich und ihren Ort nicht mehr ausreichend vertreten fühlen, werden nicht mit dem gleichen Engagement für ihren Ort eintreten, sich politisch und ehrenamtlich weniger engagieren. Vereine werden dementsprechend noch weniger motivierte ehrenamtliche Helfer finden.

Die Entfernungen innerhalb einer Verbandsgemeinde Hochwald wären bei der Zusammenlegung zweier Verbandsgemeinden unverhältnismäßig groß. Der Aufbau und die Entwicklung gemeinsamer Strukturen würden dadurch erschwert.

Die jetzige Verbandsgemeinde würde nicht vollständig durch eine andere Verbandsgemeinde übernommen, sie würde zerbrechen, da die Ortsgemeinden des Bereichs Zerf sich in diesem Fall nach Saarburg orientieren würden. Gewachsene Strukturen würden zerbrechen.

An der Kommunalreform sollen die Bürger beteiligt werden. Es soll nicht gegen den Willen der Bürger entschieden werden. Mit der Bürger-initiative wird klar, dass eine große Mehrheit der Bürger den Erhalt der Verbandsgemeinde in seiner jetzigen Form wünscht.

Es soll eine Informationsveranstaltung für alle Bürger stattfinden, an der neben den hiesigen Kommunalpolitikern auch die Landtagsabgeordneten der Region teilnehmen sollen. Hierbei wird sich auch die neue Bürgerinitiative präsentieren, die dann über ihre Arbeit und die Unterstützung und Beitritte durch die Bürger berichten wird.

Der Gemeinderat spricht sich einstimmig für den Erhalt der Verbandsgemeinde in ihrem jetzigen Zuschnitt aus, steht jedoch der Zusammenarbeit und der Kooperation auf anderen Ebenen speziell im Bereich der Verbandsgemeindewerke oder des Fremdenverkehrs positiv gegenüber.

 

 

August

90 Jahre Sportverein

Ein Mammutprogramm an den ersten beiden August-Wochenenden hat der Sportverein aufgeboten, um sein 90-jähriges Vereinsbestehen zu feiern. Viel Arbeit war das für die Verantwortlichen um den neuen Vorsitzenden Horst Zimmert. Das Jubiläum stand unter der Schirmherrschaft von Ortsbürgermeister Markus Lehnen.

Der Festreigen begann mit dem Verbandsgemeinde-Fußballturnier und dem Street-Soccer-Dorfturnier. Ein erster Höhepunkt war dann der Geburtstagsempfang im Festzelt mit der Ehrung verdienstvoller und langjähriger Mitglieder. Für 60-jährige Mitgliedschaft wurden geehrt: Peter Klaeser, Hermann Kläser, Hermann Lauer, Bernhard Metzler und Werner Willger. 50 Jahre Mitglied sind: Willi Göden, Manfred Hornetz, Werner Hornetz, Hermann Jung, Heribert Justinger, Karl-Heinz Keil, Karl-Heinz Lang, Dittmar Lauer, Günther Ring und Josef Zengerle.

In der zweiten Feststaffel wurden das AH-Turnier und das Jugendfußballturnier aufgetragen. Neben den sportlichen Ereignissen war das Angebot an gesellschaftlichen Veranstaltungen angemessen.

In einer 16-seitigen Festschrift im DIN 4-Format mit Grußworten des Vorsitzenden und des Schirmherrn wird in mehreren Beiträgen auf die vielen Abteilungen des Sportsvereins hingewiesen: Aerobic, Basketball, Fußball, Gymnastik, Herzsport, Kinderturnen, Lauftreff, Schach, Tischtennis und Volleyball.

In einem Beitrag Aus der Chronik... schildert Dittmar Lauer die abwechslungsreiche Vereinsgeschichte von den Anfängen als SV Viktoria über DJK (Deutsche Jugendkraft), SV 1930 und schließlich SV 1920 e.V., wobei auch die Anstrengungen um ständige Verbesserung der Trainings- und Spielmöglichkeiten herausgearbeitet werden – vom ersten Platz im sumpfigen Arensbrooch bis zur zentralen Sportanlage mit Sportplatzgebäude in der Laach.

Heute steht der Verein mit rund 700 Mitgliedern, die sich in zehn Abteilungen mit verschiedenen Untergruppierungen aufteilen, außerordentlich breitgefächert da, so die berechtigte Aussage des Vorsitzenden Horst Zimmert.

 

Axel Feldmann neuer Kaplan

Der neue Kaplan der Pfarreiengemeinschaften Schillingen und Zerf heißt Axel Feldmann. Er ist 32 Jahre alt und stammt aus Neunkirchen, wo er den größten Teil seiner Kindheit und Jugendzeit verbrachte.

Nach dem Abitur absolvierte Axel Feldmann zunächst eine Ausbildung im Tourismusbereich in Leipzig mit halbjährigem Praktika in Trier und Zürich. Nach Abschluss dieser Ausbildung begann er ein Theologiestudium an den Theologischen Fakultäten in Trier und Passau. Nach dem Studium sammelte er als Pastoralpraktikant und Diakon erste Erfahrungen in der Pfarreiengemeinschaft St. Maximin in Trier und Maria Trost in Dillingen. Mit der Priesterweihe im Juli 2007 wurde er als Kaplan in der Pfarreiengemeinschaft Bernkastel-Kues eingesetzt.

Im Pfarrbrief stellt sich Kaplan Axel Feldmann mit den Worten vor: Ich freue mich darauf, Sie kennenzulernen und mit Ihnen gemeinsam Kirche zu gestalten. Sicherlich wird es einige Zeit dauern, bis ich in allen Orten unserer großflächigen Pfarreiengemeinschaft angekommen bin. So hoffe ich auf ein gutes Miteinander im gemeinsamen Mitbauen am Reich Gottes, auf dass ich mit Ihnen, Sie mit uns, wir gemeinsam unseren Mitmenschen Gott ein kleines Stück näher bringen können.

 

Enthüllung der Grimotafel in Temmels

Die Ortsgemeinde Temmels hatte eingeladen. Die Enthüllung der bronzenen Grimotafel, die an die urkundliche Ersterwähnung im Testament des Diakons Adalgisel-Grimo erinnern soll, stand auf dem Programm. Nach einem Gottesdienst in der Pfarrkirche St. Peter begaben sich die Ortsoberen mit den geladenen Gästen zum nahe gelegenen Bürgerhaus – dem ehemaligen Pfarrhaus – wo der Ortsbürgermeister nach einer kurzen Ansprache die direkt neben der Eingangstür angebrachte Tafel unter dem Beifall der Anwesenden enthüllte. Anschließend traf man sich zu einem Umtrunk im Festsaal.

 

Werner Herpel auf Grabsuche

Er hat seinen Vater Hermann nie kennengelernt, denn der fiel 1941, im Jahr der Geburt seines Sohnes, als Soldat an der Ostfront des Zweiten Weltkriegs. 69 Jahre später hat sich Werner Herpel aus Kell am See auf die Reise nach Weißrussland gemacht und dort die Stelle gefunden, an der sein Vater begraben ist.

Als Werner Herpel am 3. Oktober 1941 zur Welt kam, hatte sein Vater Hermann nur noch sechs Tage zu leben. Er ist am 9. Oktober in Russland gefallen, erzählt Werner Herpel. Von meiner Geburt hat er leider keine Kenntnis mehr erhalten.

Später habe ihm seine Mutter das erzählt, was sie vom Tod ihres Mannes wusste. Sie hatte erfahren, dass Hermann Herpel in einer Ortschaft namens Gomel auf einem Marktplatz hinter einer Kuppelkirche begraben worden sei.

Je älter ich wurde, desto mehr habe ich mir gewünscht, das Grab meines Vaters zu finden. Irgendwann fand ich dann in einer Zeitung ein Reiseunternehmen, das sich darauf spezialisiert hat, Angehörige zu den Gräbern gefallener Soldaten zu bringen, sagt Herpel.

15 Menschen, ebenfalls mit dem Ziel, ihre Angehörigen zu finden, begleiteten Herpel auf der Reise durch das heutige Weißrussland. Nach 1600 Kilometern Busfahrt kamen wir in ein Dorf, in dem man dabei war, Soldaten auszugraben und auf den Ehrenfriedhof Schatkowo umzubetten. Das geschieht dort heute täglich, und ich kann den Menschen, die auf der Suche nach ihren Angehörigen sind, nur empfehlen, nicht aufzugeben, sagt Herpel.

Besonders ergreifend war es für ihn, dass die damit beauftragten Arbeiter nicht nur die Toten, sondern auch deren persönliche Gegenstände bargen. In Schatkowo werden die Toten in Quadraten, die einem Schachbrett ähneln, beerdigt. Auf Steinsäulen werden ihre Namen eingraviert. Eine mitgereiste Frau habe dort ihren Vater wiedergefunden.

Für Werner Herpel dauerte die Suche nur ein wenig länger. Er traf in einer Klosterkirche einen Mann, der deutsch sprach. Bei ihm erkundigte sich Werner Herpel nach dem Ort Gomel, in dem sein Vater beerdigt sein sollte. Ich sagte dem Mann, dass mein einziger Anhaltspunkt der Marktplatz hinter der Kuppelkirche sei, und er konnte mir tatsächlich weiterhelfen, erzählt der Keller. Es handelte sich um die bekannte Kathedrale Peter und Paul. In Gomel stieß ich dann auf eine orthodoxe Nonne, die mir eine Fotografie des Friedhofs aus den Kriegsjahren brachte. Darauf zeigte sie mir genau die Stelle im Park, wo mein Vater beerdigt ist, berichtet Herpel. Und er erzählt weiter: Die Abschiedszeremonie, die speziell für meinen Vater stattfand, werde ich nie vergessen. Sie endete mit dem Lied ,Ich hatt` einen Kameraden.

 

St. Bartholomäus-Kirmes

Zehn Böllerschüsse aus der Kanone von Oswald Willger für die zehn Jahre des neuen Jahrtausends und zwei misslungene Versuche vor dem endgültigen Fassanstich durch Ortsbürgermeister Markus Lehnen eröffneten die diesjährige Bartholomäus-Kirmes. Begonnen hatte der Kirmesabend mit einer festlichen Vorabendmesse. Schnell füllte sich der Kirmesplatz mit über 2000 Einheimischen und Gästen. Die Stände der fünf Kirmeswirte waren in Windeseile voll besetzt. Schausteller und Budenbesitzer warteten nur darauf, dass der offizielle Teil bald beendet sein würde, um der Veranstaltung das notwendige Flair zu geben.

Mit den Klängen des örtlichen Musikvereins erlebten nicht nur die Einheimischen einen traditionell geprägten Kirmesabend, der mit der Band No Friends ausklang. Platzkonzerte, Unterhaltungsmusik und buntes Kirmestreiben waren auch am Sonntag Trumpf in der Hochwaldgemeinde, ebenso wie der von Jahr zu Jahr größer werdende Krammarkt. Mehr als 100 Aufsteller haben ihre Stände in einem Bereich von mehr als einem Kilometer aufgestellt.

 

Aus der Kirmeszeitung

50 Jahre Tierschau

In der von der Ortsgemeinde herausgegebenen Kirmeszeitung findet sich ein Aufsatz von Dittmar Lauer über die Historie des Keller Jahr- und Viehmarktes, von dem wir einen Ausschnitt bringen:

Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde die Tradition des Keller Jahrmarkts in veränderter Form weitergeführt. Der bisher an die Kirmes gebundene weithin bekannte Viehmarkt wandelte sich in einen mehrmals jährlich stattfindenden Ferkels-markt und die Kirmes selbst wurde in den ersten Nachkriegsjahren in bescheidenem Rahmen gefeiert.

1959 regte der neu gewählte Bürgermeister August Justen eine Tierschau an als Ergänzung bzw. Ersatz für den dahin dümpelnden Ferkelsmarkt. Ein Jahr später – heute vor fünfzig Jahren – fand die erste Tierschau auf der Schulwiese im Wiesplätzchen statt, zunächst noch in bescheidenem Rahmen und in der Organisation der Ortsgemeinde, später der Verbandsgemeinde. In den ersten Jahren hatten zunächst die Keller Gastronomen abwechselnd die Bewirtung der immer zahlreicher erscheinenden Besucher übernommen, später trat an ihre Stelle der neu gegründete Heimat- und Verkehrsverein. Die Kirmesmontag stattfindenden Verbandsgemeinde-Tierschau-en fanden immer mehr Anklang, zumal seit 1974 nicht nur Kühe aufgetrieben und wegen ihrer erstaunlichen Milchleistung und Fleischqualität prämiiert, sondern auch Pferde aufgeboten wurden. Für die Anregung, mit der Tier- auch eine Gewerbeschau zu verbinden, war die Zeit noch nicht reif.

Mit der Fertigstellung der zentralen Schulsportanlage 1975 stand mit der großen Wiese entlang der Ruwer ein neuer Platz für die immer größer werdende Verbandsgemeinde-Tierschau an Kirmesmontag zur Verfügung.

Einen neuen Platz für die eigentliche Kirmes mit traditionellem Krammarkt schaffte die Ortsgemeinde im Zusammenhang mit den erwähnten Sanierungsmaßnahmen auf den Grundstücken Lehnen und Mannerhans gegenüber der alten Volksschule. Hier bauen Jahr für Jahr die Keller Gastronomen und Vereine ihre Getränke- und Essenstände auf, während auf dem alten Kirchhof, späteren Spielplatz und heutigen Parkplatz sich das Kirmestreiben mit Autoscooter und Schiffschaukel abspielt. Links und rechts vom Herrenmarkt, der Kirchstraße und teilweise der Brückenstraße unterbreiten zahlreiche Händler ihr globales Warenangebot, das mit dem früherer Jahre nicht mehr zu vergleichen ist. Überhaupt präsentiert sich die Keller Bartholomäus-Kirmes an den drei Kirmestagen in modernem Outfit und als Volksfest nahezu professionell organisiert - mit Fassanstich durch den Ortsbürgermeister und eigener Kirmeszeitung, mit bekannten Musikgruppen auf beleuchteter Bühne, alles in einem angenehmen Ambiente im Weichbild der Kirche St. Bartholomäus.

Die Tierschau der Verbandsgemeinde an Kirmesmontag gewinnt von Jahr zu Jahr mehr an Attraktivität und zieht Tausende Besucher aus dem ganzen Hochwaldraum und darüber hinaus an. Mit immer neuen Angeboten gelingt es Bürgermeister Werner Angsten das hohe Niveau der Tierschau zu halten und auszubauen. Der Auftrieb von Spitzenkühen und Reitpferden aus mehreren Kreisen, die Wahl der „Miss Hochwald", die Präsentation von allerlei Kleintieren in einem eigenen Zelt, ein interessantes Angebot landwirtschaftlicher Produkte aus regionalen Betrieben, nicht zuletzt die musikalische Unterhaltung durch den Musikverein Concordia, der auch für das leibliche Wohl sorgt, haben mit dazu beigetragen, dass die Keller Kirmes und die Verbandsgemeinde-Tierschau sich im Laufe der letzten Jahrzehnte zu einer weit über die Grenzen hinaus bekannten regionalen Großveranstaltung mit Volksfestcharakter gemausert haben.

 

Viel Prominenz bei der 50. Tierschau der Verbandsgemeinde Kell am See

Kurz geschoren und blitzblank ist das Fell. Fein gebürstet und geputzt hat Perle ihren großen Auftritt. Die Kuh, die vom Hof von Günter Hoff aus Fisch in der Verbandsgemeinde Saarburg stammt, ist die neue Miss Hochwald, die schönste ihrer Rasse der Landkreise Trier-Saarburg und Bernkastel-Wittlich. Gute Funktionalität, große Kapazität und ein schönes Euter, schwärmt Kampfrichter Armand Braun von den Vorzügen des schwarz-weiß gefleckten Tieres.

Armand Braun aus Luxemburg ist Experte für deutsche Holsteiner, die vor allem in der Milchwirtschaft eingesetzt werden. Werner Hauck aus Bayern kennt sich vor allem aus mit Fleckvieh, bei dem nicht nur die Milch, sondern auch das Fleisch gefragt ist. Er erklärt, worauf es bei dem Wettbewerb ankommt. Ein gutes Fundament, also gesunde Beine und Klauen, sollte eine Kuh haben, wenn sie Miss Hochwald werden will. Das verspricht ein langes Leben, erklärt er. Auch beim Euter wird auf die Optik geachtet. Kühe können heute mit kurzen Strichen, den Laien besser als Zitzen bekannt, punkten bei den Wertungsrichtern. Das ist günstig für den Melkroboter, erklärt Hauck. Früher dagegen, als noch per Hand gemolken wurde, sollten die Striche möglichst lang sein.

Perle darf nun für das Siegerfoto posieren. Hübsch geschmückt mit einer Schärpe steht sie zwischen Nathalie Masson aus Saarbrücken, die ebenfalls den Titel der Miss Hochwald trägt, und der rheinland-pfälzische Weinkönigin Jutta Rosenstein.

Eine weitere Preisträgerin ist die Kuh Tamara, die vom gleichen Hof wie Perle stammt. Sie erhält die Auszeichnung für die höchste Lebensleistung mit mehr als 100.000 Kilogramm Milch und zehn Kälbern.

Obwohl das Milchvieh und seine Züchter und Halter im Mittelpunkt stehen, werden auch andere Tiere gezeigt. Die Pferde, beziehungsweise deren Besitzer, buhlen ebenfalls um Auszeichnungen. Die Kaninchen, Hühner und Gänse bei der Kleintierschau dagegen werden nicht prämiert.

Nicht Schönheit, sondern Leistung sollen die prominenten Gäste, unter ihnen Julia Klöckner, Staatssekretärin im Bundesministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz, beim Wettmelken zeigen. Doch die künstliche Kuh auf der kleinen Bühne bleibt unangetastet. Das nasse und kalte Wetter treibt die Menschen unter die Pavillons, sodass das Wettmelken mangels Zuschauern kurzfristig abgesagt wird.

 

 

September

Firma Kirsten auf der Automechanika

Über 100 Jahre gibt es die Firma Georg Kirsten GmbH & Co. KG mittlerweile, seit 60 Jahren ist das Unternehmen, das international führend im Bau von Hebebühnen und Hebewerkzeugen ist, in Kell am See vertreten.

Die Automechanika ist für uns die wichtigste Messe im Rhythmus von zwei Jahren, sagt Geschäftsführer Uwe Brunnenmeister, der gemeinsam mit seinem Kollegen Rudolf Gort in dieser Woche den Stand in der Halle 8.0 auf dem Gelände unter dem Frankfurter Messeturm betreut.

Wir haben die Erfahrung gemacht, dass wir auf der Automechanika unsere Kunden und vor allem das Fachpublikum am besten erreichen, sagt er. Wir verkaufen über den Großhandel, Endabnehmer sind Werkstätten im Bereich Busse und Lastwagen, erklärt Brunnenmeister sein Geschäftsfeld. Auch müssen wir uns immer den jeweiligen Gegebenheiten anpassen, müssen Hebewerkzeuge für Fahrzeuge entwickeln, die entweder neu auf den Markt gekommen sind oder verbessert wurden. Seit Jahrzehnten arbeitet die Firma Kirsten daher mit ihren Kunden zusammen.

Die kommen schon auf uns zu und erklären uns, was sich im Fahrzeugbau verändert hat und wir reagieren darauf. Das sind oft nur kleine Dinge im Detail, die wir verändern müssen. Aber das geschieht mit hoher Präzision und weitreichender Wirkung in der Fertigung der Maschinen. Grubenheber, Unterflurheber, Portalheber, Achsheber und Zubehör gehören zum Produktangebot von Kirsten.

Auch viele Firmen der Region arbeiten mit den Hochwäldern zusammen. Egal, ob es private Busunternehmen oder kommunale Einrichtungen sind: Sie vertrauen auf die Kraft aus dem Hochwald, auf die Hebewerkzeuge der Firma Kirsten aus Kell am See.

 

Neues Buch erschienen:

Jugendzeit – Kriegszeit

Jugendzeit-Kriegszeit ist der Titel des 65 Seiten umfassenden Buches, in welchem Albert Lehnen gravierende Erlebnisse der Vergangenheit niedergeschrieben hat. Erschienen ist das Werk im Verlag Alta Silva. Herausgeber ist der Heimat- und Kulturverein Trier-Saarburg und die Vereinigung der Heimat- und Geschichtsfreunde im Hochwaldraum. Dittmar Lauer bearbeitete das Buch redaktionell. Alles in allem: ein ehrenamtlich erstelltes Werk, das sich in die Reihe Erinnerungen eingliedert: Alois Jäckels, Leben zwischen Krieg und Frieden und Hans Muth, Ein Kind des Hochwalds.

 

Mein Bruder Ludwig hatte immer schon vor, sein Leben mit all den Licht- und Schattenseiten zu Papier zu bringen. Leider verstarb er und so nahm ich mir vor, Ereignisse aus meinem Leben aufzuschreiben, erzählte der 1930 geborene Schreinermeister im Ruhestand. Alle Erlebnisse habe er aus dem Gedächtnis heraus niedergeschrieben. Da ist die Geschichte von Onkel Nikla, der nach einer Hirnhautentzündung im Kindesalter taubstumm wurde. Er schreibt über seine Eltern, seine Geschwister, seine Tanten. Auch der Bau der Hunsrückhöhenstraße, der heutigen B 407, ist ein Thema. Wir nannten sie alle nur Teerstraße, sagte Lehnen. Denn es war die einzige geteerte Straße weit und breit. Auch eine Brandkatastrophe am Pfingstmontag 1948 in der Nähe der Kirche findet ihren Platz in dem Buch. Drei Erwachsene und zwei Kinder fanden dabei den Tod. Einen großen Teil in dem Buch aber nehmen die Vorkriegszeit und der Krieg selbst ein.

Von den ersten Gefallenen über das Hamstern bis hin zu den Bombenangriffen auf Kell beschreibt Lehnen auch die Gefahr, in der er sich selbst befunden hatte. Zwanzig Meter neben mir detonierte eine Bombe. Ich wurde dabei Gott sei Dank nur leicht verletzt.

Als Gratulanten und interessierte Zuhörer waren auch Ortsbürgermeister Markus Lehnen und Werner Angsten, Bürgermeister der VG Kell am See erschienen. Die Augen wollen nicht mehr so recht, informierte Lehnen das Auditorium und meint scherzhaft: Deshalb habe ich eine pensionierte Lehrerin aus der Nachbarschaft angeworben. So las Lilli Lauer dem interessiert lauschenden Publikum einige Passagen aus dem Werk vor.

Auf der letzten Seite zieht Lehnen Billanz: Durch die selbst erlittenen Kriegserlebnisse bin ich ein Gegner jedes Krieges geworden.

 

Wild Willgers siegen...

Eine große Zuschauerkulisse fand der 15. Staffel-Triathlon. Alle waren von den spannenden Wettkämpfen und den vielen Positionswechseln begeistert. Bei den Familienteams konnte sich Christoph Willger auf der 5000m Laufstrecke mit einem Vorsprung von 24 Sekunden klar durchsetzen und gewann mit seinem Team Wild Willgers die Familienwertung. Zum Team gehören: Michael Willger (Schwimmen), Gerhard Willger (Biken) und Christoph Willger (Laufen).

Horst Zimmert, der Vorsitzende des Sportvereins, Ortsbürgermeister Markus Lehnen und der Beigeordnete der Verbandsgemeinde Michael Lauer überreichten die Siegerpokale.

 

Zeltlager der Kolpingjugend

Den Sternen kommt nicht jeder so nah. 34 Jugendliche aus den Verbandsgemeinden Hermeskeil und Kell am See und deren Betreuer bekamen vom Leiter des Observatoriums Hoher List bei Schalkenmehren, Dr. Klaus Reif, einen interessanten Einblick in die Geschichte der Beobachtungsstation und unser Planetensystem. Auch erklärte er den Aufbau und die Funktionsweise der beiden größten Teleskope des Observatoriums. Weil in der Umgebung kaum Licht von großen Ortschaften den Himmel zu sehr erhellt, ist der Standort bestens geeignet.

Die Jugendlichen wanderten nach der Führung zurück zu ihrem Zeltplatz, der Teichanlage Winkelbach des Kreisfischereivereins Vulkaneifel in der Nähe von Schalkenmehren. Hier erteilten die Mitarbeiter des Kreisfischereivereins Unterricht im Angeln. Nach einer kleinen Einführung durften sich die Jugendlichen unter fachkundiger Betreuung dem neuen Hobby widmen und konnten mit etwas Geduld und Geschick einen Fang an der Angel haben.

Mit dem Fahrrad 40 Kilometer auf dem Mosel-Maare-Radweg oder Schwimmen im Naturfreibad des Gemündener Maares: Die sportliche Betätigung kam nicht zu kurz.

Beim Besuch des Maislabyrinths Eckfeld konnten die Kinder ihren Orientierungssinn testen, den sie bei der Nachtwanderung und den Erkundungen im Wild- und Erlebnispark Daun sicherlich brauchten.

 

 

Oktober

Der Trierische Volksfreund bringt in der Ausgabe Nr. 229 vom 2./3. Oktober 2010 unter der Überschrift Ordensschwestern verlassen Kell am See folgende Nachricht:

In Kell am See geht im Sommer 2011 eine Ära zu Ende: 55 Jahre lang haben die Schwestern vom Orden der Oblatinnen im Ort gewirkt und sich als Leiterinnen des Kindergartens vor allem erzieherischen Aufgaben gewidmet. Nun werden sie in ihr Ordenskloster im österreichischen Linz zurückgerufen. In Kell ist die Betroffenheit über diese Entscheidung groß.

Für die Zukunft des Kindergartens bedeutet das: Die Kita GmbH wird wohl als Nachfolgerin eine neue, weltliche Leiterin einsetzen. Ja, wir werden im nächsten Sommer nach Linz gehen, wo neue Aufgaben auf uns warten. Mit dieser Aussage bestätigt Schwester Maria Regina eine Entscheidung ihrer Ordensleitung, die in Kell wohl niemanden unberührt lässt. Vor 55 Jahren haben sich Schwestern vom Orden der Oblatinnen im Ort niedergelassen. Sie wirken dort seitdem vor allem in der Erziehung und leiten den kirchlich getragenen Kindergarten St. Michael. Aktuell betreuen die beiden Schwestern Maria Regina und Anna Gertraud zusammen mit anderen Erzieherinnen etwa 75 Kinder. Eine weitere Schwester führt den Haushalt in ihrem Domizil, das dem Kindergarten gegenüber liegt. Der Aktionsradius der Schwestern war in dieser ganzen Zeit aber bei weitem nicht nur auf den Kindergarten beschränkt. So kümmerten sie sich um die Vorbereitung der Kommunionkinder und Messdiener, den Missions-Strickkreis und noch vieles mehr.

Nun aber hat die Kongregation die drei Schwestern in das Haupthaus im deutschsprachigen Raum nach Linz in Österreich gerufen. Die Schwestern sollen im Sommer 2011 dorthin gehen. Grund für diese Entscheidung ist die personelle Situation des Ordens. Weil immer weniger junge Frauen sich zu einem Leben als Nonne berufen fühlen, fehlt es auch den Oblatinnen an Nachwuchs.

Das Arbeiten hier in Kell ist sehr schön, und es sind viele Beziehungen gewachsen, sagt Schwester Maria Regina. Sie betont aber auch: Es ist auch wichtig, sich einzubringen und dort zu arbeiten, wo wir gebraucht werden. Für das kirchliche und gemeindliche Leben in Kell würde der Abzug einen Einschnitt bedeuten.

Das betont auch Pfarrer Thomas Linnartz: Die Schwestern haben sehr viel geleistet. Wir müssen das künftig so gut wie möglich auffangen. Eins zu eins wird das aber nicht gelingen. Viele Eltern bedauern den Abschied: Ich war selbst bei den Schwestern. Heute sind es meine beiden Kinder. Ich fühle sie in unserem Kindergarten unheimlich gut aufgehoben, weil die Schwestern mit ganzem Herzblut dabei sind. Wenn sie gehen, würde das eine riesige Lücke reißen, sagt beispielsweise Kathrin Keil.

Es wäre für das ganze Dorf ein entsetzlicher Verlust, betont auch Elisabeth Lempges, die Vorsitzende des Elternbeirats. Deshalb wollen wir sie auch nicht so einfach ziehen lassen. Der Elternbeirat werde nun beraten, wie er weiter vorgehen soll. Zumindest müsse man versuchen, die Ordensleitung dazu zu bewegen, dass die Schwestern doch in Kell bleiben.

Ortsbürgermeister Markus Lehnen sagt schließlich: Die Schwestern sind in Kell nicht zu ersetzen. Um sie hier zu behalten, werden wir alles Menschenmögliche tun. Er fügt jedoch hinzu: Das wird in diesem Fall aber leider wohl nicht reichen.

 

Feuerwehrübung

Bei den Renovierungsarbeiten in der Alten Kate ist es zu einem Hitzestau gekommen, der zu einem Schwelbrand ausgeartet ist. Die Arbeiter in den untersten Etagen haben sich ins Freie gerettet, andere im Obergeschoss müssen auf Hilfe von außen hoffen. Das ist die Ausgangslage bei der Übung der Feuerwehr in Kell am See.

Vielleicht wäre es besser, das Haus würde tatsächlich abbrennen. Solche oder ähnliche Bemerkungen hört man ab und zu unter den Beobachtern des Szenarios.

Realität jedoch ist, dass es sich dabei um die Jahresabschlussübung der Keller Feuerwehr handelt. Der Brand in der ehemaligen Gaststätte, die als ortsbildprägendes Gebilde seit vielen Jahren dem Verfall preisgegeben ist und offensichtlich keinen Käufer findet, ist natürlich nur angenommen. Die Feuerwehr unter der Leitung von Wehrführer Kurt Waschbüsch trifft wenige Minuten nach der Alarmierung am Brandort ein. Eine Drehleiter wird ausgefahren, um die am Fenster in der oberen Etage laut schreienden Personen nach außen zu retten. Mehrere Atemschutzträger verschaffen sich Zugang über das Treppenhaus und bergen verletzte Personen in nassen Tragetüchern. Von allen Seiten werden die benachbarten Wohnhäuser und das angebaute Millenhaus durch Wasserbarrieren vor dem Übergreifen des Feuers geschützt.

Auch ein Luftkissen wird vor dem Fenster, hinter dem sich noch Personen befinden, aufgeblasen. Doch statt der Personen landet ein Dummy darin. Kommentator Erich Seimetz: Aufgrund von Verletzungsgefahren ist es uns nicht erlaubt, während einer Übung Menschen mit dem Kissen aufzufangen. Aber der Dummy hat menschliche Größe und sein Gewicht ist daher ein guter Übungsersatz.

Auch die anschließende Manöverkritik fällt gut aus. Die Übung verlief erwartungsgemäß gut, resümierte Wehrführer Waschbüsch. Selbst wenn in einer Übung etwas einmal nicht so passen sollte, wie ich es mir vorstelle, was durchaus auch einmal vorkommen kann, so sprechen doch die Einsätze in der Realität dafür, dass wir gute Arbeit leisten.

 

Auf dem Kartoffelfeld

Wo kommen die Kartoffeln her? Eine ganz praktische Einführung in dieses Thema konnten die Kindergartenkinder hautnah erleben. Auf einem Kartoffelfeld durften sie den ganzen Tag bei der Kartoffelernte helfen. Raimund Lehnen und andere Helfer erklärten den Kleinen bereitwillig den Ablauf des Kartoffellebens von der Saat bis zur Ernte. Die Kinder waren alle begeistert.

 

Erfolgreiche Kinderkulturtage

Ins Leben gerufen wurde die Kinderkulturwoche als Ersatz für die Kinderkulturtage des Landkreises, die in diesem Jahr wegen Personalmangel bei der Kreisverwaltung ausgefallen sind. Die Kinderkulturtage waren immer eine sehr beliebte Veranstaltung, an der sich viele Eltern und Kinder beteiligt haben, sagt Jugendpfleger Michael Binder. Es wäre schade, wenn wir dieses Potential nicht genutzt hätten. Dabei ging es ihm vor allem um die Erhaltung und Förderung des ehrenamtlichen Engagements. Denn Kinderkulturveranstaltungen leben von der Mitarbeit freiwillig tätiger Eltern und Jugendlicher.

Als Ergänzung zu den Workshops trat der Künstler Michael Steinhauer an jedem Veranstaltungsort auf. In seinem Mitmach-Theater schickte er die Kinder auf eine fantastische Reise ins Reich der Farben. Mit Liedern, Rätseln und Geschichten sorgte er stundenlang für Unterhaltung und zog die Kinder in seinen Bann. Auch viele Eltern waren begeistert von dem vielseitigen Repertoire des Künstlers.

 

Gästeehrung im Haus Doris

Für zwanzig Jahre freundschaftliche Verbundenheit mit dem Landhotel Haus Doris und dem Luftkurort Kell am See wurde Reinhard Dautenheimer ausgezeichnet. Dieser nahm die Auszeichnung stellvertretend für seine vierzehn Mitstreiter im sogenannten Kleinen Rat der Burggrafengarde des Karnevalsclubs Mainz-Weisenau entgegen. Seit zwanzig Jahren kommen die Mainzer nun schon in das Haus Doris – in der Tat ein Zeichen einer großen Verbundenheit mit dem Haus, dem Ort und der ganzen Region.

 

IHK besucht KOMAGE

 

Das Präsidium der IHK Trier besuchte im Rahmen ihres Vor-Ort-Konzeptes auch die KOMAGE. Ziel dieses Gespräches war, den Dialog einerseits mit den Unternehmern und andererseits der Politik zu führen. Dabei standen standortpolitische Themen ebenso auf der Tagesordnung wie unternehmerische Initiativen. Margit Gellner – als Mitglied der IHK-Vollversammlung – stellte als persönlich haftende Gesellschafterin und Geschäftsführerin der Firma KOMAGE Gellner Maschinenfabrik KG ihr Unternehmen vor.

 

Freundschaft mit Polen

Für eine Woche lang begrüßte Schulleiter Bernd Staudt polnische Schüler und deren Lehrer an der Grund- und Realschule plus in Kell am See und in Zerf. Eine gemeinsame Discoveranstaltung knüpfte erste, noch zögerliche Kontakte. An zwei Nachmittagen waren die Schüler bei deutschen Gastgebern in deren Familien, um sie näher kennenzulernen und mit ihnen gemeinsam etwas zu unternehmen. Eine gemeinsame Fahrt nach Trier brachte besonders für die polnischen Schüler und auch für ihre Lehrer eine neue Erfahrung. So lernten sie während eines Besuchs bei der Handwerkskammer die berufliche Ausbildung in Deutschland kennen.

Die Stadt Trier mit ihren vielfältigen geschichtlichen und kulturellen Gesichtern beeindruckte die Besucher sehr, ebenso ein Ausflug nach Saarburg, sagte Konrektor Herbert Behres. Die Stadt Luxemburg mit ihrer Bedeutung für Europa sowie auch mit ihrem interessanten Stadtbild sei ein weiterer Höhepunkt für die polnischen Gäste gewesen. Nach dem gemeinsamen Besuch des Gottesdienstes in der Pfarrkirche in Kell am See und einem Abschieds-Mittagessen in der Aula der Schule in Kell am See, machten sich die Gäste auf die Heimreise.

Die unermüdliche Hilfe und Unterstützung durch die Eltern und tatkräftige Unterstützung der Sponsoren haben uns Mut gemacht, diese Partnerschaft weiter zu pflegen, stellte Behres erfreut fest und meinte weiter: Wir freuen uns auf ein möglichst baldiges Wiedersehen in Zabrze.

 

Die Keller C-Jugend beim FC Kaiserslautern zu Gast

Zu einem interessanten Leistungsvergleich war die C-Jugend der Jugendspielgemeinschaft des SV in das Jugend-Leistungszentrum des 1. FC Kaiserslautern eingeladen worden.

Bei der C-Jugend handelt es sich um die Spieler, die als D-Jugendliche Rheinlandmeister wurden und als Dorfmannschaft für Furore sorgte, wie der TV berichtet. Sie ist bei der übrigens bei der Sportlerwahl des Jahres 2010 als Nachwuchsmannschaft vorgeschlagen und wir drücken die Daumen, dass sie es auf das Siegertreppchen schafft. Verdient haben es die Jungen aus Kell am See, Schillingen, Mandern und Waldweiler. Als C-Jugend haben sie die ersten acht Punktspiele alle gewonnen. Eine Zukunftsmannschaft also!

In Kaiserlauten nun trafen die jungen Hochwälder in einem Freundschaftsspiel auf die U-14-Mannschaft des Bundesligisten. Mit großem Kampfgeist und einer defensiven Einstellung konnten die Hochwälder bis zur Halbzeit ein Unentschieden halten, obwohl die Lauterer Jungen technisch und spielerisch weit überlegen waren. In der zweiten Halbzeit kamen die Spieler des Bundesligisten dann doch noch zu einem gerechten 3:0.

Nach dem Spiel besuchten die Jungfußballer auf dem Betzeberg ein Bundesligaspiel des 1. FC Kaiserslautern.

 

Kindergarten St. Michael

Neuwahl des Elternbeirates

Zu einem Elternabend hatte die Leiterin des Kindergartens St. Michael, Schwester Maia Regina, eingeladen. Anwesend war auch die für das Dekanat Hermeskeil-Waldrach zuständige Leiterin der KiTa-gGmbH, Sandra Steffens. Wichtiger Tagesordnungspunkt war die Neu- bzw. Umplanung des Kindergartens sowie die angekündigte Auflösung der Ordensniederlassung in Kell.

Zum Abschluss der Zusammenkunft wurde der neue Elternbeirat gewählt, dem künftig angehören: Elisabeth Lempges als 1. Vorsitzende, Pamela Küster als ihre Stellvertreterin und als Beisitzer Melanie Justinger, Nadine Backes, Petra Kohlmann, Anja Schirra-Zgrebski, Claudia Schneider, Isabella Wutsch und Kathrin Keil.

 

Kartoffelfeuer in der Layenkaul

Bei herrlichem Herbstwetter unternahmen die Kindergartenkinder mit ihren Müttern eine Wanderung zur Freizeitanlage Layenkaul, wo bereits einer der Väter ein Riesenfeuer angezündet hatte. Dort konnten die Kinder in Alufolie verpackte Kartoffeln in die Glut schmeißen, was den Kleinen offensichtlich viel Spaß bereitete. Mit großem Genuss verzehrte man in geselliger Runde die gegarten Kartoffeln.

 

 

November

Kolping spielt Theater

Den Schwank mit dem mundartlichen Titel Em Graf Poldi sein lääscht Nummer hat die Theatergruppe der Kolpingfamilie im Saal Zum friedlichen Landmann aufgeführt – und das Publikum zum Lachen gebracht.

Eine tolle Leistung. Mein Taschentuch war nass von Lachtränen, sagt Inge Schömer aus Reinsfeld. Ein besseres Kompliment kann es wohl für eine Theaterpremiere nicht geben. Ein ausverkauftes Haus bei der ersten Vorstellung – und das bereits im Vorverkauf – bewies, dass die Fangemeinde Qualität von der Theater-Truppe gewohnt ist.

Die rund 150 Zuschauer erhielten diese Qualität und waren begeistert. Lach- und Beifallstürme wechselten sich ab und die Maskerade der Akteure, gestaltet von Maria Hebben-Marx, tat ihr Übriges dazu.

Zum Inhalt: Graf Poldi alias der schöne Egon, ein Heiratsschwindler (Dirk Steuer), hat sich in der kleinen Pension Wimmer eingemietet, weil ihm in der Stadt der Boden zu heiß geworden ist. Gabi, die Pensionswirtin (Cilli Erschens) und ihre Freundin Lore (Heidi Biewer) verfallen seinem Charme. Das ist auch kein Wunder, denn ihre Männer Walter (Karl-Josef Endres) und Oskar (Dietmar Lehnen) sind nicht gerade das, was man aufmerksame Ehemänner nennen könnte.

Oma (Maria Seiler), die vergessliche Alte, hegt einen Verdacht gegen Graf Poldi und beschließt, ihm das Handwerk zu legen.

Olli, Walters Sohn (Philipp Steuer), hat ganz andere Sorgen: Mausi (Miriam Stumm), die ebenfalls von Graf Poldi um ihr Geld gebracht wurde, ist in der Pension aufgetaucht. Dass doch noch alles ein gutes Ende findet, hat die Familie Oma zu verdanken: Der Graf wird verhaftet, Olli bekommt seine Mausi und die Ehepaare versöhnen sich wieder. Die Souffleusen Christel Willger und Renate Schneider hatten einen geruhsamen Abend.

 

Wolle für die Strickfrauen

Pünktlich zum Beginn der Stricksaison machten Vorstandsmitglieder der Frauengemeinschaft den Strickfrauen im Schwesternhaus einen Besuch und überbrachten einen Geldbetrag zum Kauf der Wolle, die von den älteren Frauen verstrickt wird. Annemarie Mencher und Marlies Poth brachten ihre Gitarren mit und stimmten mit Liedern, die die Frauen eifrig mitsangen, auf den kommenden Advent ein. Es war ein sehr schöner und besinnlicher Nachmittag.

 

Das neue Kreisjahrbuch...

Leitthema des diesjährigen Kreisjahrbuches ist der Begriff Heimat. Dass Landrat Günther Schartz bei der Vorstellung des 370seitigen Jahrbuches ins Moselfränkische verfiel, ist dem Thema geschuldet. Allein elf Beiträge beschäftigen sich mit dem weiten Thema der Heimat, ob Heimat in Bildern oder in der Dichtung. Heimat erweckt viele Assoziationen und erlebt eine Renaissance, so der Landrat.

Dass das Moselfränkische viele unterschiedliche Facetten aufweist, beweist ein Text von Stefan Andres, der im Kreisjahrbuch von zehn regionalen Plattvarianten erscheint, darunter auch in Keller Platt, geschrieben und vorgetragen von Dittmar Lauer.

Unter den zahlreichen heimatkundlichen Aufsätzen findet sich auch eine Arbeit von Dittmar Lauer über den Lehrer und Heimatschriftsteller Matthias Lang, der in den Jahren 1925-1952 in zahlreichen Schulen des Trierer Landes unterrichtete und noch heute bei vielen seiner ehemaligen Schülern einen guten Namen hat.

 

St. Martin war ein guter Mann

Der Martinsumzug, veranstaltet von der AMS, in der auch der Musikverein Mitglied ist, fand wieder großen Anklang. Der Gewinn aus einer Tombola, bei der Martinsgänse verlost wurden, ging als Spende wie in den Jahren zuvor an die Schule für Lernbehinderte in Schweich.

 

Ein Turtle für die Kleinen

Der Wunsch der Erzieherinnen der Kindergruppe, einen geeigneten Krippenwagen – auch Schneckenmobil oder Turtle genannt – anzuschaffen, konnte nunmehr erfüllt werden. Bisher war ein Spaziergang mit den Kleinen in den vorhandenen drei kleinen Wagen nur möglich, wenn alle drei Erzieherinnen dabei waren. In dem speziell konstruierten Gefährt können sechs Kinder gleichzeitig Platz finden und von nur einer Erzieherin ausgefahren werden.

Die Kosten in Höhe von 1.700 € hat dankenswerterweise der Förderverein des Kindergartens St. Michael übernommen.

 

Buchvorstellung in Kell und Wadern

Matthias Lang (1902-1965)

In der Mundartecke der Saarbrücker Zeitung empfiehlt die saarländische Mundartpäpstin Dr. Edith Braun aufs Wärmste Matthias Lang, erschienen im Alta Silva Verlag in Kell am See. Das Buch enthält Gedichte und Erzählungen des Lehrers und Heimatdichters Matthias Lang. Sie wurden gesammelt, kommentiert und herausgegeben von Dittmar Lauer und Manfred Moßmann, denen damit ein lobenswertes Werk gelungen ist.

 

Zum Weihnachtsmarkt nach Aachen

34 Frauen der Frauengemeinschaft fuhren zum Weihnachtsmarkt nach Aachen. Nach einem gemeinsamen Frühstück im Hotel zur Post ging es mit dem Bus Richtung Aachen. Bevor der Weihnachtsmarkt besucht wurde, konnte beim Werksverkauf der Firma Lambertz reichlich Weihnachtsgebäck – Aachener Printen u.a. – eingekauft werden, wovon die Frauen auch regen Gebrauch machten. Allgemeine Meinung: Es war ein schöner Tag.

 

Heinz Erschens verleiht Medaille

In seiner Eigenschaft als Vorstandsmitglied des Kreismusikverbandes überreichte Heinz Erschens dem Hermeskeiler Orchesterchef Gerhard Piroth eine hohe Auszeichnung. Auf Grund seiner vielfältigen Tätigkeiten im musikalischen Bereich auf Kreisebene und im Hochwald, vor allem in der Stadt Hermeskeil, erhielt er von der Bundesvereinigung der Blasmusiker die Goldene Dirigentennadel mit Diamanten.

In seiner Laudatio würdigte Heinz Erschens die Verdienste des geehrten Gerhard Piroth.

 

 

Dezember

Grusical – Musical

Die Kinder- und Jugendchöre der Pfarreien Schillingen, Reinsfeld und Kell am See führten im Saal Zum Friedlichen Landmann das Musical Geisterstunde auf Schloss Eulenstein von Peter Schindler auf. Das einstündige Grusical wurde gestaltet von 28 gruselig geschminkten und in passenden Kostümen gekleideten Kindern und Jugendlichen im Alte von 7 bis 17 Jahren. Das von Elmar Neufing einstudierte und am Klavier begleitete Stück fand großen Anklang und wurde von den Zuschauern im vollbesetzten Saal mit starkem Applaus belohnt.

 

Hermann Lauer

erhält Goldenen Meisterbrief

Handwerkskammerpräsident Rudi Müller zeichnete im Rahmen eines Jahresempfangs in der IHK u.a. auch den Schreinermeister Hermann Lauer (Millen Hermann) mit der Verleihung des Goldenen Meisterbriefes aus. Pflichtbewusst und mit hoher Qualifikation sei der Handwerksmeister in seinem Betrieb tätig gewesen und habe viele junge Menschen ausgebildet, so der Kammerpräsident in seiner Laudatio.

Das Schreinerhandwerk hat in der Familie Lauer eine lange Tradition. Schon der Ururgroßvater von Hermann Lauer, Michael Müller (1799-1861) betrieb neben der Landwirtschaft eine kleine Schreinerei. Michael Müller stammte aus einer Müllerfamilie, deren Ahnherr der um 1700 auf der Sauscheider Mühle geborene Matthias Müller gewesen war. Dessen gleichnamiger Sohn Matthias Müller (1731-1809), ebenfalls Müller von Beruf, heiratete im Jahre 1762 eine Margaretha Lehnen und war in Kell als Müller tätig ebenso wie ihr Sohn Michael Müller (1762-1825). Einer deren Söhne, Johann Müller (geb. 1791), wie seine Vorfahren Müller von Beruf, heiratete in die Osburgermühle und starb dort kinderlos. Sein oben genannter Bruder, der Schreiner Michael Müller war mit einer Anna Lehnen verheiratet. Ihre Tochter Margaretha heiratete den Schreiner Matthias Lauer (geb. 1827) und übernahm den Schreinereibetrieb des Schwiegervaters. Von dieser Verbindung rührt der bis heute übliche Hausname Millen.

Die Schreinerei Lauer besteht somit bereits in der sechsten Generation fast 200 Jahre lang als reiner Familienbetrieb. Der mit dem Goldenen Meisterbrief ausgezeichnete Hermann Lauer (geb. 1933) hat den Betrieb von seinem Vater Paul Lauer im Jahre 1961 übernommen und ihn im Jahre 1999 seinem Sohn Gerhard Lauer übertragen.

 

Erfolgreiche Buchautorin Lieselotte Pies

Marcus in Treveris

Eigentlich hatte die ehemalige Grundschullehrerin Liselotte Pies (geboren und aufgewachsen als Lieselotte Kirchen – Schneider Lieselotte – in Kell, heute wohnhaft in Kasel) nie vor, ein Buch zu schreiben. Doch inzwischen ist das von ihr geschaffene Werk schon zehntausend mal verkauft und nun nochmals neu aufgelegt worden.

Marcus in Treveris lautet der Titel des 200 Seiten umfassenden Buches. Es beschreibt das Leben des zwölfjährigen Marcus, der im Jahr 310 mit seinem Vater von Xanten nach Trier zieht. Der heute 66-jährigen Autorin ist es mit Leichtigkeit und großer Hingabe gelungen, das römische Leben der damaligen Zeit in spannende Geschichten zu verpacken. Sie lässt damit die bunte Vielfalt im römischen Trier wiederauferstehen und bietet insbesondere für Kinder ab acht Jahren viel Wissenswertes aus der ehemaligen Kaiserresidenz. So spielen die Geschichten in dem Jahr, als Konstantin in Treveris, seit fünf Jahren Kaiser, die Festlichkeiten aus Anlass seines Thronjubiläums beginnen.

Mein Interesse für die römische Zeit und die vielen erhaltenen Baudenkmäler in unserer Nähe war immer schon riesig, erzählt die seit einem Jahr pensionierte Grundschulpädagogin. Ihr Ziel während ihrer Berufsausübung sei es immer gewesen, den ihr anvertrauten Kindern einen lebendigen Zugang zu der Vergangenheit zu schaffen. Die Autorin erzählt: Oft stand ich mit meinen Schulkindern im Amphitheater und erzählte ihnen von den Kämpfen der Gladiatoren, von wilden Tieren und dem grölenden Volk. Irgendwann begann ich, diese Geschichten aufzuschreiben und später mit der Schreibmaschine zu erfassen. Dies war, so schätzt Liselotte Pies, etwa sechs Jahre bevor die erste Auflage ihres Buches veröffentlicht wurde.

1987 war dies dann so weit. Mit wissenschaftlicher Unterstützung des Rheinischen Landesmuseums in Trier erschien die erste von fünf Auflagen. Rund 10.000 Bücher dieser Ausgaben sind inzwischen verkauft. Pies hat in den folgenden Jahren immer weiter recherchiert, an dem Buch gefeilt und es ergänzt. In der kürzlich erschienenen sechsten Auflage erwarten den Leser weitere sieben neue Kapitel. Zunächst ist das Werk nicht als Kinderbuch erkennbar. Doch im Innern findet man ein schönes Schatzkästchen, freut sich Pies.

Das Buch mit seinen zahlreichen Abbildungen weckt Begeisterung für das römische Trier und beschreibt die unterschiedlichsten Alltagsgegebenheiten in der antiken Stadt. Dabei durchstreifen Marcus und seine Freunde die Straßen der Großstadt, erleben die Händler, eine Gerichtsverhandlung, erfahren etwas über die römische Heilkunst und erleben Spannung beim Wagenrennen und den Kämpfen der Gladiatoren im Amphitheater. Am Ende der Geschichte nimmt Marcus sogar an einem christlichen Gottesdienst teil.

 

Weihnachtsmarkt in Bernkastel

Mit 37 Erwachsenen und neun Jugendlichen und Kindern fuhr die Kolpingfamilie mit dem Bus nach Bernkastel zum kleinen aber feinen Weihnachtsmarkt. Präses Axel Feldmann organisierte für Interessenten eine Führung im Cusanusstift in Kues, an der neun Personen teilnahmen. Sie waren von der Vielfalt der Schriften und Bücher begeistert.

Auf dem Weihnachtsmarkt öffnete sich am späten Nachmittag am großen Adventskalender das zwölfte Türchen. Mit vielen guten Eindrücken verließen die Kolpingmitglieder am Abend das schöne Bernkastel in Richtung Heimat.

 

Kolping verkauft Weihnachtsbäume

Es wurden neben den Bäumen noch Glühwein, Kinderpunsch und Würstchen gereicht. Schon bald war die erste Ladung Bäume ausverkauft, so dass für Nachschub gesorgt werden musste. Im Laufe des Nachmittags begannen einige Vertreter des MV Concordia damit, die Anwesenden mit Weihnachtsmusik zu unterhalten. Als dann der letzte Baum verkauft, das letzte Würstchen gegessen und der letzte Becher Glühwein geleert war, wurden am späten Abend die Zelte abgebrochen und der Platz ordentlich hinterlassen.

 

Blutspender geehrt

Im Rahmen einer kleinen Feierstunde wurden Mehrfachblutspender geehrt. Bürgermeister Werner Angsten überreichte als DRK-Ortsverbands-Vorsitzender eine Ehrenurkunde für 75maliges Blutspenden an Willi Jäckels und für 25maliges Blutspenden an Maximilian Holzhauser und Gerhard Leineweber.

In einer kurzen Ansprache würdigte der Vorsitzende das Blutspenden als einen wichtigen Dienst am Mitmenschen.

 

Alois Reichert für Horst Glessner

Horst Glessner hatte seinen Entschluss des Verzichts auf die Position des ersten Beigeordneten dem Rat schriftlich mitgeteilt. Gesundheitliche Gründe ließen ihm keine andere Wahl. Wenn es nicht mehr geht, muss man den Weg freimachen.

Ortsbürgermeister Markus Lehnen überbrachte dem Rat die Nachricht mit sichtbaren Emotionen. Ich hätte mir diese Mitteilung heute gerne erspart, sagte Lehnen. Doch die Gründe für dein Verhalten akzeptieren wir. Du warst für uns alle immer ein zuverlässiger Partner. Was du sagtest, hatte immer Gewicht.

Du warst in all den Jahren kein 08/15-Beamter, sondern ein väterlicher Freund, sagte auch Fraktionsvorsitzender Johannes Reitz (CDU). Horst Zimmert als freies Ratsmitglied und personell einzige Opposition bedankte sich bei Glessner, der für mich ein überaus kollegialer und kompetenter Partner für meine Funktion gewesen ist. Horst Glessner war insgesamt 15 Jahre im Gemeinderat, davon elf Jahre als Beigeordneter.

Als sein Nachfolger wurde Alois Reichert (CDU) einstimmig gewählt und von Lehnen in sein Amt eingeführt. Der 50-Jährige gehört dem Gemeinderat seit 16 Jahren an.

 

Versammlung der Jagdgenossen

Jagdvorsteher Markus Lehnen erklärte den 17 erschienenen Jagdgenossen – die rund 70 ha Flächen vertraten zus. 809 h Flächen der Ortsgemeinde – dass der Jagdvorstand vier neue Jagdpachtverträge abgeschlossen hat, welche in mehreren sehr aufwendigen Sitzungen mit den Pächtern ausgehandelt wurden. Der Jagdpachtvertrag sei nach dem Musterpachtvertrag des Gemeinde- und Städtebundes aufgestellt worden. Dabei seien insbesondere den zukünftig geltenden Bedingungen und Auflagen über die Verhütung von Wildschäden im Hinblick auf die waldbaulichen Ziele eine erhebliche Bedeutung beigemessen worden. Die vier Pächter hätten jeweils den gleichen Pachtvertrag erhalten, wobei alle neuen Regula-rien für alle Pächter nunmehr gleich gelten. Hinsichtlich der neuen Regularien nennt Jagdvorsteher Lehnen insbesondere die offizielle Einführung des körperlichen Nachweises und die strengen Auflagen zur Verhütung der Wildschäden sowie die Folgen des Wildschadensersatzes im Gemeindewald, falls der Rotwildabschuss in zwei aufeinander folgenden Jahre nicht zumindest 90 % erfüllt wird. Unter anderem wären die Pächter vertraglich daran gebunden worden, an Bewegungsjagden teilzunehmen.

Jagdvorsteher Markus Lehnen gibt der Versammlung bekannt, dass die Wildschadenspauschale in der bisherigen Art aus rechtlichen Gründen aufgehoben wurde und anstelle die Wildschadensverhütungspauschale zu vereinbaren war. Für die vorliegende Pachtdauer gilt es nun zu kontrollieren, dass die vereinbarten Regularien eingehalten werden.

Forstamtmann Axel Weber berichtet sehr eingehend über die zuletzt durchgeführten Maß-nahmen im Revier. Weiter geht Weber auf die Folgen des Sturmtiefs Xyntia ein. Für das kommende Jahr sollten wieder Bankett- und Grabenfräsearbeiten vorgesehen werden. Hierzu eignet sich der Einsatz eines Auslegemulchers. Weiter vorzusehen sei an verschiedenen Stellen der Einsatz der Freischneidemaschine bzw. des Lichtraumprofilschneiders. Von Seiten des Revierleiters und auch aus der Versammlung wird darauf hingewiesen, dass die Wege in letzter Zeit stark gelitten haben. Es sind in verschiedenen Bereichen Gleisbildungen (z.B. an der Warensfahrt, Einzugsbereich der Ruwer) festgestellt worden. Es werden Rückeschäden von Harvester-Vollernter an der Grenze zwischen Lauer und Bremm genannt. Vor allem in Privatwaldbereichen habe man nicht immer die Einsatzstelle so verlassen, wie es sich gehört hätte, so die allgemeine Auffassung. Man stellt sich die Frage, wie man die Angelegenheit in den Griff bekommen kann. Weber weist daraufhin, dass auch die Firmen zertifiziert sind und sich nur eine gewisse Tiefe (20 cm) an Gleisbildung erlauben können. Schäden müssten konkret gemeldet werden. Nach dem Landeswaldgesetz wäre Wald ordnungsgemäß zu bewirtschaften. Der Jagdvorstand soll daher noch den Privatwaldbetreuer, Forstamtsrat Reinert, darauf ansprechen, um zukünftige und weitere Schäden zu verhindern.

Im Anschluss der Aussprache über das Thema Wald und Wege wird der Vorsitzende der Teilnehmergemeinschaft gebeten, den derzeitigen Stand der Flurbereinigung zu vermitteln. Hermann-Josef Lauer, Vorsitzender der Teilnehmergemeinschaft, geht in seinen Ausführungen nochmals zurück auf das Jahr 2002, als man mit dem Verfahren begann. Zwischenze